Bannwaldkapelle

Die römisch-katholische Bannwaldkapelle steht in der Parzelle Bannwald („Bawald“) in der Gemeinde Silbertal im Montafon in Vorarlberg. Sie gehört zum Dekanat Montafon in der Diözese Feldkirch. Sie wurde in der heutigen Form 1922 neu errichtet.
Die Kapelle ist der Gottesmutter und den hll. Wendelin und Martinus geweiht.
Lage
Im Franziszeischen Kataster, einem Liegenschaftskataster, der von 1810 bis 1870 erstellt wurde, ist eine Straße eingezeichnet, die hinter der später erst errichteten Kapelle verlief. Noch in den 1950er- Jahren war die Kapelle weitgehend freistehend in einem gerodeten Gebiet. 1970er-Jahre begann die Bestockung und zu Beginn der 2000er-Jahre war die Kapelle schon weitgehend von Wald umgeben, der dann in den Folgejahren wieder etwas gelichtet wurde.
Die Bannwaldkapelle (etwa 1008 m ü. A.) steht wenige Meter neben der alten Fellimännlestraße von Silbertal zu den östlich gelegenen Alpen und dem Fellimännlehus. In das nordwestlich gelegene Dorfzentrum von Silbertal sind es rund zwei Kilometer Luftlinie. Die Litz befindet sich im Norden und Osten rund 100 Meter Luftlinie entfernt. Zum Fellimännlehus sind es im Südosten rund 1800 Meter Luftlnie.
Name
Der Name der Bannwaldkapelle geht auf den oberhalb befindlichen geschützten Wald (Bannwald) zurück. In der Nähe befindet sich der Güterweg „Bannwaldbild“.
Besonderheiten
Die Kapelle wurde gemäß der Inschrift im Dachgiebel 1922 errichtet und Heiligenbilder renoviert. Im Franziszeischen Kataster ist an dieser Stelle kein Gebäude eingezeichnet.
1982 wurde in der Näher der Kapelle der Kurzflügler (Staphylinidae) „Aleochara helvetica LlKOVSKY“ aus der Familie der Käfer gefunden.[1]
Im Juli 2025 wurde die Kapelle bei einem Autounfall etwa 60 Zentimeter verschoben.[2][3]
Gebäude
Die Kapelle, eigentlich ein Kapellenbildstock, ist ein nach allen Seiten freistehender Holzbau (ohne Glockendachreiter) etwa 4 Meter hoch, 3 Meter breit und 4 Meter lang) mit einem steilen Satteldach, das mit Holzschindeln eingedeckt ist. Die Kapelle ist von Südsüdost nach Nordnordwest (Eingang) ausgerichtet. Der Boden der Kapelle ist mit einfachen Holzbohlen ausgelegt.
Geologie
Kapelle steht auf Metasediment, bestehend aus Paragneis, Glimmerschiefer etc. Am Abend des 15. November 2024 wurde ein großer Felssturz im Bereich Bannwaldkapelle/Hochtobel ausgelöst und führte zu einer weitreichenden Unterbrechung des elektrischen Energienetzes im gesamten Silbertal, Bartholomäberg und in Teilen von Schruns. Durch den Felssturz wurde auch die Zufahrt ins hintere Silbertal verunmöglicht, die bis ins Frühjahr 2025 gesperrt war. Es sind etwa 3.000 m³ abgegangen.[4]
Literatur
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Vorarlberg 1983. Klösterle, Lawinenkapelle in Stuben am Arlberg, S. 272.
Einzelnachweise
- ↑ A. Kapp; CM. Brandstetter: Interessante Käferfunde aus Vorarlberg (IV.) (Coleoptera), Webseite: zobodat.at, abgerufen am 17. Jänner 2026.
- ↑ Silbertaler Seniorinnen und Senioren auf Fellimännletour, Webseite: vol.at vom 27. Juni 2024.
- ↑ Julia Böcken: Schräglage: Bannwaldkapelle nach nächtlichem Umfall um 60 Zentimeter verschoben, Webseite: vol.at vom 22. Juli 2025.
- ↑ Chronik 2024 Silbertal, Webseite: vorarlberger-walservereinigung.at, abgerufen am 17. Jänner 2026.
Weblinks
Bannwaldkapelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
47.0880910.004786Koordinaten: 47° 5′ 17″ N, 10° 0′ 17″ O