Andreas Hasler

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Andreas Hasler (* 9. Jänner 1985; † 12. Februar 2011 in Wiener Neustadt) war ein österreichischer Polizeibeamter der Polizeiinspektion Bad Vöslau. Er kam infolge eines Schusswechsels im Dienst ums Leben.

Leben

Andreas Hasler stammte aus St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld (Niederösterreich). Er entschied sich für eine Laufbahn bei der Bundespolizei und war zum Zeitpunkt des Vorfalls als Inspektor in der Polizeiinspektion (PI) Bad Vöslau stationiert. Er war auch Mitglied im Sportverein und der Freiwilligen Feuerwehr St. Veit an der Gölsen.

Der Einsatz am 11. Februar 2011

Am Nachmittag des 11. Februar 2011 fahndete Hasler gemeinsam mit seinem 44-jährigen Kollegen, Revierinspektor Manfred Wasserer, im Waldgebiet am Lindenberg (Gemeindegebiet Enzesfeld-Lindabrunn) nach einem bewaffneten Verdächtigen. Der Gesuchte, ein 51-jähriger Mann aus dem Bezirk Baden, hatte zuvor seine Lebensgefährtin mit dem Umbringen bedroht und war in den Wald geflüchtet.[1]

Gegen 16:00 Uhr stießen die beiden Beamten im dichten Unterholz auf den Flüchtigen, der sich hinter einem Baumstumpf verborgen hatte. Laut späteren Schilderungen des überlebenden Kollegen eröffnete der Mann aus einer Distanz von nur etwa fünf Metern ohne Vorwarnung das Feuer. Hasler wurde dabei sofort von einem Kopfschuss getroffen und sackte zusammen. Manfred Wasserer erlitt ebenfalls schwere Treffer an der Schulter und am Bein. Trotz seiner Verletzungen und des massiven Schocks gelang es Wasserer, das Feuer zu erwidern und den Täter so lange in Schach zu halten, bis dieser am Tatort Suizid beging. Wasserer beschrieb diesen Moment in späteren Interviews als einen Zustand, in dem er wie aus dem Leben geschossen war und nur noch instinktiv funktionierte.[1][2]

Hasler wurde nach der Erstversorgung vor Ort mit dem Rettungshubschrauber „Christophorus 3“ in das Landesklinikum Wiener Neustadt geflogen. Nach einer mehrstündigen Notoperation kämpften die Ärzte die gesamte Nacht über um sein Leben. Andreas Hasler erlag jedoch am Vormittag des 12. Februar 2011 seinen schweren Verletzungen.

Das Begräbnis von Andreas Hasler fand unter enormer öffentlicher Anteilnahme statt. Am 19. Februar 2011 wurde er in seinem Heimatort St. Veit an der Gölsen bestattet. Über 1.000 Polizeibeamte aus ganz Österreich bildeten ein kilometerlanges Spalier. Am Begräbnis nahmen auch der damalige Landeshauptmann Erwin Pröll und der damalige Landespolizei-Chef Arthur Reis teil.[3][4]

Nachwirkung und Gedenken

Der Tod von Andreas Hasler markiert den „schwärzesten Tag“ in der Geschichte der Polizeiinspektion Bad Vöslau.

Gedenkstätten

  • Am Tatort am Lindenberg erinnert ein von Kollegen errichtetes Gedenkkreuz an den Vorfall.
  • Vor der Polizeiinspektion Bad Vöslau wurde eine Gedenktafel durch die Kollegen Haslers angebracht, die am ersten Jahrestag des Unglücks enthüllt wurde.[5][6]

Regelmäßiges Gedenken

  • Jedes Jahr im Februar halten die Landespolizeidirektion Niederösterreich und die Beamten der Inspektionen Bad Vöslau und Hirtenberg am Ort des Geschehens eine Mahnwache ab.
  • Zum zehnten Todestag wurde eine feierliche Gedenkmesse in der Stadtpfarrkirche Bad Vöslau abgehalten. Diese wurde unter anderem vom Polizeiseelsorger und dem Landespolizeikommandanten begleitet.[7][8]
  • Zum fünfzehnten Todestag kamen zur Gedenkmesse Angehörige, Kollegen und Kollegen, sowie der Landespolizeidirektor Franz Popp und der Polizeiinspektionskommandant von Bad Vöslau Hubert Gruber.[9]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Clemens Kuzminski: War schwärzester Tag in der Geschichte der PI Bad Vöslau. In: https://www.noen.at/. 16. Februar 2026, abgerufen am 17. März 2026.
  2. Christine Imlinger: Ich war wie aus dem Leben geschossen. In: https://www.diepresse.com. 9. Juli 2016, abgerufen am 17. März 2026.
  3. Letztes Geleit für Polizist Andreas Hasler. In: https://www.oe24.at/. 18. Februar 2011, abgerufen am 17. März 2026.
  4. Christoph Matzl, Gregor Brandl: Getöteter Polizist wird im Gölsental beigesetzt. In: https://www.krone.at/. 17. Februar 2011, abgerufen am 17. März 2026.
  5.  Verein zur Förderung des Klub der Exekutive (Hrsg.): Gedenktafel für Andreas Hasler. In: Polizei Aktuell. Wien März 212, S. 40.
  6.  Landespolizeidirektion für Niederösterreich (Hrsg.): Insp Andreas Hasler – niemals vergessen. In: Polizei Niederösterreich. Januar 2016.
  7.  Hubert Gruber: Zehnter Jahrestag – Gedenken an Insp Andreas Hasler. In: Polizei Niederösterreich. Januar 2021, S. 8.
  8. Gabriela Stockmann: Er wäre jetzt 36 Jahre alt. In: https://www.meinbezirk.at/. 24. Februar 2021, abgerufen am 17. März 2026.
  9. Judith Jandrinitsch: Vater von ermordetem Polizisten bedankt sich für Gedenkmesse. In: https://www.noen.at/. 23. Februar 2026, abgerufen am 17. März 2026.