Bernadette Mayrhofer

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Bernadette Mayrhofer (geboren 1974 in Oberösterreich) ist eine österreichische Historikerin und Legasthenietherapeutin. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Leben und Werk

Mayrhofer studierte Geschichte und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien, der Universität Birmingham und an der Universidad Metropolitana von Santiago de Chile. Als sie sich im Rahmen ihres Studiums zu Beginn der 2000er Jahre − ebenso wie ihr Kollege Fritz Trümpi − mit der NS-Geschichte der Wiener Philharmoniker zu beschäftigen begann, war eine Unterstützung seitens des Orchesters undenkbar. Nur der Hartnäckigkeit der Historikerin und der Unterstützung des damaligen Staatsoperndirektors Ioan Holender und des Universitätslehrers Oliver Rathkolb war es zu verdanken, dass die Diplomarbeit im Jahre 2005 eingereicht werden konnte. Mayrhofer musste damals noch ohne Materialien aus dem historischen Archiv der Wiener Philharmoniker das Auslangen finden. Heute ist das Archiv für Historiker geöffnet. „Die Zusammenarbeit verlief zunächst nicht reibungslos“, berichtete Bernadette Mayrhofer im November 2014 in der Zeitschrift Wina. „Erst durch die große mediale Aufmerksamkeit traten im Jänner 2013 die Wiener Philharmoniker mit der Bitte an uns [= Mayrhofer und Trümpi] heran, für ihre Website Beiträge zur Geschichte des Orchesters im Nationalsozialismus zu erarbeiten.“[1]

Ihr 2014 – gemeinsam mit Fritz Trümpi erarbeitetes – Buch über Verfolgung, Ermordung und Exil von jüdischen Vereinsmitgliedern der Wiener Philharmoniker während des NS-Regimes erzielte überregionale Aufmerksamkeit.[2][3] In siebzehn biographischen Porträts stellen die Autoren die gewaltvolle Vertreibung aller Juden aus dem Orchester und aus Wien sowie deren berufliche und private Entwicklung im Exil dar. «Nach 1945 kehrte kein einziger der vertriebenen Philharmoniker ins Orchester zurück.» Zahlreiche erstmals veröffentlichte Quellen warfen ein neues Licht auf die Geschichte des Traditionsorchesters.

Als Historikerin beschäftigte sie sich auch mit Migrationsgeschichte, österreichischer Kulturgeschichte sowie Exil- und Biographieforschung. Sie war als Projektkoordinatorin im Migrationsbereich tätig. 2020 schloss Mayrhofer eine zweijährige Ausbildung zur Diplomierten Legasthenietherapeutin beim Bundesverband für Legasthenie (ÖBVL) ab und arbeitet seither in diesem Beruf.

Publikationen

  • mit Andreas Láng, Oliver Láng und Alfred Oberzaucher (Hrsg.): Ausstellung im Gustav Mahler-Saal. 10. März bis 20. Juni 2008. Edition Wiener Staatsoper II, Wien 2008
  • mit Fritz Trümpi: Orchestrierte Vertreibung. Unerwünschte Wiener Philharmoniker. Verfolgung, Ermordung und Exil. Mandelbaum Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-85476-448-9.

Weblinks

Einzelnachweise