Rudolf Geyling

Rudolf Geyling (*4. Februar 1839 in Wien, Erzherzogtum Österreich unter der Enns; † 4. Juli 1904 in Ybbs an der Donau, ebenda) war ein bedeutender österreichischer Glasmaler und Maler seiner Zeit.
Leben
Rudolf Geyling kam in der Regierungszeit von Kaiser Ferdinand I. zur Zeit des Biedermeier anno 1839 in Wien-Margareten zur Welt[1]. Er entstammte einer Wiener Künstlerfamilie, sein Vater war der Historienmaler Franz Geyling, sein Onkel Carl Geyling war der Gründer der berühmten Glasmalerei-Werkstätte Carl Geyling's Erben und sein Sohn Remigius wurde später ein bekannter Bühnenbildner und Maler.
Nach seiner Grundausbildung trat er bereits 1856 mit 17 Jahren in die Akademie der bildenden Künste in Wien ein und studierte bei den angesehenen Professoren Christian Ruben, einem Vertreter der Historienmalerei und Carl Wurzinger, seines Zeichens akademischer Maler und Historiker. Seine Ausbildung dauerte bis 1865 und vermittelte ihm eine solide Grundlage in Malerei, Komposition und Kunsttheorie. 1868 wurde er Mitglied des Wiener Künstlerhauses.
Aufgrund eines Reisestipendiums, welches er für sein Gemälde „Hagen und Donaunixen“ erhielt, bereiste Geyling in den Jahren 1872-1873 Italien, was einen entscheidenden Schritt in seiner künstlerischen Entwicklung beitrug. Er studierte dort Renaissance- und Barockmalerei, historische Glasfenster und italienische Farb- und Lichttechniken. Diese Eindrücke beeinflussten seine späteren Glasmalereien. Am 24. Mai 1873 ehelichte Rudolf Geyling seine Braut Maria Katharina Heuberger in der Pfarrkirche St. Elisabeth in Wien-Wieden[2], welche ihm 1878 den Sohn Remigius Paul Ludwig schenkte[3]. Nachdem sein Onkel Carl Geyling 1880 verstorben war, übernahm Rudolf die künstlerische Leitung der Werkstätte „Carl Geyling's Erben“.
Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen zu einer der bedeutendsten Glasmalereien der Habsburgermonarchie. Seine Werkstätte war ein zentraler Partner für den Kirchenbau der Gründerzeit und belieferte viele neugotische Kirchen mit Fenstern, die bis heute erhalten sind. Geyling war nicht nur Entwerfer, sondern auch Organisator und Lehrer für die nächste Generation von Glasmalern und leitete, parallel zu seiner Werkstätte, 18 Jahre lang das Atelier für kunstgewerbliche Maltechniken am Wiener Frauen-Erwerb-Verein. Dies war für jene Zeit bemerkenswert, da Frauen im Kunsthandwerk oft nur eingeschränkten Zugang zu professioneller Ausbildung hatten.
Rudolf Geyling verstarb am 4. Juli 1904 als Pflegling in der Landesirrenanstalt Ybbs an der Donau und wurde, nach einer Überführung nach Wien am 8. Juli 1904 am Baumgartner Friedhof zur letzten Ruhe bestattet[4]. Sein künstlerisches Erbe wurde von seinem Sohn Remigius Geyling und der Werkstätte weitergeführt.
Werke (Auszug)
- Stephansdom, Wien
- Kirche Maria am Gestade, Wien
- Kapelle Mayerling, Niederösterreich
- Pfarrkirche Hall, Tirol
- Pfarrkirche Korneuburg, Niederösterreich
- Pfarrkirche Leoben, Steiermark
- Iglau, Mähren
Als Maler schuf er auch eigenständige Werke, darunter das bekannte Gemälde: „Kirchenschänder im 30-jährigen Krieg“ (vor 1871, Belvedere Wien)
Auszeichnungen
Literatur
- Rudolf Geyling. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 435.
- Eintrag zu Rudolf Geyling in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
- Rudolf Geyling im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Belvedere > Webseite
Einzelnachweise
- ↑ Wien V., Pfarre Sankt Josef zu Margareten – Taufbuch 1839-1839 (fol.18)
- ↑ Wien IV., Pfarre Sankt Elisabeth – Trauungsbuch 1873-1874 (fol.73)
- ↑ Wien II., Pfarre Sankt Johann Nepomuk – Taufbuch 1878-1880 (fol.76)
- ↑ Niederösterreich, Pfarre Ybbs an der Donau – Sterbebuch 1903-1910 (fol.52)
- ↑ Fremde Orden. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 4. Jänner 1886, S. 3 (online bei ANNO).
Weblinks
Rudolf Geyling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
- Maler
- Absolvent der Akademie der bildenden Künste Wien
- Künstler der Bildenden Kunst
- Träger des Gregoriusordens (Ritter)
- Träger des Zivil-Verdienstkreuzes
- Person (Wien)
- Person (Kaisertum Österreich)
- Person (Österreich-Ungarn)
- Geboren 1839
- Geboren in Wien
- Gestorben 1904
- Gestorben in Ybbs an der Donau
- Begraben am Baumgartner Friedhof
- Mann