Ferdinand Seher
Ferdinand „Ferry“ Norbert Seher (* 10. September 1924 in Hollabrunn[1]; † 2. Juli 2008 in Hollabrunn) war ein österreichischer Amateurfilmer, Chronist und Film-Staatspreisträger. Er gilt als bedeutendster filmischer Dokumentarist der Stadt Hollabrunn im 20. Jahrhundert.
Leben
Ferdinand Seher wurde am 10. September 1924 in Hollabrunn geboren und am 14. September getauft. Beruflich war er als Bankbeamter bei der Volksbank Hollabrunn tätig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs heiratete er am 9. Juni 1946 in der Pfarre St. Laurenz in Wien-Penzing Elfriede Dvorak. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor.
Seher war im März 1965 Gründungsmitglied des Film- und Videoklub Hollabrunn.[2] Er lebte und wirkte zeitlebens in seiner Heimatstadt, deren gesellschaftliche und bauliche Entwicklung er über Jahrzehnte filmisch begleitete. Er verstarb am 2. Juli 2008 im Alter von 83 Jahren. Er wurde am Friedhof Hollabrunn beerdigt (Gruppe R, Grab Nr. 21).[3]
Wirken als Filmer
Unter dem Namen „Ferry“ Seher erlangte er als Schmalfilmer nationale Bekanntheit. Sein Werk zeichnet sich durch die Verbindung von dokumentarischem Wert und künstlerischem Anspruch aus. Seher war mehrfacher Goldmedaillengewinner bei österreichischen Schmalfilm-Staatsmeisterschaften und trug den Titel Film-Staatspreisträger, die höchste Auszeichnung für nicht-kommerzielle Filmer in Österreich.
Seine Themenschwerpunkte lagen auf Stadtporträts, der Dokumentation des Weinviertler Brauchtums sowie historischen Rückblicken auf die Nachkriegszeit. Ein besonderer Fokus seines Schaffens lag auf der langjährigen filmischen Begleitung des Hollabrunner Volksfestes.
Werke (Auswahl)
- Weinlesefest in Retz (1965)[4]
- Verliebt in eine Stadt[5]
- Das Herz der Stadt
- Vom Lager zur Gartenstadt (Chronik der Stadtentwicklung)
- Heimkehrerschicksal[5]
- Es wird ein Wein sein[5]
- Gummi[5]
- So sah ich Austria[6]
- Populus Hollabrunnensis[6]
- Alles zum Nulltarif[5]
- Jennifer[5]
- Der Blick von oben[5]
- Fenster ins Leben[5]
- Alles rund um den Wein in Hollabrunn anno 1980[6]
Würdigung und Nachlass
Für seine Verdienste um die Dokumentation der Stadtgeschichte wurde Seher vielfach geehrt. Anlässlich der Uraufführung seines Films „Vom Flüchtlingslager zur Gartenstadt“ am 13. Mai 2002 wurde ihm der Wappenring der Stadtgemeinde Hollabrunn verliehen.[7]
Zum dauerhaften Gedenken benannte die Stadtgemeinde im Bereich des ehemaligen Messegeländes die Ferry-Seher-Gasse nach ihm.
Sein filmischer Nachlass wird durch regelmäßige Retrospektiven lebendig gehalten. Größere Filmreihen fanden unter anderem im Frühjahr 2011 sowie im März 2018 im Stadtsaal Hollabrunn statt.[6][5]
Einzelnachweise
- ↑ Taufbuch der Pfarre Hollabrunn auf matricula online
- ↑ Ulrike Potmesil: Filmclub wählte Vorstand. In: https://www.meinbezirk.at/. 21. Oktober 2022, abgerufen am 22. Februar 2026.
- ↑ Friedhöfe und Gräber-Suche. In: https://www.hollabrunn.gv.at/. Abgerufen am 23. Februar 2026.
- ↑ Weinlesefest in Retz. In: https://www.filmarchiv.at/. Abgerufen am 22. Februar 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 5,7 5,8 Martin Seher: Ferry Seher Filmabende. In: https://www.meinbezirk.at/. 30. März 2018, abgerufen am 22. Februar 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 Seher zum Wiedersehen. In: https://www.noen.at/. 18. Jänner 2011, abgerufen am 22. März 2026.
- ↑ Stadtarchiv Hollabrunn (Hrsg.): Träger des Wappenringes der Stadtgemeinde Hollabrunn.