Benutzer:Lucaconi2000/Wald- und Weidgenossenschaft der 64 Stammersdorfer: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Wald- und Weidgenossen der 64 Stammersdorfer''', im umgangssprachlich als „64er“ bezeichnet, stellen eine der ältesten Interessengemeinschaften im Raum Floridsdorf dar und gehören zu den traditionsreichsten genossenschaftlichen Vereinigungen Wiens.  
Die '''Wald- und Weidgenossen der 64 Stammersdorfer''', im umgangssprachlich als „64er“ bezeichnet, ist eine landwirtschaftliche Genossenschaft in [[Stammersdorf]]. Sie stellt eine der ältesten Interessengemeinschaften im Raum Floridsdorf dar und gehören zu den traditionsreichsten genossenschaftlichen Vereinigungen Wiens.  


== Historische Entwicklung und Rechtsstatus ==
== Historische Entwicklung und Rechtsstatus ==

Version vom 8. März 2025, 10:04 Uhr

Die Wald- und Weidgenossen der 64 Stammersdorfer, im umgangssprachlich als „64er“ bezeichnet, ist eine landwirtschaftliche Genossenschaft in Stammersdorf. Sie stellt eine der ältesten Interessengemeinschaften im Raum Floridsdorf dar und gehören zu den traditionsreichsten genossenschaftlichen Vereinigungen Wiens.

Historische Entwicklung und Rechtsstatus

Die Ursprünge der Gemeinschaft reichen bis ins Jahr 1359 zurück, als Freiherr Bernhard von Gleichsau ein ausgedehntes Waldgebiet von 380 Joch (~220 ha) an die „64 Insassen von Stammersdorf“ übergab. Dieses Areal erstreckte sich von der heutigen Hagenbrunnerstraße bis in Richtung Gerasdorf und trug im Laufe der Zeit verschiedene Namen, darunter „Stammersdorfer Wäldchen“, „Kirchberger Waldung“ und „Rendezvous-Wald“. Letztere Bezeichnung war bereits vor Errichtung der gleichnamigen Poststation in Gebrauch und verweist vermutlich auf die Nutzung des Areals als Treffpunkt der kaiserlichen Jagdgesellschaft beim k. k. Jägerhaus.

Im Jahr 1930 umfasste der Besitz der „64er“ laut Grundbesitzstandbogen insgesamt 178,04 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, darunter 154,14 Hektar Ackerland, 0,83 Hektar Hutweiden, 23,01 Hektar Wald sowie 0,04 Hektar Baufläche. Im Zuge einer durch das Amtsgericht Floridsdorf im Jahr 1938 beschlossenen Parzellierung wurde ein Teil der Flächen aufgeteilt, während andere weiterhin gemeinschaftlich bewirtschaftet wurden. Gemäß einem Schreiben des Wiener Polizeipräsidiums aus dem Jahr 1939 handelt es sich bei den „64ern“ um eine Genossenschaft und nicht um einen Verein.

Die landwirtschaftlichen Gegebenheiten wurden in einem Gutachten aus dem Jahr 1935 beschrieben: Die Flächen befinden sich auf einer Höhenlage von 200 bis 250 Metern und bestehen vorwiegend aus sandigem Lehmboden. Die Hauptbaumart in den bewaldeten Flächen ist die Eiche, und die Region zeichnet sich durch eine gemäßigte Klimazone mit vorherrschenden Nordwestwinden aus.

Bis 1945 existierten zahlreiche historische Dokumente, die die jahrhundertelange Geschichte der „64er“ belegen konnten. Diese wurden jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Zuge von Plünderungen russischer Soldaten zerstört.

Ein bemerkenswerter Fund wurde im Jahr 1958 auf dem „Rendezvous-Bergl“ gemacht. Ein fast gänzlich verschütteter Grenzstein aus dem Jahr 1783 wurde freigelegt. Er trägt die Inschrift „FXVP“ (Franz Xaver von Puchberg, der erste Postmeister) sowie die Zahl „64“, die sich auf die historische Gemeinschaft der „64er“ beziehen dürfte. Dieser Fund unterstreicht die lange historische Verankerung der Gemeinschaft und ihre bedeutende Rolle in der regionalen Geschichte.

Wirtschaftliche Nutzung und Verwaltung

Im Jahr 1972 zählte die Gemeinschaft 73 Mitglieder, die den verbliebenen gemeinschaftlich bewirtschafteten Grundbesitz verwalteten. Die ursprüngliche Anzahl von 64 Mitgliedern variierte im Laufe der Zeit durch die Teilung von Anteilen. Die Größe dieser Anteile schwankte zwischen 4,26 und 5 Hektar. Die Bewirtschaftung und die Abgaben wurden weiterhin gemeinschaftlich organisiert.

Die Obmänner der „64er“ seit 1896 waren unter anderem:

  • 1896 Schwarzböck Leopold
  • 1902 Stangl Leopold
  • 1905 Haas Michael
  • 1907 Reichl Franz
  • 1917 Reichl Anton
  • 1920 Strasser Johann
  • 1923 Reichl Anton
  • 1927 Reichl Franz
  • 1929 Eisenheld Leopold
  • 1939 Weismann Johann
  • 1948 Wirth Johann
  • 1952 Haslinger Josef
  • 1959 Knofel Hans
  • 1960 Schott Josef
  • 1972 Haindl Robert
  • ??? Ambros Steindl

Weblinks

Literatur

  •  Franz Polly: Stammersdorf. Eigenverlag, Groß-Enzersdorf 1979, S. 145-152.