ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Axiom des Einheitsdeutschen

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Visualisierung des Axioms

Das Axiom des Einheitsdeutschen (englisch meist One Standard German Axiom, kurz OSGA) ist eine sprachwissenschaftliche Theorie des österreichisch-kanadischen Linguisten Stefan Dollinger von der University of British Columbia. Er publizierte die Theorie erstmals 2019 in seiner Monografie The Pluricentricity Debate.[1]

Kern der Theorie

Dollinger kritisiert mit dieser Theorie eine seiner Meinung nach weit verbreitete Haltung in der deutschen Sprachwissenschaft: Viele Experten würden demnach grundsätzlich annehmen (Axiom), dass Deutsch eine monozentrische Sprache sei. Dabei werde das bundesdeutsche Hochdeutsch als einzig gültige Norm betrachtet, während die nationalen Standards Österreichs und der Schweiz fälschlicherweise als bloße Regionalsprachen oder Dialekte abgetan würden.

Dem stellt Dollinger, wie vor ihm schon etliche anderen Sprachwissenschaftler wie beispielsweise Ulrich Ammon, die Plurizentrik gegenüber.[2] Das bedeutet: Deutsch hat mehrere gleichberechtigte Zentren. So wie es beispielsweise britisches und amerikanisches Englisch gibt, existieren laut dieser Sichtweise neben dem bundesdeutschen Hochdeutsch auch das österreichische Hochdeutsch und das Schweizer Hochdeutsch als gleichwertige Standardformen des Deutschen. Diese Sicht wird in der Germanistik freilich schon länger vertreten, siehe beispielsweise die Artikel Standarddeutsch und Variantenwörterbuch des Deutschen.

Einzelnachweise

  1.  Dollinger, Stefan: The Pluricentricity Debate: on Austrian German and other Germanic Standard Varieties. Routledge, New York 2019, S. 14 (https://www.academia.edu/37714477/).
  2.  Dollinger, Stefan: The Pluricentricity Debate: on Austrian German and other Germanic Standard Varieties. Routledge, New York 2019, S. 14.