49.993
Bearbeitungen
K (→Das Bauwerk) |
|||
Zeile 14: | Zeile 14: | ||
1114 wird erstmals ein "''Erchenbert''" von Gars genannt. Dieser ältere "''Erchenbert''" ist nicht ident mit einem jüngeren "''Erchenbert''" von Gars, der um 1156 / 1171 urkundlich belegt ist.<ref>vgl. Ilse Schöndorfer: ''Steine und Sagen'', 1999, S. 88f.</ref> 1170 dürfte die Burg im Besitz von einem Wolfger von Gars, einem Dienstmann von [[Heinrich II. (Österreich)|Herzog Heinrich (II.) von Österreich]] ("''Heinrich Jasomirgott''") , gewesen sein, der möglicherweise ein Bruder des jüngeren "''Erchenbert''" von Gars war.<ref name ="schöndorfer88"/> Ein Rudwin von Gors(sic!) begleitete [[Leopold V. (Österreich)|Herzog Leopold (V.) "''den Tugendreichen''"]] 1190 auf den "Dritten Kreuzzug".<ref name ="schöndorfer89"/> 1256 ist ein Rudolf als Burggraf von Gars urkundlich genannt.<ref name ="schöndorfer88"/> | 1114 wird erstmals ein "''Erchenbert''" von Gars genannt. Dieser ältere "''Erchenbert''" ist nicht ident mit einem jüngeren "''Erchenbert''" von Gars, der um 1156 / 1171 urkundlich belegt ist.<ref>vgl. Ilse Schöndorfer: ''Steine und Sagen'', 1999, S. 88f.</ref> 1170 dürfte die Burg im Besitz von einem Wolfger von Gars, einem Dienstmann von [[Heinrich II. (Österreich)|Herzog Heinrich (II.) von Österreich]] ("''Heinrich Jasomirgott''") , gewesen sein, der möglicherweise ein Bruder des jüngeren "''Erchenbert''" von Gars war.<ref name ="schöndorfer88"/> Ein Rudwin von Gors(sic!) begleitete [[Leopold V. (Österreich)|Herzog Leopold (V.) "''den Tugendreichen''"]] 1190 auf den "Dritten Kreuzzug".<ref name ="schöndorfer89"/> 1256 ist ein Rudolf als Burggraf von Gars urkundlich genannt.<ref name ="schöndorfer88"/> | ||
Um 1150 / 1160 wurde angeblich die Burgkapelle dem Heiligen Pankratius geweiht. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Ringmauern der Burg Gars verstärkt und ihre Befestigungen ausgebaut. Im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu weiteren Um- und Ausbauten. 1320-1429 befand sich die Burg im Besitz der [[Maissauer]], danach wurde sie gewöhnlich als landesfürstliche Pfandschaft des [[Herzogtum Österreich|Herzogtums Österreich]] vergeben.<ref name ="schöndorfer89"/> Unter [[Friedrich III. (HRR)|Kaiser Friedrich III.]] wurde Burg Gars von Johann von Neudeck eigenmächtig verpfändet und von [[w:Ulrich von Eyczing|Ulrich von Eyczing]] gelöst. Dieser überließ die Burg dem Kaiser, wofür dieser um 1460 Falkenstein und [[Schrattenthal]] an ihn abtrat.<ref name ="schöndorfer88"/> Georg Teufel, an den Burg Gars 1548-1576 verpfändet war, ließ Teil der mittelalterlichen Burganlage zu einem Renaissanceschloss umbauen.<ref name ="schöndorfer89"/> | Um 1150 / 1160 wurde angeblich die Burgkapelle dem Heiligen Pankratius geweiht. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Ringmauern der Burg Gars verstärkt und ihre Befestigungen ausgebaut. Im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu weiteren Um- und Ausbauten. 1320-1429 befand sich die Burg im Besitz der [[Maissauer]], danach wurde sie gewöhnlich als landesfürstliche Pfandschaft des [[Herzogtum Österreich|Herzogtums Österreich]] vergeben.<ref name ="schöndorfer89"/> Unter [[Friedrich III. (HRR)|Kaiser Friedrich III.]] wurde Burg Gars von Johann von Neudeck eigenmächtig verpfändet und von [[w:Ulrich von Eyczing|Ulrich von Eyczing]] gelöst. Dieser überließ die Burg dem Kaiser, wofür dieser um 1460 [[Burgruine Falkenstein (Niederösterreich)|Falkenstein]] und [[Schrattenthal]] an ihn abtrat.<ref name ="schöndorfer88"/> Georg Teufel, an den Burg Gars 1548-1576 verpfändet war, ließ Teil der mittelalterlichen Burganlage zu einem Renaissanceschloss umbauen.<ref name ="schöndorfer89"/> | ||
1622 erhielt Vinzenz Muschinger die Herrschaft als "freies Eigen". Weitere Besitzerfamilien waren in der Folgezeit die Freiherren von Oppel (zwischen 1667 und 1701), der Graf Leopold Ferdinand Anton von Rottal. die Freiherren von Rumel, Heinrich von Wallhorn und die Grafen Fuchs. 1742, 1781 und 1809 wurde Burg Gars durch Brände schwer beschädigt.<ref name ="wehrbauten">vgl. [http://www.wehrbauten.at/noe/niederoesterreich.html?/noe/gars/gars.html Burgruine Gars], Wehrbauten.AT, abgerufen am 12. Juli 2020</ref> Als im 18. Jahrhundert wegen der Dachsteuer die Dächer der Burg abgetragen wurden, verkam Gars zur Ruine.<ref name ="schöndorfer89"/> 1829-1966 gehörte die Ruine der Familie Croy, bei der es bis 1966 verblieb. Heute ist sie im Besitz der Gemeinde Gars am Kamp.<ref name ="wehrbauten"/> | 1622 erhielt Vinzenz Muschinger die Herrschaft als "freies Eigen". Weitere Besitzerfamilien waren in der Folgezeit die Freiherren von Oppel (zwischen 1667 und 1701), der Graf Leopold Ferdinand Anton von Rottal. die Freiherren von Rumel, Heinrich von Wallhorn und die Grafen Fuchs. 1742, 1781 und 1809 wurde Burg Gars durch Brände schwer beschädigt.<ref name ="wehrbauten">vgl. [http://www.wehrbauten.at/noe/niederoesterreich.html?/noe/gars/gars.html Burgruine Gars], Wehrbauten.AT, abgerufen am 12. Juli 2020</ref> Als im 18. Jahrhundert wegen der Dachsteuer die Dächer der Burg abgetragen wurden, verkam Gars zur Ruine.<ref name ="schöndorfer89"/> 1829-1966 gehörte die Ruine der Familie Croy, bei der es bis 1966 verblieb. Heute ist sie im Besitz der Gemeinde Gars am Kamp.<ref name ="wehrbauten"/> |
Bearbeitungen