Zeynep Aksöz Balzar

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Zeynep Aksöz Balzar (geb. Aksöz in Izmir, Türkei) ist eine Architektin, Künstlerin und Forscherin, deren Arbeiten an der Schnittstelle von räumlicher Praxis, digitaler Kunst und künstlicher Intelligenz angesiedelt sind.

Leben

Zeynep Aksöz Balzar lebt seit 2001 in Wien und studierte Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Klaus Bollinger[1]. Während ihres Studiums verbrachte sie ein Austauschjahr an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Madrid (ETSAM), unter anderem bei Juan Herreros.

Von 2013 bis 2015 absolvierte sie den Masterstudiengang Emergent Technologies and Design an der Architectural Association School of Architecture in London.

2015 wurde sie in das ITN InnoChain im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 aufgenommen und erhielt ein Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium.[2]

Im Rahmen dieses Programms promovierte sie an der Universität für angewandte Kunst Wien mit einer Arbeit zum Thema Reflections on Multiple Criteria Optimization in Early Design Phase Through Applications of AI and Machine Learning for Human–Machine Collaboration. Für ihre Dissertation wurde sie mit dem Forschungspreis der österreichischen Bundeskammer der Architekt:innen ausgezeichnet.[2]

Von 2019 bis 2025 war sie Assistenzprofessorin an der Technischen Universität Wien.[1]

Seit 2025 arbeitet sie an einer Habilitation an der Technischen Universität Wien.[3]

Werk

In ihren Arbeiten wird künstliche Intelligenz nicht ausschließlich als technisches Werkzeug verstanden, sondern als verkörpertes und situiertes Medium innerhalb räumlicher, klanglicher und performativer Kontexte.[4]

In Installationen, Performances und interaktiven Systemen untersucht sie, wie algorithmische Prozesse Wahrnehmung, Handlung und Verhalten beeinflussen. Dabei versteht sie Raum als adaptive Schnittstelle, in der menschliche und nichtmenschliche Akteure miteinander interagieren.[5]

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Auseinandersetzung mit gegenwärtigen technologischen Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf Fragen von Verkörperung, Relationalität und Interaktion zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren. In diesem Zusammenhang untersucht sie auch, wie Intelligenz in technologischen Umgebungen wahrgenommen, gestaltet und organisiert wird.[6]

Projekte (Auswahl)

  • Vibrant Fields (FWF PEEK, 2020–2024)
  • Morphology of Sound (INTRA, 2022–2023)[7][8]
  • Terrapolis Reimagined (AI in Arts, BMKÖS, 2025)
  • FUTUROMAT (S+T+ARTS Residency, Ars Electronica Center, 2025)[9]

Ausstellungen und Performances (Auswahl)

Arbeiten von Aksöz Balzar wurden international präsentiert, unter anderem im Kuandu Museum of Fine Arts (Taipei), bei der Ausstellung Becoming Human in Times of Post-Humanism[10], beim Valetta Campus Theatre (Universität Malta), bei der Vienna Design Week[11], der Bratislava Design Week, an der University of California, Los Angeles (UCLA), der Daniels School of Architecture (Toronto), der Royal Danish Academy (Kopenhagen) sowie am Zentrum Fokus Forschung in Wien.

Sie war Mitkuratorin der Ausstellung Becoming Human in Times of Post-Humanism.[12]

Vorträge und Lehre

Aksöz Balzar hielt Vorträge und Keynotes unter anderem an der Architectural Association School of Architecture (London), dem Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC, Barcelona)[13], dem Colegio Oficial de Arquitectos de Madrid (COAC), IMAL und BOZAR (Brüssel), der Technischen Universität Wien sowie der Estonian Academy of Arts.

Sie war Vortragende beim Forum Alpbach.[14]

Aktuell (2026) ist sie in der Lehre tätig, unter anderem am IAAC Barcelona sowie an der Universität für angewandte Kunst Wien.[15]

Weitere Tätigkeiten

Aksöz Balzar ist Partnerin des Kreativstudios Open Fields.[16]

Sie ist Mitherausgeberin der Publikation AI Halftime: Becoming Human Through Art (De Gruyter, erscheint 2026), gemeinsam mit Margarete Jahrmann.

Sie ist Mitglied der interaktiven KI-Performancegruppe Resonant Blech, in der sie Live-Algorithmen für performative Klangumgebungen entwickelt.[17]

Seit 2025 ist sie gemeinsam mit Mark Balzar als Open Fields am Ars Electronica Center im EU-Programm S+T+ARTS als Artist in Residence tätig.[18]

Publikationen (Auswahl)

  • Aksöz Balzar, Zeynep; Jahrmann, Margarete (Hrsg.): AI Halftime: Becoming Human Through Art. De Gruyter, erscheint 2026.
  • Mark Balzar; Zeynep Aksöz Balzar; Galo Moncayo Asan: Imag(in)e Nature: Imaging Energetic Footprint of Urban Environments Through Multispectral Data Acquisition. In: ARIN, 2024.[19]
  • Alexander Urban et al.; Aksöz Balzar, Zeynep: Resonant Blech: Emergent Soundscapes Through Human-AI Interaction. In: CAAD Futures, 2025.[20]
  • Mark Balzar; Zeynep Aksöz Balzar; Galo Moncayo Asan: OTTO: A Portable Urban Sensing Station to Survey Energetic Footprint of Urban Microclimates. In: CDRF, 2023.[21]
  • ZeynepAksöz; Samuel Wilkinson; Giannis Nikas: Optimisation of Robotic Printing Paths for Structural Stiffness Using Machine Learning. In: Fabricate 2020.[22]

Auszeichnungen

  • Forschungspreis für Architektur der österreichischen Bundeskammer der Architekt:innen (2022)
  • Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium (2015–2019)
  • Margarete-Schütte-Lihotzky-Projektstipendium (2025)
  • Förderung im Bereich „AI in Arts“ des österreichischen Bundesministeriums für Kunst und Kultur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Zeynep Aksöz auf der UAK abgerufen am 3. April 2026 (engl.)
  2. 2,0 2,1 https://cordis.europa.eu/project/id/642877
  3. Fakultätskolloquium - ar.tuwien - Fakultät für Architektur und Raumplanung. Abgerufen am 3. 32034 2026.
  4. [www.zeynepaxoz.com ?] Abgerufen am 3. 32034 2026.
  5. Resonant Blech: Emergent sound-scapes through human-AI collaboration. Abgerufen am 3. April 2026 (english).
  6. ? Abgerufen am 3. April 2026.
  7. https://zentrumfokusforschung.uni-ak.ac.at/en/news/morphology-of-sound/
  8. https://base.uni-ak.ac.at/showroom/Yqk9hSFGdgTrsCTkSjXBC8/
  9. https://starts.eu/starts-aqua-motion-artist/aquamotion-artist-openfields/
  10. https://w3.tnua.edu.tw/event/%E3%80%90exhibition%E3%80%91becoming-human-in-times-of-post-humanism-taiwan-x-austria-collaborative-exhibition-and-symposium/
  11. https://www.viennadesignweek.at/en/player/vibrant-fields/
  12. https://w3.tnua.edu.tw/event/%E3%80%90exhibition%E3%80%91becoming-human-in-times-of-post-humanism-taiwan-x-austria-collaborative-exhibition-and-symposium/
  13. https://iaac.net/people/zeynep-aksoz/
  14. https://www.alpbach.org/de/speakers/aksoz-balzar-zeynep
  15. https://ioa.angewandte.at/institute/people/zeynep-aksoz
  16. Studio || OpenFields - OpenFields. Abgerufen am 3. 32034 2026 (english).
  17. Resonant Blech. Abgerufen am 3. April 2026 (deutsch).
  18. https://starts.eu/starts-aqua-motion-artist/aquamotion-artist-openfields/
  19. https://doi.org/10.1007/s44223-024-00052-5
  20. https://doi.org/10.25442/hku.29265815
  21. https://doi.org/10.1007/978-981-99-8405-3_25
  22. https://doi.org/10.2307/j.ctv13xpsvw