Notlandung einer Bristol Blenheim bei Markt Allhau im April 1941: Unterschied zwischen den Versionen

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Am Abend des 6. Aprils wurden drei Besatzungen des 8. Bomber-Regiments eingewiesen, dass sie am Morgen des 7. Aprils noch in der Dunkelheit einen Angriff auf [[Feldbach]], [[Villach]], [[Fürstenfeld]], [[Pinkafeld]], [[Bad Gleichenberg]] und [[Wildon]] zu fliegen hätten. Eine der Crews bestand aus dem Piloten Dragisa Baralic, dem Navigator Ivan Miklavec und dem Bordschützen Velimir Grdovic. Die Erkenntnisse von Aleksandar Ognjevic über diesen Flug stützen sich vor allem auf die Aussagen von Ivan Miklavec, der die Kriegsgefangenschaft überlebte.<ref name="Ognjevic"></ref>  
Am Abend des 6. Aprils wurden drei Besatzungen des 8. Bomber-Regiments eingewiesen, dass sie am Morgen des 7. Aprils noch in der Dunkelheit einen Angriff auf [[Feldbach]], [[Villach]], [[Fürstenfeld]], [[Pinkafeld]], [[Bad Gleichenberg]] und [[Wildon]] zu fliegen hätten. Eine der Crews bestand aus dem Piloten Dragisa Baralic, dem Navigator Ivan Miklavec und dem Bordschützen Velimir Grdovic. Die Erkenntnisse von Aleksandar Ognjevic über diesen Flug stützen sich vor allem auf die Aussagen von Ivan Miklavec, der die Kriegsgefangenschaft überlebte.<ref name="Ognjevic"></ref>  


Der Start der Flugzeuge war für 7. April um 4.00 Uhr vorgesehen. Bevor sie abhoben, fiel Miklavec bei einem Routinecheck auf, dass die Maschine zahlreiche Einstiche eines [[w:Bajonett|Bajonetts]] aufwies, außerdem stellte sich heraus, dass auch die Uhr in der Flugzeugkabine zerstört worden war, eindeutig Zeichen von [[w:Sabotage|Sabotage]]. Ein weiteres Problem war, dass alle Blenheims des Regiments keine Funkgeräte besaßen. Dieser Umstand und schlechtes Wetter führten dazu, dass die Besatzung bald den Kontakt zu den anderen beiden Maschinen verlor, mit denen sie Feldbach angreifen sollte. Die Männer beschlossen daher, allein allein weiter zu fliegen und warfen über dem vermeintlichen Ziel drei ihrer vier mitgeführten Bomben ab. Wenig später beschossen sie einen deutschen [[w:Junkers Ju 87|Sturzkampfbomber]] mit ihren Bordwaffen, der daraufhin abtauchte und eventuell abstürzte. Tatsächlich hatten sie nicht Feldbach sondern den Flugplatz von Wiener Neustadt angegriffen. Dann folgten sie der Straße nach Wien und warfen dort, vermutlich bei [[Aspern]], ihre letzte Bombe. Auf ihrem Rückflug nach Jugoslawien konnten sie dem lohnenden Ziel des Flugplatzes von Wiener Neustadt, der vollgestellt war mit deutschen Maschinen, nicht widerstehen und griffen ihn mit Bordwaffen an. Um Höhe zu gewinnen flogen sie ein zweites Mal über den Flugplatz und wurden dabei von der dort stationierten Flak getroffen. Auf dem Weiterfolg merkten sie dann bald, dass der Benzintank getroffen war. Auf der Suche nach einer freien Fläche für eine Notlandung wurden sie bei Markt Allhau fündig. Nachdem die Maschine gelandet war, wurde die dreiköpfige Besatzung von Bauern, die mit Jagdflinten bewaffnet waren, bedroht. Die Piloten, selbst mit Pistolen bewaffnet, ergaben sich erst als eine deutsche Militärpatrouille ankam. Laut Aussage von Miklavec soll ein deutscher Offizier Essen und Getränke für die Kriegsgefangenen organisiert haben und sie gut behandelt haben. Die Behandlungsform änderte sich ''signifikant'' nachdem sie in ein Kriegsgefangenenlager kamen.<ref name="Ognjevic"></ref>  
Der Start der Flugzeuge war für 7. April um 4.00 Uhr vorgesehen. Bevor sie abhoben, fiel Miklavec bei einem Routinecheck auf, dass die Maschine zahlreiche Einstiche eines [[w:Bajonett|Bajonetts]] aufwies, außerdem stellte sich heraus, dass auch die Uhr in der Flugzeugkabine zerstört worden war, eindeutig Zeichen von [[w:Sabotage|Sabotage]]. Ein weiteres Problem war, dass alle Blenheims des Regiments keine Funkgeräte besaßen. Dieser Umstand und schlechtes Wetter führten dazu, dass die Besatzung bald den Kontakt zu den anderen beiden Maschinen verlor, mit denen sie Feldbach angreifen sollte. Die Männer beschlossen daher, allein weiter zu fliegen und warfen über dem vermeintlichen Ziel drei ihrer vier mitgeführten Bomben ab. Wenig später beschossen sie einen deutschen [[w:Junkers Ju 87|Sturzkampfbomber]] mit ihren Bordwaffen, der daraufhin abtauchte und eventuell abstürzte. Tatsächlich hatten sie nicht Feldbach sondern den Flugplatz von Wiener Neustadt angegriffen. Dann folgten sie der Straße nach Wien und warfen dort, vermutlich bei [[Aspern]], ihre letzte Bombe. Auf ihrem Rückflug nach Jugoslawien konnten sie dem lohnenden Ziel des Flugplatzes von Wiener Neustadt, der vollgestellt war mit deutschen Maschinen, nicht widerstehen und griffen ihn mit Bordwaffen an. Um Höhe zu gewinnen flogen sie ein zweites Mal über den Flugplatz und wurden dabei von der dort stationierten Flak getroffen. Auf dem Weiterflug merkten sie dann bald, dass der Benzintank getroffen war. Auf der Suche nach einer freien Fläche für eine Notlandung wurden sie bei Markt Allhau fündig. Nachdem die Maschine gelandet war, wurde die dreiköpfige Besatzung von Bauern, die mit Jagdflinten bewaffnet waren, bedroht. Die Piloten, selbst mit Pistolen bewaffnet, ergaben sich erst als eine deutsche Militärpatrouille ankam. Laut Aussage von Miklavec soll ein deutscher Offizier Essen und Getränke für die nunmehrigen Kriegsgefangenen organisiert und sie gut behandelt haben. Die Behandlungsform änderte sich ''signifikant'' nachdem sie in ein Kriegsgefangenenlager kamen.<ref name="Ognjevic"></ref>  


Das Flugzeug war für kurze Zeit eine große Attraktion für die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern, auch deutsche Piloten sollen es sich angesehen haben, bevor es in Einzelteile zerlegt und mit der Bahn mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde.<ref name="Ognjevic"></ref>
Das Flugzeug war für kurze Zeit eine große Attraktion für die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern. Auch deutsche Piloten sollen es sich angesehen haben, bevor es in Einzelteile zerlegt und mit der Bahn mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde. Ognjevics Buch enthält auch zwei Fotos von dem Flugzeug, die es auf der Wiese bei Markt Allhau mit einigen Einheimischen zeigen.<ref name="Ognjevic"></ref>


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