ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Christian Klar (Lehrer)

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Christian Klar (* 1962 in Wien) ist ein österreichischer Mittelschuldirektor und war bis zu seinem Rücktritt ÖVP-Politiker.

Leben

Christian Klar wurde 1962 in Wien geboren und ist seit 1988 im Schuldienst.[1] Er unterrichtete zwölf Jahre als Lehrer für Mathematik, Geometrisches Zeichnen und Sport an der jüdischen Privatschule Lauder-Chabad in Wien. Seit 2012 ist er Schulleiter der Franz-Jonas-Europaschule in Wien. Von Dezember 2020 bis Mai 2025 war er stellvertretender Bezirksvorsteher und Bildungssprecher der ÖVP in Floridsdorf. Er ist Autor einer Kolumne im rechtspopulistischen Boulevard-Medium Exxpress.[2][3] Im Februar 2026 trat er von allen Funktionen bei der ÖVP zurück, seine Mitgliedschaft bei der ÖVP blieb davon unberührt.[4]

Kontroversen

Im Dezember 2024 und im Jänner 2026 gab Klar in seiner Funktion als Schulleiter dem in der EU verbotenen russischen Staatssender Rossija 1 ein Interview in der Schule. Dabei ging es um ein Kopftuchverbot in Schulen und Deutschförderungen. Auch interviewte der Sender ukrainische Flüchtlings-Kinder.[5] Der Schulbesuch des Senders war durch Klar weder der Bildungsdirektion mitgeteilt worden noch hätte sie ihn genehmigt.[6][7] Im Februar 2026 kündigte leitete die ÖVP ein Amtsenthebungsverfahren gegen Klar ein, der dem jedoch zuvorkam und aus allen Partei-Funktionen an zurücktrat, die Bildungsdirektion kündigte an den Fall zu prüfen.[8][4][9] Die Grünen stellten dazu eine Anfrage im Nationalrat an Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der mitteilte, dass er die Prüfung möglich disziplinarrechtlicher Konsequenzen begrüße.[7]

Im Februar 2026 hätte Christian Klar gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Lindbauer (FPÖ) einen Vortrag zum Thema „Schule unter Druck – Herausforderungen durch den politischen Islam“ halten sollen. Klar sagte den Vortrag jedoch ab, um „um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen“.[8]

Rezeption

Laut Florian Klenk (Falter) handelt es sich bei klar um eine ambivalente und umstrittene Persönlichkeit. Im September 2024 kritisierte Klenk Klar für eine Kolumne im - so Klenk - „rechtsextremen Fake-News-Blog Exxpress“, da dieser eine „Meinungsdiktatur“ durch National-trainer Ralf Rangnik beklagte, der sich zuvor gegen rechte Hetze positioniert hatte. Klar sei ein Gegner des Islam, im Gaza-Krieg stünde er aufseiten Israels und bewege sich in einem konservativen Milieu.[10]

Was ist los in unseren Schulen? (2024)

Im September 2024 stellte Klar sein Buch Was ist los in unseren Schulen? vor.[10]

Die ehemalige Schuldirektorin Heidi Schrodt merkte an, dass Klar anhand einzelner Fälle die Veränderung des Alltags an seiner Schule anschaulich schildere. Dabei überwiegen die negativen Beispiele, das sei aber die Intention des Buches.[11]

Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder? (2025)

Der Journalist Gerald John (Der Standard) beschreibt Klars Gedankenwelt als eine Mischung aus konservativen und liberalen Ansätzen. Pauschale Anschuldigungen seien ihm fremd.[12]

Laut der Journalistin Julia Neuhauser (Die Presse) spitze Klar in seinen Erzählungen gerne zu. An anderen Stellen zeige er sich aber dann doch differenziert. Neben den „holzschnittartig“ geschilderten Geschichten liefere das Buch auch Lösungsansätze. Offensichtlich gefalle Klar sich aber als Provokateur. Es gebe kaum ein Thema, das er nicht auslasse. Zum Thema Geschlechtsidentität schreibt Klar etwa von Schülern, die „teilweise im Wochenrhythmus“ ihren Namen wechseln würden.[13]

Der Journalist Christoph Schwarz (Kurier) merkt an, dass es Klar mit seinem Buch nicht nur die Zukunft der Kinder, sondern auch die des „christlichen (!) Abendlandes“ retten wolle. Ein zentrales Problem des Schulsystems sei nicht per se die Migration, sondern „die Haltung der Menschen gegenüber der europäischen, im Speziellen der österreichischen Gesellschaft“. Laut Schwarz begebe sich Klar auf dünnes Eis mit seiner Behauptung der hohe Anteil behinderter Kinder aus dem Ausland habe seinen Grund in der „Verwandtenehe“ in anderen Kulturen, die nur wegen des Sozialsystems in Österreich leben würden. An anderen Stellen im Buch blitze aber auch Klars Expertise durch, etwa dort, wo er sich im Schulrecht vertieft und konkrete Reformvorschläge auflistet.[14]

Nach Ansicht des Journalisten Florian Klenk (Der Falter) überzeuge der konservative Pädagoge Christian Klar im ersten Teil des Buches. Zwar sei seine Diagnose anekdotisch, Fußnoten und Studien nicht vorhanden. Seine Vorschläge seien aber progressiv und diskussionswürdig. Im weiteren Verlauf des Buches wandle sich Klar aber dann zum „Abendland-Moralist“ und „Kulturkämpfer“. Sein Kapitel über den „politischen Islam“ erinnere Klenk an eine Parteitagsrede. Obwohl Klar selbst an der konservativen jüdischen Lauder-Chabad-Schule unterrichtet habe, erkenne er nur im Islam das große gesellschaftliche Problem. Er werfe mit Koransuren um sich, um die Militanz des Islam zu belegen und verwechsle jugendkulturelle Provokation mit religiösem Fanatismus, schlechtes Benehmen oder Überforderung mit Ideologie.[15]

Schriften

Einzelnachweise

  1.  Christian Klar: Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder? Vorschläge aus der Schulpraxis. 1. Auflage Auflage. Seifert Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-903583-11-5, S. 9.
  2. Ein Schuldirektor klagt an. Und nun? 3. September 2024, abgerufen am 7. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  3. Keine Panik: Eine Einladung zum Fastenbrechen ist kein Konvertierungsversuch. 26. März 2024, abgerufen am 7. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  4. 4,0 4,1 Interview mit russischem TV-Sender: Schuldirektor Klar legt Funktionen bei ÖVP zurück. Abgerufen am 10. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  5. Propaganda: Was das russische Staats-TV in einer Wiener Schule zu suchen hat. 5. Februar 2026, abgerufen am 7. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  6. Unerlaubt: ÖVP-Direktor lud Kreml-Medien in Schule. 5. Februar 2026, abgerufen am 7. Februar 2026 (deutsch).
  7. 7,0 7,1 Kreml-Propaganda: Wladimir Putins Staats-TV auf Schulbesuch in Wien. 10. Februar 2026, abgerufen am 11. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  8. 8,0 8,1 Polit-Aus wegen Russen-TV: Was Christian Klar (ÖVP) dazu sagt. 10. Februar 2026, abgerufen am 11. Februar 2026 (deutsch).
  9. Klar tritt als Vize der ÖVP Floridsdorf zurück. 10. Februar 2026, abgerufen am 10. Februar 2026 (deutsch).
  10. 10,0 10,1 Ein Schuldirektor klagt an. Und nun? 3. September 2024, abgerufen am 10. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  11. Heidi Schrodt: Wenn Schüler mit einer Pistole in die Schule kommen. Falter, 16.10.2024, S. 18.
  12. Ein Rettungsplan gegen Islamismus und andere Schulsorgen. Abgerufen am 10. Februar 2026 (österreichisches deutsch).
  13. Schuldirektor zur Migration: „Das Ganze scheint aus den Fugen zu... 2. November 2025, abgerufen am 10. Februar 2026 (deutsch).
  14. Ein Lehrer kämpft gegen den Islam. 1. November 2025, abgerufen am 10. Februar 2026 (deutsch).
  15. Die Schule, der Islam, die Jugend und ein Direktor. 18. November 2025, abgerufen am 10. Februar 2026 (österreichisches deutsch).