Josef Hack senior

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Ehem. Hack-Werke - heute Museum Arbeitswelt Steyr

Josef Hack sen. (* 11. Februar 1850 in Unterwald bei Steyr, Erzherzogtum Österreich ob der Enns; † 25. Oktober 1906 in Steyr, ebenda) war ein oberösterreichischer Fabrikant und einer der prägenden Vertreter der Steyrer Messerindustrie.

Leben

Josef Hack kam im Februar 1850, in den Anfangsjahren der Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I. als Sohn des Klingenschmieds Franz Xaver Hack und dessen Gattin Katharina geb. Hagn in Unterwald bei Steyr zur Welt[1]. Die Familie Hack gehörte zu den ältesten Klingenschmied-Dynastien des Steyrer Raums. Bereits im 16. Jahrhundert sind Vorfahren der Familie am Damberg nachweisbar, wo sie als Schmiede, Messerer und Klingenschmiede tätig waren.

Wie es in traditionellen Handwerkerfamilien üblich war, begann Josef und sein Bruder Johann Hack früh eine Lehre im Messerhandwerk. Ihre Ausbildung führte die beiden durch mehrere Werkstätten in Steyr, Steinbach und Unterwald-Kleinraming. Zusätzlich besuchte Josef Hack Kurse an der k.k. Fachschule für Eisen- und Stahlbearbeitung in Steyr, einer der modernsten Ausbildungsstätten im Habsburgerreich.

Nach Abschluss seiner Ausbildung und einigen Jahren als Geselle gründete Josef Hack 1875 in Steyr seine eigene Werkstätte unter dem Namen „J. H. Messerwarenerzeugung“. Der Betrieb befand sich im Wehrgraben, dem industriellen Herzen Steyrs, wo Wasserkraft, Schmieden und Metallverarbeitung seit Jahrhunderten konzentriert waren. Josef begann mit wenigen Mitarbeitern, aber mit einem klaren Ziel: hochwertige Messerwaren und lose Klingen zu produzieren. 1882 trat auch sein Bruder Johann in die Firma ein. Während Johann sich stärker um organisatorische Aufgaben kümmerte, blieb Josef der technische Kopf der Firma und hatte auch die kaufmännischen Agenden inne. Trotz der großen Solinger Konkurrenz gelang es der Firma festen Boden zu gewinnen und schon mit 1878 die Berndorfer Metallwarenfabrik A. Krupp in Berndorf (Niederösterreich) als Hauptlieferant mit Hack-Klingen zu beliefern. Wesentlich für den Erfolg war die Benützung der an die k. k. Fachschule angegliederten Genossenschaftsklingenschmiede, die, mit den modernsten Maschinen ausgestattet, den Gewerbetreibenden zur Verfügung stand. Auf diese Weise gelang Josef Hack als einziger von den vielen alten Messerschmieden im Raume Steyr die Überleitung vom Gewerbe zur Industrie.

Josef Hack war auch Obmannstellvertreter des Genossenschaftsverbandes Steyr, Gründer und Vorstand der Meisterkrankenkasse, Präsident des Bürgervereins und Gemeinderat von Steyr. Josef Hack starb am 25. Oktober 1906 im Alter von 56 Jahren[2]. Sein Tod kam für die Familie und den Betrieb überraschend. Die Firma wurde jedoch weitergeführt – zunächst von seiner Witwe und seinen Brüdern, später von seinen Söhnen.

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die Hack-Werke zu einem der traditionsreichsten Messerbetriebe Steyrs und bestanden über mehrere Generationen hinweg.

Literatur

Einzelnachweise