Georg Pfeifer
Georg Pfeifer (* 11. März 1867 in Joslowitz[1]; † 22. Mai 1946 in Hollabrunn) war ein österreichischer römisch-katholischer Geistlicher, Dechant und erzbischöflicher Konsistorialrat, der über mehrere Jahrzehnte das kirchliche Leben im Weinviertel prägte.
Leben
Georg Pfeifer wurde am 11. März 1867 in Joslowitz geboren und am folgenden Tag getauft. Sein Bruder, Lambert Pfeifer, war ebenfalls als Priester tätig. Nach seinem Studium empfing Georg Pfeifer am 25. Juli 1894 die Priesterweihe.[2][3] Seine Primiz feierte er am 28. Juli 1894 in der Muttergotteskirche im 3. Wiener Gemeindebezirk (Landstraße) im privaten Kreis seiner Familie[4].
Seine priesterliche Laufbahn begann er als Kooperator in Pottendorf,[5] bevor er im August 1897 in gleicher Funktion nach Retz wechselte.[6] Am 17. August 1899 erfolgte seine kanonische Investitur als Pfarrer von Stranzendorf.[7] Zum 1. März 1911 übernahm er die Pfarre Obermallebarn,[8] zusätzlich als Excurrendo-Provisor ab Februar 1914 für Höbersdorf[9] . Am 1. Februar 1915 trat er die Stelle als Pfarrer in Aspersdorf an[10], und ab April 1917 als Excurrendo-Provisor für Schöngrabern[11]
Am 16. Oktober 1917 wurde Pfeifer zum provisorischen Dechant des Dekanates Hollabrunn bestellt.[12] Die Ernennung zum wirklichen Dechant sowie zum fürsterzbischöflichen Rat erfolgte am 30. November 1918.[13] Ab dem 1. Mai 1920 wirkte er als Pfarrer und Dechant direkt in Hollabrunn.[2][14]
Ein markantes familiäres Ereignis fiel in das Jahr 1922, als sein Vater in Patzmannsdorf verstarb; die Beerdigung wurde von Georg Pfeifer und seinem Bruder Lambert gemeinsam zelebriert.[15]
Pfarrer Pfeifer war bekannt für seine Mundartgedichte, die er immer wieder zum Vortrag brachte.[16][17]
Georg Pfeifer verstarb am 22. Mai 1946 im Alter von 79 Jahren in Hollabrunn.[18] Er wurde auf dem Friedhof Hollabrunn im Grab IV/2,3 beigesetzt.[19]
Ehrungen
Für sein langjähriges Wirken in der Diözese und sein Engagement in der Region wurden Georg Pfeifer mehrere Auszeichnungen und Titel verliehen:
- Geistlicher Rat: Er bekleidete diesen Titel als Anerkennung seiner kirchlichen Verdienste.
- Erzbischöflicher Konsistorialrat: Mit Dekret vom 23. Dezember 1936 wurde er in dieses Gremium berufen.[20]
- Fürsterzbischöflicher Rat: Diese Ernennung erhielt er im Zuge seiner Bestellung als Dechant im Jahr 1918.[13]
- Ehrenbürgerschaft: In Anerkennung seiner Tätigkeit in Stranzendorf wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.[21]
Einzelnachweise
- ↑ Taufbuch der Pfarre Joslowitz
- ↑ 2,0 2,1 Personalstand der Säkular- und Regulargeistlichkeit der Erzdiözese Wien. Verlag der Erzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1. Juni 1946, S. 119, 120, 250, 305.
- ↑ Priesterweihe. In: Das Vaterland, 1. Juli 1894, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Primizen. In: Reichspost, 26. Juli 1894, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Säcular- und Regular-Geistlichkeit der Wiener Erzdiöcese. Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1896, S. 149.
- ↑ Neue Kooperatoren. In: Neues Wiener Journal, 15. August 1897, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 16/1899, S. 12 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 5/1911, S. 11 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 4/1914, S. 11 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 3/1915, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 7/1917, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 20/1917, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ 13,0 13,1 Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 23/1918, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 9/1920, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Todesfall. In: Reichspost, 9. März 1922, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Der Sudetendeutsche Heimatbund, Ortsgruppe Hollabrunn. In: Ostdeutsche Rundschau. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirthschaft, Kunst und Literatur / Ostdeutsche Rundschau. Deutsches Tagblatt, 5. März 1933, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Vortrag Dechant Pfeifers in Kärnten. In: Reichspost, 29. Juli 1932, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Säkular- und Regulargeistlichkeit der Erzdiözese Wien nach dem Stande vom 1. Juli 1948. Verlag der Erzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1. Juli 1948, S. 440, 493.
- ↑ Friedhöfe und Gräber-Suche. In: https://www.hollabrunn.gv.at/. Stadtgemeinde Hollabrunn, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 1/1937, S. 14 (online bei ANNO).
- ↑ Personalstand der Säkular- und Regulargeistlichkeit der Erzdiözese Wien. Verlag der Erzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1920, S. 31, 38, 58, 251, 252.
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