Georg Halzl

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Georg Halzl (* 4. Oktober 1897 in Drösing im Weinviertel; † 17. April 1945 in Matzen) war römisch-katholischer Priester, der in den letzten Kriegstagen von sowjetischen Soldaten erschossen wurde, als er Frauen und Kinder schützen wollte.

Leben

Datei:Mahnmal Pfarrer Georg Halzl - Matzen Sept 2020 2.jpg
Denkmal beim Friedhofseingang in Matzen

Georg Halzl, der Sohn des Bauern und Maurermeisters Johann und der Anna Halzl[1], wollte schon als Volksschüler Priester war, sodass er danach gleich das Gymnasium im Knabenseminar Hollabrunn besuchte und im Jahre 1918 maturierte.[2]

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste er allerdings einrücken. Er erreichte den Dienstgrad Leutnant der Reserve und erhielt auch einige Auszeichnungen.

Nach Kriegsende besuchte er das Wiener Priesterseminar und studierte an der theologischen Fakultät derUniversität Wien. Sein Studium schloss er 1923 ab. Während des Studiums trat er auch der KÖHV Franco-Bavaria Wien bei.

Seine Priesterweihe erhielt er am 22. Juli 1923 im Stephansdom, danach kam er mit 1. September 1923 als Kaplan nach Niederhollabrunn[3][4]. Nach zwei Jahren wechselte er nach Fischamend, wo er nur ein halbes Jahr seinen Dienst versah. Auch in Inzersdorf war er ein Jahr Kaplan. Danach war er zwölf Jahre in der Pfarre St. Jakob in Wien-Penzing, wo er kurz auch Lokalprovisor wurde.

Schon in der NS-Zeit, am 1. September 1938, wurde Halzl zum Pfarrer in Matzen ernannt. Augenzeugenberichte meldeten über ihn als einen beliebten Seelsorger während des Krieges.

Am 9. April 1945 stieß die 7. Gardearmee zuerst in der Luft, danach auch am Boden nach Matzen vor und die Wehrmacht zog sich zurück. Die Bevölkerung blieb in den nächsten Tagen in den Kellern.

Was sich dann am 17. April genau zutrug, kann nicht mehr genau rekonstruiert werden. Bekannt wurde nur, dass sich in der Nachbargemeinde Prottes unter den sowjetischen Soldaten Trinkgelage zugetragen haben sollen und sich die betrunkenen Soldaten gegenüber Frauen übergriffig verhielten. Aus dieser Angst heraus haben sich die Frauen und Kinder in Matzen im Pfarrhof versammelt. Dort wurde Halzl vom Schuss eines sowjetischen Soldaten in den Kopf getroffen und verstarb sofort.

Der Täter konnte eruiert werden und wurde hingerichtet.

Halzl wurde vorerst nur provisorisch im Pfarrhofgarten begraben. Erst am 21. Oktober 1946 wurde der Leichnam exhumiert und im Priestergrab des Ortsfriedhofes beigesetzt.

Würdigung

Im Jahr 2005 wurde beim Friedhofseingang ein Denkmal zu seinem Gedenken sowie an die Opfer dieser Kriegstage errichtet.

Literatur

  •  Die christlichen Märtyrer des Nationalsozialismus und Totalitarismus in Mitteleuropa 1938-1945. Dom-Verlag, 2005, ISBN 3853511910, S. 170-171.

Einzelnachweise

  1. Taufbuch Drösing 1897 auf matricula online
  2.  Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 163.
  3.  Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stande vom 1. April 1924. Verlag der erzbischöflichen Ordinariatskanzlei, Wien 1. April 1924, S. 103, 348.
  4. Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 16/1923, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd

Weblinks

 Georg Halzl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Fotos zum Schlagwort Pfarrer Halzl Georg (*1897 †1945) in der Topothek der Gemeinde/Region Matzen-Raggendorf (Urheberrechte beachten)