Heinrich Lohner

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Heinrich Lohner (* 4. April 1786 in Mayen, Rheinland; 25. Februar 1855 in Wien, Kaisertum Österreich) war ein bedeutender Wiener Wagner-Meister des 19. Jahrhunderts und der Begründer der späteren weltberühmten Lohner-Werke.

Leben

Heinrich Lohner war der Sohn des Maurermeisters Kaspar Lohner und dessen Ehefrau Anna geb. Lux[1] und wuchs im Rheinland auf, einer Region, in dem Handwerk und Wagenbau bereits Tradition hatten. Nach seiner schulischen Grundausbildung erlernte er das Handwerk des Wagners, also den Bau von Wagen, Kutschen und Holzfahrwerken. Um der Rekrutierung in die napoleonische Rheinarmee zu entgehen, floh er 1811 nach Wien, wo er beim Sattlermeister Ludwig Laurenzi, einem angesehenen Handwerker, Arbeit fand. Zehn Jahre später erwarb Lohner 1821 das Meisterrecht und wurde aufgrund dessen Wiener Bürger. Im Starhemberg'schen Freihaus auf der Wieden eröffnete er seine erste eigene Werkstätte und beschäftigte sechs seiner Neffen als Gesellen. Der Familienbetrieb entwickelte sich rasch zu einem angesehenen Handwerksbetrieb. 1832 übersiedelte er seine Firma in sein Haus auf der Wieden, Heumühlgasse Nr. 15.

Da die Kutschenherstellung ein zersplittertes Gewerbe war, man benötigte Wagner, Schlosser, Schmiede, Posamentierer, Plattierer und Glaser die jeweils einzeln nur einen Teil der Kutsche herstellten, entwickelte Lohner ein revolutionäres Konzept, alle Gewerke in einer einzigen Wagenfabrik zu vereinen. Unter Lohner's tatkräftigen Mithilfe, der 1847 zum Vorsteher der Wagner-Zunft gewählt worden war, errichtete Laurenzi 1850 nach Lohner’s Konzept eine Wagenfabrik und spezialisierte sich auf die Herstellung von Luxuskutschen.

Heinrich Lohner ehelichte am 12. August 1821 in der Wiener Pfarrkirche St. Karl Borromäus seine Ehegattin Eleonora Kurmer[1]. Er war der Vater des späteren Fabrikanten Jakob Lohner und Großvater des Industriellen Ludwig Lohner, der die Firma zur Weltmarke machte. Heinrich Lohner verstarb im Februar 1855 in Wien und wurde vermutlich am Sankt Marxer Friedhof beerdigt und im März 1890 am Wiener Zentralfriedhof umgebettet (2).

Er hinterließ ein Unternehmen, das seine Nachkommen über fünf Generationen weiterführten. Die Lohner-Werke wurden später berühmt für Luxus- und Ambulanzkutschen, Straßenbahnen, Motorräder, Flugzeuge und den Lohner-Porsche, das erste Hybridfahrzeug der Welt.

Literatur

Einzelnachweise