49.781
Bearbeitungen
(Die Seite wurde neu angelegt: „'''Ulrich Covertel''' (* im 13. Jahrhundert; † im 13. Jahrhundert, bald nach 1266), auch ''Ulrich von Völkermarkt'', ''Ulrich Cobertellus'' oder ''Ulrich C…“) |
|||
(6 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
Zeile 2: | Zeile 2: | ||
== Herkunft und Familie == | == Herkunft und Familie == | ||
Ulrich Covertel entstammte der Familie Karlsberg-Cubertel, einer der bedeutendsten Ministerialenfamilien<ref group="A">Die [[w:Ministeriale|Ministerialen]], auch als "Dienstadel" bezeichnet, bildeten im Mittelalter innerhalb des "niederen" Adels eine eigene Gruppe. Ursprünglich "Unfreie", waren sie durch ein Dienst- oder Lehnsverhältnis in den "niederen" Adel aufgestiegen, im Unterschied zu den [[w:edelfrei|"edelfreien" oder "hochfreien" Adelsfamilien]].</ref> des [[Herzogtum Kärnten|Herzogtums Kärnten]]. Er war der Sohn von Wichard (I.) von Karlsberg und der Bruder von Wichard (II.) von Karlsberg, der 1245–48 als herzoglicher Marschall belegt ist. Sein Neffe Heinrich (II.) von Karlsberg war nach 1248 ebenfalls herzoglicher Marschall.<ref name ="ndb610">vgl. NDB, 2017, Bd. 26, S. 610</ref> | Ulrich Covertel entstammte der Familie [[Karlsberg (Adelsfamilie)#Mit der Familie der Karlsberger verwandte Familien|Karlsberg-Cubertel]], einer der bedeutendsten Ministerialenfamilien<ref group="A">Die [[w:Ministeriale|Ministerialen]], auch als "Dienstadel" bezeichnet, bildeten im Mittelalter innerhalb des "niederen" Adels eine eigene Gruppe. Ursprünglich "Unfreie", waren sie durch ein Dienst- oder Lehnsverhältnis in den "niederen" Adel aufgestiegen, im Unterschied zu den [[w:edelfrei|"edelfreien" oder "hochfreien" Adelsfamilien]].</ref> des [[Herzogtum Kärnten|Herzogtums Kärnten]]. Er war der Sohn von Wichard (I.) von Karlsberg und der Bruder von Wichard (II.) von Karlsberg, der 1245–48 als herzoglicher Marschall belegt ist. Sein Neffe Heinrich (II.) von Karlsberg war nach 1248 ebenfalls herzoglicher Marschall.<ref name ="ndb610">vgl. NDB, 2017, Bd. 26, S. 610</ref> | ||
== Leben == | == Leben == | ||
Ulrich Covertel dürfte Kanonistik in [[w:Bologna|Bologna]] bei Johannes de Deo oder in [[w:Padua|Padua]] studiert haben. 1224–30 war er Domherr und Archidiakon des [[w:Hochstift Passau|Hochstiftes Passau]]. Um 1231/1233 wurde er Propst des neuen Kollegiatstiftes St. Ruprecht in [[Völkermarkt]]. In dieser Position verblieb er bis zu seinem Tod. Seit 1246 war er außerdem als Archidiakon des [[ | Ulrich Covertel dürfte Kanonistik in [[w:Bologna|Bologna]] bei Johannes de Deo oder in [[w:Padua|Padua]] studiert haben. 1224–30 war er Domherr und Archidiakon des [[w:Hochstift Passau|Hochstiftes Passau]]. Um 1231/1233 wurde er Propst des neuen Kollegiatstiftes St. Ruprecht in [[Völkermarkt]]. In dieser Position verblieb er bis zu seinem Tod. Seit 1246 war er außerdem als Archidiakon des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]] im heutigen Bundesland Kärnten. Er war Richter und hielt sich häufig am Hof der Herzöge von Kärnten auf.<ref name ="ndb610"/> | ||
Ulrich Covertel verfasste Exzerpte aus den Dekretalien und versuchte außerdem mit Hilfe von Merkversen juristisches Wissen besser handbar zu machen.<ref name ="brunner65">vgl. Karl Brunner: ''Vielfalt und Wende - Kultur und Gesellschaft im Hochmittelalter'', 1999, S. 65</ref> Er verfasste versifizierte kanonistische Texte zu Quellen des Kirchenrechtes. Zwischen 1220 und 1230 erstellte er Auszüge aus dem "Decretum Gratiani" und den sogenannten "Compilationes antiquae", außerdem erschloss er um 1234 die aktuelle päpstliche Gesetzgebung für Kleriker, die mit Rechtsfällen zu tun hatten, aber nicht in der Kanonistik bewandert waren. Zwischen 1251 und 1253 versifizierte er die "Novellen" von [[w:Innozenz IV.|Papst Innozenz IV.]].<ref name ="ndb610"/> Während einer Krankheit 1240 hatte er Visionen, welche er aufzeichnen ließ.<ref name ="brunner65"/> | Ulrich Covertel verfasste Exzerpte aus den Dekretalien und versuchte außerdem mit Hilfe von Merkversen juristisches Wissen besser handbar zu machen.<ref name ="brunner65">vgl. Karl Brunner: ''Vielfalt und Wende - Kultur und Gesellschaft im Hochmittelalter'', 1999, S. 65</ref> Er verfasste versifizierte kanonistische Texte zu Quellen des Kirchenrechtes. Zwischen 1220 und 1230 erstellte er Auszüge aus dem "Decretum Gratiani" und den sogenannten "Compilationes antiquae", außerdem erschloss er um 1234 die aktuelle päpstliche Gesetzgebung für Kleriker, die mit Rechtsfällen zu tun hatten, aber nicht in der Kanonistik bewandert waren. Zwischen 1251 und 1253 versifizierte er die "Novellen" von [[w:Innozenz IV.|Papst Innozenz IV.]].<ref name ="ndb610"/> Während einer Krankheit 1240 hatte er Visionen, welche er aufzeichnen ließ.<ref name ="brunner65"/> | ||
== Werke<ref name ="ndb610"/> == | == Werke<ref name ="ndb610"/> == | ||
* Auszüge aus dem "Decretum Gratiani" | * Auszüge aus dem "Decretum Gratiani" | ||
Zeile 17: | Zeile 17: | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* Karl Brunner: ''Vielfalt und Wende - Kultur und Gesellschaft im Hochmittelalter''. In: [[w:Heinz Dopsch|Heinz Dopsch]] - [[w:Karl Brunner (Historiker)|Karl Brunner]] - [[w:Maximilian Weltin|Maximilian Weltin]] (Hrsg.): ''Österreichische Geschichte 1122–1278''. Die Länder und das Reich. Der Ostalpenraum im Hochmittelalter. Verlag Ueberreuter, Wien, 1999. ISBN 3-8000-3525-1. S. 21-115, (knappe biographische Angaben, S. 65) | * [[w:Karl Brunner (Historiker)|Karl Brunner]]: ''Vielfalt und Wende - Kultur und Gesellschaft im Hochmittelalter''. In: [[w:Heinz Dopsch|Heinz Dopsch]] - [[w:Karl Brunner (Historiker)|Karl Brunner]] - [[w:Maximilian Weltin|Maximilian Weltin]] (Hrsg.): ''Österreichische Geschichte 1122–1278''. Die Länder und das Reich. Der Ostalpenraum im Hochmittelalter. Verlag Ueberreuter, Wien, 1999. ISBN 3-8000-3525-1. S. 21-115, (knappe biographische Angaben, S. 65) | ||
* [[w:Winfried Stelzer|Winfried Stelzer]]: ''Ulrich von Völkermarkt'' In: ''Neue Deutsche Biographie (NDB)''. Duncker & Humblot, Berlin, 2017. ISBN 3-428-00200-8. Band 26. S. 610 [https://www.deutsche-biographie.de/pnd115724834.html#ndbcontent digital] | * [[w:Winfried Stelzer|Winfried Stelzer]]: ''Ulrich von Völkermarkt'' In: ''Neue Deutsche Biographie (NDB)''. Duncker & Humblot, Berlin, 2017. ISBN 3-428-00200-8. Band 26. S. 610 [https://www.deutsche-biographie.de/pnd115724834.html#ndbcontent digital] | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* {{OBV-Portal|115724834}} | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
Zeile 28: | Zeile 28: | ||
== Anmerkungen == | == Anmerkungen == | ||
<references group="A" /> | <references group="A" /> | ||
{{Normdaten|TYP=p|GND=115724834|LCCN=|VIAF=30272057|WIKIDATA=Q104030924}} | |||
{{SORTIERUNG:Covertel, Ulrich}} | {{SORTIERUNG:Covertel, Ulrich}} | ||
Zeile 35: | Zeile 37: | ||
[[Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert]] | [[Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert]] | ||
[[Kategorie:Mann]] | [[Kategorie:Mann]] | ||
[[Kategorie:Völkermarkt] | [[Kategorie:Völkermarkt]] | ||
[[Kategorie:Geschichte (Kärnten)]] | [[Kategorie:Geschichte (Kärnten)]] |
Bearbeitungen