Josef Reder

Aus ÖsterreichWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Josef Reder (1825-1893)

Josef Reder (* 8. Dezember 1825 in Steyr, Erzherzogtum Österreich ob der Enns, Kaisertum Österreich; † 28. Februar 1893 ebenda) war ein österreichischer Schiffstransportunternehmer und Holzhändler in Steyr und Wien sowie Gründer eines Dampfsägewerks.

Leben

Josef Reder kam im Dezember 1825 zur Zeit des österreichischen Biedermeier als Sohn des Fischhändlers und Holzhändlers Mathias Reder und seine Gattin Josefa geb. Hohenbuchner in Steyr zur Welt[1]. Er entstammte einer alten Fischhändlerfamilie, welche ursprünglich seit Generationen in Ebelsberg dem Fischereigewerbe nachgingen.

Sein Vater kaufte im Jahre 1831 die Steyrer Holzhandlung Johann Kickinger und legte damit den Grundstein zur Reder‘schen Holzhandlung, die später als "J. & C. Reder" zu einem der bedeutendsten Holzunternehmen Oberösterreichs wurde. Bereits mit 14 Jahren kam er 1839 zur Ausbildung in die Holzhandlung Ettl in Floridsdorf bei Wien, wo er eine dreijährige Lehrzeit absolvierte. Danach wurde er ab 1843 als Jungknecht bei den „Schiff- und Floßleuten“ in Steyr tätig und wurde 1847 selbständiger Schiffmeister. In regelmäßigen Fahrten auf Enns und Donau transportierte er mit zwei vollständigen Schiffzügen bestehend aus acht großen Schiffen und 25 Pferden Holz bis Wien und Budapest. Später wurden die Schiffszüge durch eiserne Frachtschiffe ersetzt. Der Umfang der Holztransporte durch die Reder‘schen Schiffsmeisterei nahmen immer mehr zu, die beförderten Güter gingen bald in die tausende von Tonnen.

In der Steyrer Vorstadtpfarre St. Michael heiratete Josef Reder im Oktober 1851 seine Ehefrau Elisabeth, Tochter des Steyrer Braumeisters Josef Jäger von Waldau[2], welche ihm neben einer Tochter die Söhne Josef jun. (1852-1885), Mathias (1854-1858) und Karl (1847-1943) gebar, der später die Firma übernehmen sollte.

Die Eröffnung der Kaiserin Elisabeth Westbahn im Jahre 1860 drängte den Holztransport auf dem Wasserwege zurück, sodass die alten Schiffsmeistereien ihre Bedeutung verloren. Dafür brachten große Bautätigkeiten, auch im Eisenbahnwesen, der Firma neue große Holzlieferungen, die eine Errichtung einer eigenen Filiale 1869 in Wien notwendig machten. Nach dem Tode seines Vaters Mathias im Jahre 1865 übernahm Josef Reder die Holzhandlung allein. Anno 1871 errichtete Reder ein Dampfsägewerk am Ramingbach bei Steyr mit vier Vollgattern und pachtete zwei weitere Sägewerke, die Haindlmühle und das Sägewerk in Unterhimmel. Zusätzlich erwarb Reder 1878 noch ein Sägewerk in Unterletten (Neuzeug). Josef Reder fuhr 1873, im Jahr der Wiener Weltausstellung einen Lieferungsrekord ein, indem er nicht weniger als 190 Donauflöße mit 100.000 Kubikmeter nach Wien durchführte, welche ihm einen Rekordgewinn von 115.000 Gulden – nach heutigem Geldwert (2025) 1,7 Millionen Euro einbrachte.

Im März 1881 übergab Josef Reder seinen Söhnen Josef und Karl das Unternehmen, welches ab diesem Zeitpunkt als offene Handelsgesellschaft „J.& C. Reder“ firmierte, zog sich ins Privatleben zurück und verstarb 1893 im 68. Lebensjahr[3]. Sein Leichnam wurde im Beisein zahlreicher Honoratioren auf dem Steyrer Taborfriedhof zur letzten Ruhe bestattet.

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

 Josef Reder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons