ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Stitches Against Violence
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Stitches Against Violence ist eine in Wien organisierte Protestreihe, die dem Craftivism zugeordnet wird und sich durch gemeinschaftliches Stricken und Häkeln in öffentlichen Räumen ausdrückt. Initiiert wurde sie von Stitch Sip Knit, eine Pattern Designerin, die den gleichnamigen in Wien ansässigen Strick- und Häkelclub gegründet hat, dem Verein FOOTPRINT - Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt und dem Projekt StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt. Ziel des Protests ist es, auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam zu machen, insbesondere auf psychische Gewaltformen, die im öffentlichen Diskurs häufig weniger Beachtung finden.
Hintergrund
Geschlechtsspezifische Gewalt umfasst sowohl körperliche als auch psychische Gewalt. Während physische Gewalt stärker sichtbar ist, bleiben psychische Formen häufig unbeachtet, obwohl sie langfristige Auswirkungen auf Betroffene haben können.[1] Stitches Against Violence entstand mit dem Anspruch, diese Gewaltformen gleichermaßen sichtbar zu machen und einen niedrigschwelligen Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. Die Protestaktion nutzt textile Handarbeit als politisches und gesellschaftliches Ausdrucksmittel.
Entstehung
Der Protest wurde 2025 in Wien von Stitch Sip Knit, FOOTPRINT und StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt initiiert. Das erste Event im Namen der Reihe fand am 23. Mai 2025 statt. Mit dem Auftakt wurden gestrickte und gehäkelte Quadrate gesammelt und im Zuge des Events verarbeitet, um die erste Statement-Decke gegen Gewalt namens „Nein“ zu bilden. Diese fungierte als gemeinschaftliches Symbol der Solidarität mit Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt. Darauffolgend fanden zwei weitere Treffen am 27. Juni 2025 und am 7. August 2025 statt. Diese dienten der Herstellung und Zusammensetzung der Decke. Am 11. Juli 2025 wurde die „Nein“-Decke erstmals in der Stadtbücherei Mariahilf in Wien ausgestellt. Der erste öffentliche Protest fand am 9. Dezember 2025 im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt. Die Aktion wurde als stiller Protest in einer Straßenbahn durchgeführt, bei dem rund 40 Teilnehmende während der Fahrt in Stille strickten oder häkelten.
Konzept
Kern des Protests ist das kollektive Handarbeiten im öffentlichen Raum. Durch den bewussten Verzicht auf Sprache richtet sich der Fokus auf nonverbale Formen des Protests und auf Gewalt, die häufig unsichtbar bleibt. Die Teilnahme ist offen und unabhängig von handwerklichen Vorkenntnissen.
Die Statement-Decken stellen ein fassbares Zeichen gegen Gewalt dar, deren Verwendung vielfältig sein kann: sie kann als Decke genutzt werden, Spenden sammeln, indem man sie an öffentlichen Orten aushängt oder versteigert werden, um auch damit Geld für die Arbeit gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu generieren.
Internationale Ausweitung
Am 28. Jänner 2026 fand ein weiterer Protest statt, der erstmals international umgesetzt wurde. Zeitgleich wurden Aktionen in rund 29 Städten durchgeführt, darunter in den Niederlanden, Italien, Indien und den USA. Die grundlegenden Elemente des Protests blieben dabei erhalten, wurden jedoch an lokale Kontexte angepasst. Zusätzlich trugen die Teilnehmenden rote Kleidung oder Accessoires als sichtbares Merkmal der Aktion.
Kooperationen
In Wien wurde Stitches Against Violence in Kooperation zwischen Stitch Sip Knit, dem Verein FOOTPRINT sowie dem Projekt STOP - Stadtteile ohne Partnergewalt umgesetzt. Die Zusammenarbeit diente der thematischen Einbettung des Protests und der Vernetzung mit bestehenden Präventions- und Awareness-Strukturen im Bereich geschlechtsspezifischer Gewalt.
Einzelnachweise
- ↑ Büttner, Melanie. Handbuch Häusliche Gewalt.Schattauer: 2020. S.: 24-25.