K.Ö.St.V. Badenia
| K.Ö.St.V. Badenia | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung: | 17. August 1928 |
| Korporationsverband: | MKV |
| Kürzel: | BDB |
| Farbenstatus: | farbentragend |
| Farben: | grün-violett-gold |
| Mütze: | weinrot (Tuch) |
| Stellung zur Mensur: | nichtschlagend |
| Wahlspruch: | Treu für Gott und Heimat! |
| Website: | www.badenia.at |

Die Katholisch Österreichische Studentenverbindung Badenia (K.Ö.St.V. Badenia) ist eine katholische, farbentragende, nichtschlagende Pennalverbindung mit dem Sitz in Baden. Ihr Couleur besteht aus einem grün-violett-goldenen Band und aus einem weinroten Deckel.
Aktuell (2026) hat Badenia rund 150 Mitglieder, die entweder der Aktivitas oder dem Altherrenverband angehören.
Badenia gehört dem Mittelschüler-Kartell-Verband an, dem größten Kooperationsverband in Österreich, der sich aus mehr als 160 Verbindungen über 20.000 Mitgliedern zusammensetzt. 2025 wurde Badenia vom MKV mit dem Goldenen Schläger für die beste Aktivitas des Verbands ausgezeichnet.

Das jährliche Treffen dieses Verbands, der Pennälertag wurde 2004 und 2016 von Badenia ausgerichtet. [1][2][3][4]
Ziele und Prinzipien
Zweck der Verbindung ist die Heranbildung der ihr anvertrauten Jugend im Sinne der vier Prinzipien
- religio (Wahrung, Pflege und Festigung des katholischen Glaubens)
- patria (Bekenntnis zu einem freien, demokratischen Österreich)
- scientia (gewissenhaftes Studium und beständiges Streben nach Weiterbildung) und
- amicitia (echte Lebensfreundschaft)
sowie die Pflege des Comments, wobei jede Art des studentischen Fechtkampfs (Mensur) abgelehnt wird.
Gründung, Sistierung und Wiedergründung
Badenia wurde im August 1928 in der Badener Pfarre Sankt Stephan als Tochterverbindung der Pennalverbindung Guelfia Wien gegründet.[5] Im Dezember 1928 wurde der bekannte christlichsoziale Politiker und Bürgermeister von Baden Josef Kollmann ehrenhalber aufgenommen. In den darauf folgenden Semestern hatte Badenia über Mangel an Nachwuchs nicht zu klagen. [6]
Nach der Ernennung Hitlers zum deutschen Reichskanzler im Jänner 1933 (sog. w:Machtergreifung) fand die nationalsozialistische Idee auch innerhalb der Verbindung Befürworter, was zu tiefgreifenden Zerwürfnissen und Ende 1934 zum Ausscheiden dieser Mitglieder führte. Hinzu kamen unterschiedliche Auffassungen der verbleibenden Mitglieder zum autoritären Ständestaat. Infolge dieser Kontroversen sank die Zahl der aktiven Mitglieder schließlich auf drei, wodurch der Aktivenbetrieb im Wintersemester 1936/37 eingestellt wurde (Sistierung).[7]
Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurde Badenia verboten. Der katholische Priester Franz Romstorfer, Gründungsmitglied der Verbindung, verstarb als Opfer des Nationalsozialismus, zwei weitere Mitglieder werden auch als Opfer geführt[8]. Weitere neun Bundesbrüder ließen auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs ihr Leben. Badenia verlor dadurch ein Drittel ihrer Mitglieder.[9]
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war Baden Hauptquartier der sowjetischen Besatzungsmacht in Österreich, weshalb an einer Reaktivierung vor Ort nicht zu denken war. Anfang 1950 wurde die Wiedergründung in Wien initiiert, welche zu einem provisorischen Verbindungsbetrieb im Ortsteil Mauer führte. Drei Jahre später gelang mit tatkräftiger Unterstützung der Stadtgemeinde Baden und des ortsansässigen CV-Zirkels die Rückkehr nach Baden.[10]
Bekannte Mitglieder
- Leopold Figl (1902–1965), Bundeskanzler
- Josef Kollmann (1868–1951),Finanzminister
- Gerhard Tötschinger (1946–2016), Schauspieler und Schriftsteller
- Andreas Zakostelsky (*1962), Politiker
- August Breininger (*1944), Politiker
- Günther Engelmayer (*1941), Politiker
- Julius Hahn (1890–1972), Politiker
- Martin Pammer (*1966), Diplomat[11]
Literatur
- 50 Jahre katholisch-österreichische Studentenverbindung Badenia, Baden, 1978.
- Mittelschüler-Kartell-Verband: Der Comment überarbeitet von Thomas P. Walter, Raimund Lang und Dr. Harald Perko, 2. Auflage. Edition-Helbling, Innsbruck 1987, ISBN 3-900590-02-8.
- Peter Krause: Niederösterreichische Verbindungsgeschichte, Wien (1979).
- 60 Jahre K.Ö.St.V. Badenia 1928–1988, Baden, 1988.
- Gaudeamus igitur ... Couleurstudentisches Leben in Baden, Baden, 2000.
- Festschrift zum 90. Stiftungsfest der K.Ö.St.V. Badenia Baden, Baden 2018.
Einzelnachweise
- ↑ Schönborn für solidarisches Europa. 16. Mai 2016, abgerufen am 13. Jänner 2026.
- ↑ Baden wird Studenten-Treff. 25. April 2016, abgerufen am 13. Jänner 2026.
- ↑ Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV): Pennälertag 2016 in Baden - Berichterstattung Niederösterreich Heute. 19. Mai 2016, abgerufen am 14. Jänner 2026.
- ↑ Niederösterreichische Nachrichten: Deutsch: Pennälertag 2016 Baden - ausgetragen von Badenia Baden - Artikel Niederösterreichische Nachrichten. 26. März 2016, abgerufen am 14. Jänner 2026.
- ↑ Peter Krause: Niederösterreichische Verbindungsgeschichte, Wien (1979), 18.
- ↑ Otto Trübswasser: 50 Jahre katholisch-österreichische Studentenverbindung Badenia, Baden, 1978, 15ff.
- ↑ Otto Trübswasser: 50 Jahre katholisch-österreichische Studentenverbindung Badenia, Baden, 1978, 18f.
- ↑ K.Ö.St.V. Badenia Baden. Abgerufen am 15. Jänner 2026.
- ↑ Nikolaus Holler: 50 Jahre katholisch-österreichische Studentenverbindung Badenia, Baden, 1978, 3.
- ↑ Kurt Benesch: 60 Jahre K.Ö.St.V. Badenia 1928–1988, Baden, 1988, 18ff.
- ↑ Gesamtverzeichnis 2025 des MKV, Wien 2025.