Emil Haas

Emil Haas (* 18. Oktober 1842 in Waidhofen an der Ybbs, Erzherzogtum Österreich ob der Enns, Kaisertum Österreich; † 30. Mai 1903 in Steyr, ebenda, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Druckereibesitzer, Redakteur, Lithograf, und langjähriger Herausgeber des Lokalblattes „Der Alpenbote“. Er entstammte einer bedeutenden Druckerfamilie und prägte das Pressewesen in Steyr im späten 19. Jahrhundert maßgeblich.
Leben
Emil Haas kam im Herbst 1842 als Sohn des Mediziners August Haas und dessen Gattin zur Biedermeierzeit in Waidhofen an der Ybbs zur Welt und wurde nach römisch-katholischem Ritus in der dortigen Pfarrkirche getauft[1]. Nach dem Besuch der Unterreal- und anschließend der Oberrealschule in Linz studierte er mehrere Semester an der Technischen Hochschule Wien. Um das Druckerhandwerk zu erlernen, zog Emil Haas 1862 zu seinem Großvater Michael Haas, dem Gründer der Steyrer Druckerei und Verleger des Lokalblattes „Der Alpenbote“. Dort wurde er unterwiesen in Schriftsetzerei und lokaler Berichterstattung für die hauseigene Zeitschrift. Später bildete er sich in Hannover weiter und arbeitete auch in Leipzig als Buchdrucker-Maschinenmeister. Seine technische Ausbildung machte ihn zu einem der modernsten Druckereifachleute seiner Zeit.
Anno 1871 übernahm Haas der Funktion des verantwortlichen Redakteurs des „Alpenboten“, der unter seiner Leitung zweimal wöchentlich erschien. Der "Alpenbote" war ein altliberales, deutsch fortschrittliches Blatt und hatte großen Einfluss auf die öffentliche Meinung in Steyr. Nach dem Tod seiner Großtanten Anna und Theres Haas, die die Druckerei von 1867 bis 1887 unter der Firmenbezeichnung "Michael Haas'sche Erben" führten, übernahm Emil Haas 1887 die Druckerei und gab ihr den neuen Namen: "Emil Haas & Cie". Die Druckerei gab den "Alpenboten" heraus, druckte Gebets- und Erbauungsbücher, Festschriften sowie offizielle Druckwerke für Vereine und Institutionen[2].
Emil Haas war nicht nur Druckereibesitzer, sondern auch eine kulturelle Persönlichkeit der Stadt Steyr. Seine Druckerei war ein Zentrum bürgerlicher Öffentlichkeit und viele Vereine, darunter die Feuerwehr, ließen ihre Schriften bei ihm drucken. Seine Druckerei war eine der größten und modernsten in Oberösterreich. Nachdem Emil Haas krank geworden war, übernahm sein Vetter, der Buchhändler Arthur Fleischhanderl mit 1. Jänner 1900 die Druckerei. Nach dessen frühen Tod ging der Betrieb 1902 an Hugo Drahowsa über, der diese bis 1926 weiter betrieb.
Emil Haas verstarb ledig und kinderlos nach längerer Krankheit im 61. Lebensjahr am 30. Mai 1903 in Steyr und wurde am 2. Juni 1903 am Taborfriedhof in Steyr zur letzten Ruhe bestattet[3].
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Pfarre Waidhofen an der Ybbs – Taufbuch 1840-1850 (pag.59)
- ↑ Firma Protokollierungen. In: Wiener Zeitung, 28. Juli 1887, S. 15 (online bei ANNO).
- ↑ Steyr, Stadtpfarre – Sterbefälle Duplikate 1903 (pag.272)
Weblinks
Emil Haas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons