Max Porges

Aus ÖsterreichWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
MP Beiwagen Werbeplakat 1930

Max Porges (* 18. Juni 1884 in Wieselburg, Erzherzogtum Österreich unter der Enns; † 8. April 1963 in Buenos Aires, Argentinien) war ein österreichischer Fabrikant und Gründer der "MP Beiwagenwerke" in Wien. Er gilt als größter Beiwagenproduzent Österreichs in der Zwischenkriegszeit.

Leben

Max Porges kam im Juni 1884 im niederösterreichischen Wieselburg im Mostviertel zur Welt[1]. Er war der Sohn des Geschäftsmannes Simon Siegfried Porges und dessen Gattin Franziska geb. Greger. Seine Eltern waren jüdischer Abstammung und nach Chmelna, einer Ortschaft westlich der böhmischen Hauptstadt Prag zuständig. Am 9. Juni 1912 ehelichte Porges seine aus dem mährischen Brünn stammenden Gattin Berta geb. Gottlieb in Wien[2].

Nach dem sich das Ende des Ersten Weltkrieges, der mit der wirtschaftlichen Verschlechterung Österreichs sowie des übrigen Europas einherging, abzeichnete, hatte der damals junge Max Porges die Idee, Beiwagen für Motorräder herzustellen. Und so gründete Porges 1920 die MP Beiwagenwerke, ein auf Motorrad-Beiwagen spezialisiertes Unternehmen in Wien, wobei die Initialen MP auf seinen Namen hinweisen. Zunächst produzierte Porges seine Beiwagen im Wiener Bezirk Penzing, Stiegergasse Nr. 14[3], verlegte ab elf Jahre später den Betrieb mit 1. Dezember 1931 auf den Wiener Alsergrund in die Augasse Nr. 17[4].

Die Beiwagen wurden so konstruiert, dass sie an verschiedene Motorradmarken, wie Puch, BMW, Titan, Delta Gnom und MT montiert werden konnten und somit nicht an einen einzigen Motorradhersteller gebunden war. Ein historisches Modellprogramm der 1920er Jahre, welches bei einer Automobilia Auktion angeboten wurde, listet mehrere MP Beiwagenmodelle auf: Record, Austria-Extra, Press-King, Ultra-Sport und Zweisitzer-Modelle[5]. Dieses Modellprogramm zeigte, dass die MP Beiwagenwerke sowohl sportliche als auch komfortorientierte Beiwagen anbot, verschiedene Preis und Qualitätsstufen bediente und bereits in den 1920ern ein breites, klar strukturiertes Sortiment hatte. MP Beiwagen waren vor allem für ihre eleganten, teils stromlinienförmigen Formen bekannt. Fotos und Beschreibungen zeigen glatte, fließende Linien, teils „Schlapfen“-artige, tief liegende Formen sowie Varianten mit und ohne Windschutz bzw. Verkleidung. Das Design der MP Beiwagen war das seiner Zeit, da schon in den 1920er- und 30er-Jahren im Fahrzeugbau die Aerodynamik und Stromlinienform zunehmend wichtig wurde. Besonders bekannt war der stromlinienförmige MP Beiwagen „Schlapfen“ mit verkleidetem Kotflügel, der unter anderem auch bei Behördenmaschinen wie der Puch P 800 eingesetzt wurde.

Mit dem Anschluss an das Deutsche Reich 1938 und der damit einhergehenden Verfolgung jüdischer Unternehmer wurde die wirtschaftliche Existenz von Max Porges zerstört. Er und seine Familie konnten 1939 noch rechtzeitig nach Argentinien emigrieren, wo Max Porges am 8. April 1963 im 79. Lebensjahr auch verstarb[2].

Briefmarke

Die Österreichische Post beschreibt in einem Text zur Sonderbriefmarke „Puch P 800“, dass der MP Beiwagen von Max Porges stammt, dem größten Produzenten von Beiwagen in der Zwischenkriegszeit, und erwähnt den berühmten stromlinienförmigen „Schlapfen“[6].

Einzelnachweise

  1. "Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1938", FamilySearch
  2. 2,0 2,1 Familie Porges > Webseite
  3. Artikel in: Der Montag / Unparteiisches Montagfrühblatt / Mieter-Zeitung / Wiener Montag. Politisches Montagblatt / Der Montag. Unabhängiges, unparteiisches Montagblatt / Der Montag / Der Montag mit dem Sport-Montag, 30. März 1925, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/mon
  4. Artikel in: Österreichische Auto-Rundschau. Wiener Kraftfahrer-Zeitung / Österreichisches Auto. Motorrad-Zeitung / Oesterreichisches Auto und Motorrad-Zeitung / Der Motorfahrer / Automobil- und Motorrad-Zeitung. Der Motorfahrer, 25. Dezember 1931, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/mfr
  5. Dorotheum > Webseite
  6. Post > Webseite