Julius Kundi
Julius Kundi (* 3. April 1851 in Berndorf, Niederösterreich; † 6. November 1930 in Wien) war ein österreichischer römisch-katholischer Geistlicher, Pädagoge und Kirchenfunktionär.
Leben
Julius Kundi, der einer Pottensteiner Bürgersfamilie entstammt wurde am 3. April 1851 in Berndorf geboren.[1] Julius Kundi absolvierte seine Studien am Wiener Priesterseminar, sowie an der Universität Wien und empfing am 25. Juli 1875 die Priesterweihe.[2] Seine ersten Berufsjahre verbrachte er als Kooperator in der niederösterreichischen Gemeinde Ebenfurth sowie in den Wiener Pfarren St. Brigitta (20. Bezirk) und St. Leopold (2. Bezirk).
Ab Februar 1886 widmete sich Kundi verstärkt der pädagogischen Arbeit und wurde Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt Wien I, sowie am Mädchenpensionat J. Menda. Nach seiner Tätigkeit als Religionsinspektor übernahm er am 1. Juli 1899 als Rektor die Leitung des Knabenseminars in Hollabrunn. Im März 1903 kehrte er in die Pfarrseelsorge zurück und trat die Stelle als Pfarrer von St. Elisabeth im 4. Wiener Gemeindebezirk an, wobei er zeitgleich als Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt Wien VII wirkte.
In den folgenden Jahren bekleidete er zusätzlich zur Pfarrseelsorge zahlreiche administrative Schlüsselpositionen innerhalb der Diözese. Er fungierte als Religionsinspektor für Pflichtschulen und Lehrerbildungsanstalten, amtierte von 1911 bis 1920 als Stadtdechant von Wien und war als Kommissär für Lehrbefähigungsprüfungen an Mittelschulen tätig. Ab 1918 war er zudem Mitglied des Diözesanschulrates und wurde am 15. Juni 1918 zum Beirat für die Temporalienverwaltung der Diözesanseminare bestellt.
Kundi galt als ein Wegbereiter der modernen Katechetik, der auf zahlreichen Fachtagungen in Salzburg (1903), München (1905) sowie Wien (1905 und 1908) richtungsweisende Vorträge hielt. Von 1909 bis 1920 stand er der katechetischen Sektion der Österreichischen Leo-Gesellschaft vor. Ein wesentliches Verdienst war seine Federführung bei den Verhandlungen zum neuen Wiener Diözesanlehrplan in den Jahren 1910 und 1911. Er verstarb am 6. November 1930 in Wien.
Das Begräbnis fand unter Teilnahme von Kardinal Piffl, Weihbischof Kamprath, Bischof Dr. Seydl am 10. November 1930 in der Pfarre St. Elisabeth statt.[3][4][5] Der Leichnam wurde im Familiengrab in Pottenstein bestattet.[1]
Ehrungen
- Päpstlicher Hausprälat: Verleihung eines hohen päpstlichen Ehrentitels.
- Ehrendomherr: Mitglied des Metropolitan- und Domkapitels zu St. Stephan in Wien.
- Wirklicher fürsterzbischöflicher Konsistorialrat: Ernennung zum aktiven Rat des Wiener Erzbischofs.
- Fürsterzbischöflicher Geistlicher Rat: Kirchlicher Ehrentitel für besondere Verdienste in der Seelsorge.
- Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone: Staatliche Auszeichnung des österreichischen Kaiserhauses für zivile Verdienste.
Weblinks
- Kundi, Julius (1851-1930), Seelsorger und Pädagoge. In: https://www.biographien.ac.at/. Abgerufen am 2026.
Literatur
- Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 147.
- Johann Grippel: Geschichte des f.e. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Verlag des f.e. Knabenseminar, Oberhollabrunn 1906, S. 187-188.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Zwei berühmte Wiener Prediger gestorben. In: Neues Wiener Journal, 11. November 1930, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Für die Erteilung der höheren Weihen. In: Volksblatt für Stadt und Land. Illustrierte Wochen-Rundschau, 22. Juli 1875, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Erinnerung an Prälat Kundi. In: Neuigkeits-Welt-Blatt / Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe), 12. November 1930, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Prälat Pfarrer Julius Kundi gestorben. In: Das kleine Volksblatt, 8. November 1930, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Prälat Pfarrer Julius Kundi gestorben. In: Neuigkeits-Welt-Blatt / Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe), 8. November 1930, S. 4 (online bei ANNO).
- Römisch-katholischer Geistlicher (19. Jahrhundert)
- Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)
- Rektor des Erzbischöflichen Seminar Hollabrunn
- Pfarrseelsorger (Ebenfurth)
- Pfarseelsorger (St. Brigitta, Wien)
- Pfarrseelsorger (St. Leopold, Wien)
- Geboren 1851
- Geboren in Berndorf (Niederösterreich)
- Gestorben 1930
- Gestorben in Wien
- Begraben in Pottenstein
- Mann