Porzellanfuhre: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Porzellanfuhre''' war ein Codewort bei den [[w:Fiaker|Fiakern]] in Wien im 18. Jahrhundert.
'''Porzellanfuhre''' war ein Codewort bei den [[w:Fiaker|Fiakern]] in Wien im 18. Jahrhundert.


Mit diesem Wort wurde vom Fahrgast dem Kutscher [[w:Kutscher|Kutscher]] vermittelt, dass es egal ist wo er hinfahre, dafür aber möglichst langsam und schonend, eben wie mit einer Fuhre [[w:Porzellan|Porzellan]], fahre. Der Grund war dass sich im Wagen neben dem Fahrgast auch eine [[w:Prostition|Prostituierte]] befand und er den Wagen nicht als Fortbewegungsmittel sondern als Ersatz für ein [[w:Stundenhotel|Stundenhotel]] benutzte.
Mit diesem Wort wurde vom Fahrgast dem [[w:Kutscher|Kutscher]] vermittelt, dass es egal ist, wo er hinfährt, dafür aber möglichst langsam und schonend, eben wie mit einer Fuhre [[w:Porzellan|Porzellan]]. Der Grund war, dass sich im Wagen neben dem Fahrgast auch eine [[w:Prostition|Prostituierte]] befand und er den Wagen nicht als Fortbewegungsmittel, sondern als Ersatz für ein [[w:Stundenhotel|Stundenhotel]] benutzte.


Abgeleitet davon wurden die Fiakerkutscher als ''Porzellannagler'' bezeichnet, der seine Kutschen möglichst blickdicht machte.<ref>[http://tv.orf.at/groups/show/pool/fragen_13_4/story Was ist ein Porzellan-Nagler?] aus ''Was gibt es Neues'' auf ORF vom 13. April 2007 abgerufen am 28. August 2008</ref>
Abgeleitet davon wurden der Kutscher solcher Fuhren als ''Porzellannagler'' bezeichnet, der seine Kutschen möglichst blickdicht machte.<ref>[http://tv.orf.at/groups/show/pool/fragen_13_4/story ''Was ist ein Porzellan-Nagler?''] Aus: ''Was gibt es Neues?'' auf ORF vom 13. April 2007, abgerufen am 28. August 2008.</ref>


Gerüchteweise gibt es diese ''Porzellanfuhre'' auch bei den heutigen [[w:Taxi|Taxis]].
Gerüchteweise gibt es in diesem Sinne ''Porzellanfuhren'' auch bei den heutigen [[w:Taxi|Taxis]].


== Literatur ==
== Literatur ==
* Ann Tizia Leitich: ''Wiener biedermeier, kultur, kunst und leben der alten kaiserstadt'', 1941 Seite, 100
* Ann Tizia Leitich: ''Wiener Biedermeier. Kultur, Kunst und Leben der alten Kaiserstadt vom Wiener Kongreß bis zum Sturmjahr 1848''. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1941, S. 100.
 
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Austriaforum|Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_Österreichs/Fiaker|Fiaker}}
* {{Austriaforum|Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_Österreichs/Fiaker|Fiaker}}

Aktuelle Version vom 19. März 2025, 00:03 Uhr

Porzellanfuhre war ein Codewort bei den Fiakern in Wien im 18. Jahrhundert.

Mit diesem Wort wurde vom Fahrgast dem Kutscher vermittelt, dass es egal ist, wo er hinfährt, dafür aber möglichst langsam und schonend, eben wie mit einer Fuhre Porzellan. Der Grund war, dass sich im Wagen neben dem Fahrgast auch eine Prostituierte befand und er den Wagen nicht als Fortbewegungsmittel, sondern als Ersatz für ein Stundenhotel benutzte.

Abgeleitet davon wurden der Kutscher solcher Fuhren als Porzellannagler bezeichnet, der seine Kutschen möglichst blickdicht machte.[1]

Gerüchteweise gibt es in diesem Sinne Porzellanfuhren auch bei den heutigen Taxis.

Literatur

  • Ann Tizia Leitich: Wiener Biedermeier. Kultur, Kunst und Leben der alten Kaiserstadt vom Wiener Kongreß bis zum Sturmjahr 1848. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1941, S. 100.

Einzelnachweise

  1. Was ist ein Porzellan-Nagler? Aus: Was gibt es Neues? auf ORF vom 13. April 2007, abgerufen am 28. August 2008.

Weblinks