Stiefern-Gaaden-Arnstein (Familie)

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Die Familie von Stiefern, Gaaden und Arnstein war eine eine Ministerialenfamilie[A 1], die im Mittelalter im heutigen Bundesland Niederösterreich lebte. Zunächst war sie Kamptal ansässig, dann südlich von Wien und zuletzt in den Rodungsgebieten des Wienerwalds.

Geschichte

Die Familie von Stiefern, Gaaden und Arnstein benannte sich zunächst nach der im Kamptal gelegenen Herrschaft Stiefern (heute Teil der Gemeinde Schönberg am Kamp), wo sie sich bereits vor 1130 nachweisen lässt. Später übersiedelte sie, vielleicht mit der österreichischen Markgrafengrafenfamilie der Babenberger in die Umgebung von Wien[A 2]. Dort benannten sie sich noch vor 1150 nach der Herrschaft Gaaden. Um 1150 erhielten sie von König Konrad III. († 1152) Besitz um Groß Gerungs. In den Folgejahren konnten sie ihre Herrschaft im Waldviertel und im Wienerwald ausbauen. 1156 benannten sie sich erstmals nach dem Herrschaft Arnstein. Diese war durch Rodung entstanden, ihr Zentrum war die Höhenburg Arnstein. In der Nähe war der Ort Raisenmarkt entstanden.[1] Während die Herrschaften Stiefern und Gaaden in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts kleinräumig waren, konnten sie durch Rodung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts um Arnstein und Groß-Gerungs großräumige Herrschaften aufbauen.[2]

Literatur

  • Wilhelm F. Kroupa: Studien zur Ministerialität in Österreich. (Ungedruckte) Dissertation, Univ. Wien, 1980, S. 133f.

Einzelnachweise

  1. vgl. Wilhelm F. Kroupa: Studien zur Ministerialität in Österreich, 1980, S. 133
  2. vgl. Wilhelm F. Kroupa: Studien zur Ministerialität in Österreich, 1980, S. 134

Anmerkungen

  1. Die Ministerialen, auch als "Dienstadel" bezeichnet, bildeten im Mittelalter innerhalb des "niederen" Adels eine eigene Gruppe. Ursprünglich "Unfreie", waren sie durch ein Dienst- oder Lehnsverhältnis in den "niederen" Adel aufgestiegen, im Unterschied zu den "edelfreien" oder "hochfreien" Adelsfamilien.
  2. Die Stadt Wien war damals die größte Stadt im Herzogtum Österreich und gehörte zu dessen Landständen. Sie war unter der Herrschaft der Babenberger seit Herzog Heinrich (II.) ("Heinrich Jasomirgott") Sitz des Herzogs von Österreich und gehörte zu den wichtigsten Residenzen der Habsburger. Im 15. Jahrhundert behauptete Wien sich als Hauptstadt des Herzogtums Österreich "unter der Enns", aber erst im 17. Jahrhundert wurde es die Hauptstadt des "Habsburgerreiches". Bis Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste die Stadt Wien im Wesentlichen jenen Stadtteil, der heute den ersten Bezirk bildet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Wiener Bezirke 2-9. Ende des 19. Jahrhunderts beziehungsweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Bezirke 10-23.