Noah Elias Jakovljevic

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Noah Elias Jakovljević (* 20. Mai 2005 in Asten in Oberösterreich) ist ein österreichischer Gedenkdiener im österreichischen Auslandsdienst.

Leben und Ausbildung

Jakovljević wuchs in Oberösterreich auf. Sein familiärer Hintergrund ist durch seinen Urgroßvater geprägt, der im Zweiten Weltkrieg in Kroatien gegen den Faschismus kämpfte und eine Internierung in einem Lager in Kärnten überlebte. Aufgrund seines Wohnortes in unmittelbarer Nähe zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen befasste er sich bereits früh mit der regionalen Zeitgeschichte.[1]

Er besuchte das Bundesrealgymnasium in Enns, wo er 2023 am Projekt Hands on History teilnahm.[2] Vor seinem Freiwilligendienst war Jakovljević im Leistungssport aktiv. Er spielte Handball für den Verein HC Linz AG in der Jugend-Bundesliga (U18) und war in der Saison 2023/24 im Kader für den Cup-Bewerb des Österreichischen Handballbundes (ÖHB) gemeldet.

Wirken

Jakovljević absolvierte seinen Gedenkdienst über den Verein Österreichischer Auslandsdienst am Holocaust-Museum von Porto in Portugal. Er war der vierte österreichische Freiwillige an dieser Institution.[3]

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war die Kooperation mit der Deutschen Schule zu Porto (DSP). Er entwickelte Bildungsprogramme und führte Schulklassen sowie internationale Besuchergruppen in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Kroatisch und Russisch) durch das Museum. Zudem unterstützte er die jüdische Gemeinde in Porto bei der Katalogisierung und Übersetzung historischer Dokumente für das Museumsarchiv.[1]

Während seines Dienstes konzipierte und kuratierte er die Sonderausstellung „Simon Wiesenthal: Survivor. Eyewitness. Nazi Hunter.“, die am 24. April 2025 (Jom HaShoah) eröffnet wurde. Die Ausstellung verknüpfte die Biografie Wiesenthals mit der Geschichte des Lagers Mauthausen und zielte insbesondere auf die Vermittlung an junge Zielgruppen ab.[4]

Für diese Leistungen wurde er 2025 als „Auslandsdiener des Jahres“ ausgezeichnet.[5][6]

Mediale Rezeption

Im August 2025 widmete die deutsche Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Jakovljević ein Porträt unter dem Titel „Nicht nur Handys sind dort fehl am Platz“. Der Artikel thematisierte seine Erfahrungen mit antisemitischen Vorfällen während der Museumsarbeit (wie das Zeigen des Hitlergrußes durch Besucher) und seinen pädagogischen Ansatz im Umgang mit Geschichtsrevisionismus und Provokationen im musealen Raum.[1]

Auszeichnungen

Im Dezember 2025 wurde Jakovljević zum „Auslandsdiener des Jahres“ (Austrian Servant Abroad of the Year) ernannt. Die feierliche Verleihung fand in Anwesenheit von diplomatischen Vertretern statt, darunter José Manuel Correia (Gesandter-Botschaftsrat der portugiesischen Botschaft in Wien). Die Auszeichnung würdigte seinen Beitrag zur Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und der jüdischen Gemeinde in Portugal sowie seinen Einsatz in der Holocaust-Education.[7][8]

Einzelnachweise