ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Manuel Pirolt
Dieser Artikel wurde auf Grund eines Löschantrages in der Wikipedia hierher transferiert. Beim Löschen dieses Artikels in der Wikipedia wird dieser Artikel hier im Regiowiki erhalten, bei bleiben in der Wikipedia wird in der Regel dieser Artikel hier im Regiowiki wieder gelöscht. |
Manuel Pirolt (* 10. Oktober 1983) ist ein österreichischer Immobilienmanager der Signa-Gruppe, die von René Benko aufgebaut wurde und die sich seit 2023 in Insolvenz befindet. Er galt zehn Jahre lang als die rechte Hand des Firmengründers.
Laufbahn
Manuel Pirolt absolvierte sein Studium an der Universität Innsbruck. Er arbeitete bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Sonderprüfung und Transaktionsberatung und kam 2011 als Controller zur Signa. Er machte rasch Karriere und zog in den Vorstand zweier bedeutender Immobilienfirmen der Gruppe ein – in die Signa Prime Selection AG und in die SIGNA Development Selection AG (ab 2014). Er soll allein in Österreich mehr als 260 aktive Funktionen bei Signa-Unternehmen innegehabt haben. Neben seinen Aufgaben in der Konzernzentrale, wo er zu den engsten Vertrauten des Gründers zählte, bekleidete Pirolt zahlreiche Funktionen in Berliner Immobilienfirmen des Konzerns, beispielsweise betreffend die Objekte Berliner Schokoladenhaus (in der Charlottenstraße 61), Karstadt am Hermannplatz, Ostbahnhof und Rosenstraße 18-19. Er zählte auch zum Leitungsgremium der Real Estate USA Management GmbH, die den Hälfteanteil Benkos am Chrysler Building in Manhattan verwaltete. Laut Nachrichtenmagazin Profil wurde Pirolt 2015 auch Vorstand in der von Benko gegründeten Laura Privatstiftung. Zuletzt galt er bei Signa als Nummer zwei hinter René Benko.[1]
Bekanntheit erlangte er (a) durch seinen Ausstieg aus der Signa-Gruppe, (b) die Haftungsklage des Insolvenzverwalters über 3,9 Millionen Euro und (c) den Konkursantrag gegen seine Person vom März 2025. Sein Vorstandsmandat in der SIGNA Development Selection AG legte er auf eigenen Wunsch per 31. Mai 2024 zurück. Nach seinem Ausstieg aus der Gruppe ließ er sich von Profil und der NZZ interviewen. Über seinen früheren Chef: "Wir hatten ein gutes, freundschaftliches Verhältnis, aber wir waren keine Freunde." Norbert Abel, der Insolvenzverwalter der Signa Prime, richtete im Dezember 2024 Haftungsschreiben an vier ehemalige Vorstände und zwölf Ex-Aufsichtsräte der Signa Prime Selection AG, darunter auch Manuel Pirolt und seine früheren Kollegen Timo Herzberg, Tobias Sauerbier und Claus Stadler. Norbert Abel wirft den Funktionsträgern „schwere Verfehlungen, Pflichtverletzungen und Insolvenzverschleppung“ vor und macht sie für einen Schaden in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro verantwortlich. Er forderte sie auf, bis 20. Jänner 2025 ihre Haftung „dem Grunde nach anzuerkennen“.[2] Der Konkursverwalter ging davon aus, dass die Signa Prime „spätestens seit 31. 3. 2022“ materiell insolvent war, was Vorstand und Aufsichtsräten hätte bekannt sein müssen. Der Insolvenzeröffnung erfolgte aber erst am 29. Dezember 2023, knapp 21 Monate zu spät, so Abel.[2] Von Herzberg forderte der Konkursverwalter 6,65 Millionen Euro ein, von Pirolt 3,9 Millionen.[3] Die Staatsanwaltschaft führt ihn in fünf Fällen als Beschuldigten, wegen Betrugs rund um eine Kreditverlängerung bei der Schelhammer Capital Bank, nach einer Selbstanzeige der Signa wegen verspäteter Angabe der Kapitalertragsteuer sowie wegen nicht korrekter Verwendung von Investorengeldern.[4] Es gilt die Unschuldsvermutung.
Am 5. März 2025 wurde bekannt, dass über Antrag eines Gläubigers ein Konkursverfahren gegen Manuel Pirolt eröffnet wurde. Zur Insolvenzverwalterin wurde die Wiener Rechtsanwältin Michaela Jahn bestellt.[1] Laut KSV 1870 handelt es sich nicht um ein Privatinsolvenzverfahren, weil es aufgrund der unternehmerischen Tätigkeit des Schuldners als Unternehmensberater eröffnet wurde.[5] Zum Hintergrund: Pirolt ist unbeschränkt haftender Gesellschafter zweier insolventer Unternehmen, der Emmas Boutique OG und der Karussell Die Kinderboutique OG, beide mit Sitz in Siegendorf (Burgenland).[6] Er ist somit nach René Benko der zweite Signa-Manager mit einem Insolvenzverfahren.
Weblinks
- Übersicht der Funktionen, auf North Data
- «An der Signa-Insolvenz ist vieles ungewöhnlich», NZZ
- Signas Finanzchef Pirolt: „Benko und ich waren keine Freunde“, profil
Einzelnachweise
- ↑ Hochspringen nach: 1,0 1,1 Insolvenzverfahren gegen Ex-Signa-Vorstand und Geschäftsführer. In: meinbezirk.at. 6. März 2025, abgerufen am 17. März 2025 (deutsch).
- ↑ Hochspringen nach: 2,0 2,1 Signa: Vorstände und Aufsichtsräte haften für mindestens eine Milliarde Euro. In: Die Presse. 9. Jänner 2025, abgerufen am 17. März 2025 (deutsch).
- ↑ Signa-Konkurs hat weitreichende Auswirkungen: Diese Großindustriellen könnten durch René Benko finanziell leiden. In: merkur.de. 21. Dezember 2024, abgerufen am 17. März 2025 (deutsch).
- ↑ Signa - Ex-Finanzchef sieht insolvente Gruppe nun stabilisiert. In: Immo Fokus. 20. Juni 2024, abgerufen am 19. März 2025 (deutsch).
- ↑ Ex-Signa-Vorstand Pirolt insolvent. In: orf.at. 5. März 2025, abgerufen am 17. März 2025 (deutsch).
- ↑ Ehemaliger Signa-Vorstand Manuel Pirolt in Unternehmensinsolvenz verwickelt. In: it-boltwise.de. 6. März 2025, abgerufen am 17. März 2025 (deutsch).
Personendaten | |
---|---|
NAME | Pirolt, Manuel |
KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Immobilien-Manager |
GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1983 |