Josef Hack junior

Josef Hack (* 15. März 1893 in Steyr, Erzherzogtum Österreich ob der Enns; † 26. Juli 1964 ebenda) war ein österreichischer Unternehmer und Erfinder, der vor allem durch seine Beiträge zur Messer- und Besteckindustrie bekannt wurde.
Leben
Josef Hack entstammte einer traditionsreichen Klingenschmiedfamilie, welche auf das Jahr 1727 zurückgeht. Er wurde in der Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I. im Jahre 1893 als Sohn des gleichnamigen Messerschmiedes Josef Hack und dessen Gattin Josefa geb. Weichselbaumer in Steyr geboren[1]. Nach seiner schulischen Grundausbildung erhielt Hack seine fachliche Ausbildung in der K.K. Vereinigten Fachschule und Versuchsanstalt für Eisen- und Stahlbearbeitung in Steyr. Danach trat er bereits mit 16 Jahren als Lehrling in das Familienunternehmen ein, das seine Mutter 1909 nach dem frühen Tod des Vaters im Jahre 1906 weitergeführt hatte. 1911 übernahm er gemeinsam mit seiner Mutter die Leitung der Firma. Da Josef und sein jüngerer Bruder Gustav Hack, sowie das männliche Personal der des Betriebes im Ersten Weltkrieg in die k.k. Armee einrücken mussten, war der Betrieb von 1914 bis 1918 komplett geschlossen, danach wurde die Produktion wieder hochgefahren.
Im Jahre 1921 übernahm Josef Hack und sein Bruder Gustav die Hack-Werke von ihrer Mutter, wobei Josef mit 55% die Majorität erhielt. Gleichzeitig wurde die Firma in eine Ges.m.b.H. umgewandelt. Im selben Jahr übernahmen die Hack-Werke auch die Werkzeugfabrik „Heller“ in Steyr, die zuvor in Konkurs gegangen war. Auch kam es in dieser Zeit in den Hack-Werken zur Gründung des „Fachverbandes der Messerindustriellen Deutsch-Österreichs“, eine Art Verband aller Messererzeuger des Landes. Anno 1923 produzierte Hack die ersten rostfreien Klingen Österreichs.
Im Dezember 1928 erwarb Hack von den Steyr-Werken den „Millnerhammer“, eine Schmiede, welche sich von den Gebäuden Wehgraben 1-7 in Steyr erstreckte und vergrößerte damit seinen Betrieb. 1937 erfolgter der Ausbau des Werkes zu einer Besteckfabrik und Hack wurde der alleinige Klingenlieferant der Krupp-Werke in Berndorf. Daneben wurden Kunden in Holland, Belgien, Schweiz, Italien, Jugoslawien, Norwegen, Schweden, England und in den USA beliefert, was eine Tagesproduktion von 36.000 Klingen, Löffel und Gabeln nötig machte. Die Hack-Werke waren damit einer der bedeutendsten und bekanntesten Betriebe dieser Branche.
Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg wurde das Werk im Zweiten Weltkrieg nicht geschlossen. Nach dem Krieg wurden nach einer eigenen Erfindung von Josef Hack die ersten Messerklingen mit Wellenschliff erzeugt, was das Werk zur größten Messer- und Besteckfabrik Österreich werden ließ.
Josef Hack war verheiratet mit Hanna geb. Pfefferl, welche ihm die Söhne Josef (*1926), Johannes (*1928) und Viktor (*1932) schenkte. Er wurde später Gemeinderat von Steyr, verstarb im Juli 1964 und wurde am Friedhof Steyr Tabor zur letzten Ruhe bestattet.