ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Karl Baron von Rosenberg
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Karl Baron von Rosenberg (* 5. Dezember 1891 in Neusandek, Österreich-Ungarn; † 13. Dezember 1942 im Konzentrationslager Auschwitz) war ein österreichisch-deutscher Kaufmann und Landwirt. Er wurde während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund seiner jüdischen Abstammung verfolgt und im Zuge des Holocaust ermordet.
Leben
Karl Baron von Rosenberg wurde 1891 in Neusandek in Österreich-Ungarn geboren. Er entstammte einer zum Katholizismus konvertierten jüdischen Familie, die einen Adelstitel führte. Eine genealogische Verbindung zum böhmischen Hochadelsgeschlecht Rosenberg ist nicht belegbar und unwahrscheinlich.
Im Ersten Weltkrieg diente Rosenberg als Kavallerie-Offizier der österreichischen Armee.[1] Er erlitt eine schwere Verwundung, die zu einem gelähmten Bein und dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung führte.[1] Nach Kriegsende ließ er sich in Hamburg nieder, absolvierte eine Banklehre und gründete anschließend ein Importhandelsunternehmen für Wildhäute und Gerbstoffe.
Rosenberg war mit Gisela von Rosenberg verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Im Jahr 1930 erwarb die Familie im schleswig-holsteinischen Hemdingen (Kreis Pinneberg) das landwirtschaftliche Anwesen „Eichenhof“, auf dem die Familie fortan lebte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten blieb Rosenberg zunächst unbehelligt. Aufgrund seiner jüdischen Vorfahren galt er jedoch nach den Nürnberger Gesetzen als Jude. Seine österreichische Staatsbürgerschaft sowie das zeitweilige Verbergen seiner Abstammung boten zunächst Schutz. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 änderte sich diese Situation grundlegend.
Um einer Überprüfung seiner Abstammung zu entgehen, gab Rosenberg 1938 sein Unternehmen in Hamburg auf und zog sich vollständig nach Hemdingen zurück. Ab 1940 betrieb die Familie auf dem Eichenhof eine Pension, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Verfolgung
Nachdem die nationalsozialistischen Behörden von der tatsächlichen Abstammung Karl Baron von Rosenbergs Kenntnis erlangt hatten, wurde er am 26. Januar 1942 auf Anordnung der Gestapo verhaftet. Die Festnahme erfolgte durch die örtliche Polizei. Rosenberg wurde zunächst in das Polizeigefängnis Kiel eingeliefert und dort der Gestapo überstellt.
Am 20. Mai 1942 wurde er in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Dieses diente lediglich als Durchgangsstation. Von dort aus erfolgte seine Weiterdeportation in das Konzentrationslager Auschwitz.
Während seiner Haft setzten die nationalsozialistischen Behörden seine Ehefrau unter Druck, sich von ihm scheiden zu lassen, um Nachteile für die gemeinsamen Kinder zu vermeiden.[1] Die Ehe wurde am 11. November 1942 geschieden. Kurz darauf musste die Familie das Anwesen in Hemdingen verkaufen.
Am 13. Dezember 1942 wurde Karl Baron von Rosenberg im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Einordnung
Karl Baron von Rosenberg steht exemplarisch für das Schicksal assimilierter jüdischer Familien im Nationalsozialismus. Trotz militärischer Verdienste im Ersten Weltkrieg, gesellschaftlicher Integration, christlicher Konfession und zeitweiser Schutzfaktoren wurde er Opfer der rassistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des NS-Staates.
Sein Lebensweg verdeutlicht, dass soziale Stellung, Bildung oder frühere Loyalität gegenüber Staat und Gesellschaft keinen Schutz vor Entrechtung, Deportation und Ermordung boten.
Literatur
- Albert van de Poel: Ich sah hinter den Vorhang. Ein Holländer erlebt Neuengamme. Hamburg 1948, S. 114-117
- Gerhard Paul: Staatlicher Terror und gesellschaftliche Verrohung. Die Gestapo in Schleswig-Holstein. Hamburg 1996.
- Ludolf Herbst: Das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Darmstadt 1997.
- Herbert Diercks: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung im Kreis Pinneberg 1933–1945. Hamburg 1983.
- Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zur Verfolgung im Kreis Pinneberg.
Weblinks
- Karl Baron von Rosenberg – 1942 in Auschwitz ermordet bei Spurensuche Kreis Pinneberg
- Erinnerungen an Karl Baron von Rosenberg während seiner Zeit im KZ Neuengamme Albert van de Poel bei Spurensuche Kreis Pinneberg
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Albert van de Poel: Ich sah hinter den Vorhang. Ein Holländer erlebt Neuengamme. Robert Mölich Verlag, Hamburg 1948, Seiten 114 f. https://digisam.ub.uni-giessen.de/ubg-ihd-fhl/download/pdf/2786482
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rosenberg, Karl Baron von |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichisch-deutscher Kaufmann und Landwirt |
| GEBURTSDATUM | 5. Dezember 1891 |
| GEBURTSORT | Neusandek, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 13. Dezember 1942 |
| STERBEORT | Konzentrationslager Auschwitz |