Josef Ettl
Josef Ettl (* 8. November 1879 in Großharras; † 21. Oktober 1952 in Wien) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester, langjähriger Pfarrer sowie Rektor des Knabenseminars der Erzdiözese Wien.
Leben
Joseph Ettl wurde am 8. November 1879 in Großharras im niederösterreichischen Weinviertel geboren. Nach seinem Theologiestudium empfing er am 9. November 1902 in Wien die Priesterweihe. Seine ersten Sellsorgejahre verbrachte er als Kooperator und ab 1903 als Spiritual-Provisor in den Pfarren Schöngrabern[1], 1904 zum Pfarrproviso und ab 1905 in Guntersdorf.[2] Im Jahr 1908 stieg er in Guntersdorf zum Pfarrer auf und leitete die Pfarre über zwei Jahrzehnte lang.
Am 1. März 1933 wurde Ettl zum Rektor des Erzbischöflichen Knabenseminars Hollabrunn berufen, einer damals zentralen Bildungseinrichtung für den priesterlichen Nachwuchs. Seine Amtszeit fiel in eine politisch turbulente Epoche. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich und der damit einhergehenden Schließung des Seminars im Oktober 1938 übernahm er am 1. Dezember 1938 die Pfarre in Straning.
Trotz der schwierigen Umstände während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit blieb er mit der Leitung des Seminars verbunden, bis er im Herbst 1947 endgültig von seinem Amt als Rektor zurücktrat und der von Kardinal Theodor Innitzer bereits am 6. Oktober 1946 den bisherigen Spritual Johann Kurz zum stellvertretenden Rektor zum Rektor enannte.
Josef Ettl verstarb am 21. Oktober 1952 im 73. Lebensjahr in der Wiener Poliklinik nach langer Krankheit. Das Begräbnis fand am 28. Oktober in Straning durch Kardinal Theodor Innitzer statt, an der auch der Chor und Leitung des Knabenseminars Hollabrunn teilnahm.[3][4]
Ehrungen
Für seine Verdienste um die Seelsorge und die Priesterausbildung in der Erzdiözese Wien wurden ihm zahlreiche kirchliche Titel verliehen:
- Ehrendomherr des Metropolitankapitels zu St. Stephan in Wien.
- Wirklicher Erzbischöflicher Konsistorialrat
- Erzbischöflicher Geistlicher Rat: In Anerkennung seiner langjährigen pastoralen Leistungen.
- Kriegskreuz für Zivilverdienste der dritten Klasse am 16. August 1917[5]
Literatur
- Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 59-115.
Einzelnachweise
- ↑ Veränderungen im Klerus. In: Neuigkeits-Welt-Blatt / Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe), 9. Juli 1903, S. 37 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiöcese.: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Jahrgang 1905, S. 41 (online bei ANNO).
- ↑ Kanonikus Josef Ettl gestorben. In: Das kleine Volksblatt, 23. Oktober 1952, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Todesfälle. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 11/1952, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 16/1917, S. 6 (online bei ANNO).