Edmund Decrinis
Edmund Decrinis (* 29. November 1923 in Ligist[1]; † 3. Dezember 1996 in Pitten) war ein römisch-katholischer Priester der Erzdiözese Wien. Er erlangte besondere Bedeutung durch den Neubau der Pfarrkirche und des Pfarrzentrums „Am Schüttel“ im 2. Wiener Gemeindebezirk.
Leben
Edmund Decrinis wurde am 29. November 1923 in Ligist in der Steiermark geboren. Er war vom 1942 bis 1945 beim Zweiten Weltkrieg als Soldat eingezogen und anschließend in Kriegsgefangenschaft.[2] Seine theologische Ausbildung absolvierte er in der Erzdiözese Wien, wo er am 29. Juni 1951 die Priesterweihe empfing.[3] Mit 1. September 1951 wurde er als Kaplan an die Herz-Jesu -Pfarre in Wien Margareten ernannt, und anschließend in die Stadtpfarre St. Stephan in Baden bei Wien.[2][4] Im September 1954 wurde er zum Studienpräfekt am Erzbischöflichen Seminar Hollabrunn ernannt.[5] In dieser Zeit unterrichte er auch als Religionslehrer in den Volks- und Hauptschulen.[6][7]
Der bedeutendste Abschnitt seiner Laufbahn begann im September 1960 mit der Bestellung zum Pfarrer der Pfarre „Am Schüttel“ im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Zu diesem Zeitpunkt stand die Gemeinde vor der Herausforderung, eine angemessene Infrastruktur für die wachsende Zahl der Gläubigen im der alten Holzkirche" Am Schüttel" zu schaffen. Decrinis leitete das ambitionierte Projekt des Neubaus der Erlöserkirche sowie des dazugehörigen Pfarrhauses, wodurch ein neues geistliches Zentrum im Viertel entstand. Insgesamt bekleidete er das Amt des Pfarrers "Am Schüttel" über einen Zeitraum von 26 Jahren.
Im Jahr 1986 zwang ihn eine schwere Erkrankung dazu, seine Leitungsfunktion in der Großstadtpfarre niederzulegen. Er wechselte daraufhin als Seelsorger in ein Genesungsheim in Pitten in Niederösterreich. Dort verbrachte er seinen Lebensabend im Dienst an kranken und älteren Menschen, bis er am 3. Dezember 1996 verstarb.[8]
Bilder
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Die alte Holzkirche.
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Sie wurde 1962 abgerissen.
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Innenansicht
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Die von 1960 bis 1962 neu erbaute Kirche.
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Gedenktafel in der Pfarrkirche "Am Schüttel"
Literatur
- Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 156.
Einzelnachweise
- ↑ Taufbuch der Ligist auf matricula online
- ↑ 2,0 2,1 Pfarre St. Stephan Baden. In: Badener Zeitung, 5. September 1953, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Welt -und Ordensgeistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stand vom Juli 1952. Erzbischöfliches Ordinariat, Wien 1. Juli 1952, S. 103, 548.
- ↑ Personalstand der Welt -und Ordensgeistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stand vom 3. April 1954. Erzbischöfliche Ordinarialskanzlei, Wien 3. April 1954, S. 277, 626.
- ↑ Personalnachrichten. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 9/1954, S. 105 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Welt -und Ordensgeistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stand vom 7. Juni 1956. Erzbischöfliche Ordinariatskanzlei, Wien 7. Juni 1956, S. 91, 478.
- ↑ Personalstand der Welt -und Ordensgeistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stand vom 15. April 1958. Erzbischöfliches Ordinariat, Wien 15. April 1958, S. 129, 520, 521, 791.
- ↑ Pfarrblatt der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Am Schüttel. 25. Todestag. Nr. 1, 2021/2022 (https://www.erzdioezese-wien.at/dl/ppplJKJKoKKNlJqx4LJK/2022_01_pdf).