Augustin Joch
DDr. Augustin Joch (* 4. Juli 1884 in Wien; † 26. Mai 1960 ebenda) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester, Theologe und langjähriger Pfarrer von Obersdorf. Er trat besonders durch seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Siedlungsgeschichte Palästinas hervor.
Leben
Augustin Joch wurde im Jahr 1884 in Wien geboren. Seine schulische Laufbahn führte ihn in das Erzbischöfliche Knabenseminar Hollabrunn, wo er 1904 die Matura am dortigen Gymnasium ablegte.[1] Im Anschluss absolvierte er das Studium der Theologie und empfing am 25. Juli 1908 in Wien die Priesterweihe.[2][3] Seine Primiz feierte er am 26. Juli in der Klosterkirche der Salesianerinnen in Wien.[4] Seine erste seelsorgerische Station führte in als Kooperator nach Niederrußbach.[2][5] In den Schematismen von 1910 wird er bereits als Kooperator von Pressbaum genannt.[6] Ab September 1911 war er als Kooperator nach Wien St. Elisabeth tätig.[7] Mit 16. September 1924 war er Spirtualprovisor dieser Pfarre ernannt.[8]
Neben seinem pastoralen Wirken verfolgte Joch akademische Studien an der Universität Wien. Im März 1928 promovierte er mit einer 150-seitigen Dissertation zum Thema „Die Bevölkerung Palästinas vor und bei der Einwanderung Israels“.[9] Diese Arbeit befasste sich mit den ethnologischen und demografischen Verhältnissen des antiken Palästinas aus biblisch-historischer Sicht.
Die seelsorgerische Tätigkeit von Augustin Joch war eng mit der niederösterreichischen Ortschaft Obersdorf (Gemeinde Wolkersdorf im Weinviertel) verbunden. Am 29. März 1928 wurde er zum Provisor der Pfarre Obersdorf ernannt.[10] Die offizielle Ernennung zum Pfarrer erfolgte am 1. Mai 1930. Joch leitete die Pfarre über zwei Jahrzehnte hinweg, einschließlich der schwierigen Jahre des Zweiten Weltkriegs und der frühen Wiederaufbauzeit. Am 31. Mai 1950 resignierte er aus Altersgründen auf die Pfarre und trat in den Ruhestand. Er verbrachte seine Pension anfangs in Obersdorf und ab 1954 im Priester im Institut, Ungargase 398 (heute hotel magdas).
Augustin Joch verstarb am 26. Mai 1960 im im Rudolfspital.[11] Gemäß seinem langjährigen Wirken im Weinviertel wurde er am 26. Mai 1960 auf dem Ortsfriedhof in Obersdorf beigesetzt.
Ehrungen
- Augustin Joch wurde zum Ehrenbürger von Obersdorf ernannt.[12]
Einzelnachweise
- ↑ Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 157.
- ↑ 2,0 2,1 Personal-Stand der Säkular- und Regular-Gesitlichkeit der Wiener Erzdiöcese 1909. Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariatskanzlei, Wien 1909, S. 211, 559.
- ↑ Priesterweihe in der Wiener Erzdiözese. In: Die Neue Zeitung, 22. Juni 1908, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ Die Primizen der Wiener Neugeweihten. In: Das Vaterland, 15. Juli 1908, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 19/1908, S. 12 (online bei ANNO).
- ↑ Personal-Stand der Säkular und Regular-Geistlichkeit der Wiener Erzdiöcese. Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1910, S. 162.
- ↑ Aus der Wiener Erzdiözese. In: Wiener Zeitung, 6. September 1911, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 9/1924, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Personalnachrichten. In: Reichspost, 6. März 1926, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 3/1928, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Welt- und Ordensgeistlichkeit der Erzdiözese Wien. Erzbischöfliches Ordinariat, Wien 1. März 1961, S. 207.
- ↑ Sterbebild DDr. August Joch (1884-1960). (https://obersdorf.topothek.at/?doc=39203).