ÖsterreichWiki:Löschkandidat/Agro Breeding

Aus ÖsterreichWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wikipedia:Löschregeln Diese Projektseite wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Zur Löschdiskussion

Vorlage:Löschantragstext/März


Dieser Artikel wurde auf Grund eines Löschantrages in der Wikipedia hierher transferiert. Beim Löschen dieses Artikels in der Wikipedia wird dieser Artikel hier im ÖsterreichWiki erhalten, bei bleiben in der Wikipedia wird in der Regel dieser Artikel hier im ÖsterreichWiki wieder gelöscht.
Agro Breeding GmbH
Rechtsform
Gründung 2013
Sitz Jagenbach, Niederösterreich, Österreich
Leitung Christian Klinger (Geschäftsführer)
Branche Viehhandel, Lebendtierexport, Agrarhandel

Die Agro Breeding GmbH ist ein österreichisches Familienunternehmen mit Sitz in Jagenbach (Bezirk Zwettl, Niederösterreich). Das Unternehmen ist auf den internationalen Handel mit Zuchtrindern und Schweinen sowie auf Fleischimport und -export spezialisiert und Teil der Klinger-Unternehmensgruppe, die sich selbst als führenden Lebendtierexporteur Österreichs bezeichnet.[1] Daneben betreibt die Unternehmensgruppe über die Tochtergesellschaft AgroFresh GmbH einen Betrieb zur Aufbereitung und Vermarktung von Kartoffeln und Zwiebeln.

Geschichte

Gründung und frühe Jahre (1906–1980)

Die Wurzeln der Unternehmensgruppe gehen auf das Jahr 1906 zurück, als die Familie Klinger in Arbesbach (Hauptplatz 36, Bezirk Zwettl) eine Fleischhauerei, einen Viehhandel und einen Gastbetrieb gründete. 1949 übernahmen Rupert und Leopoldine Klinger das Unternehmen; in dieser Phase wurde der erste Lastkraftwagen angeschafft, der Betrieb beschäftigte drei Angestellte. 1980 erfolgte eine erneute Übergabe an Rupert und Angela Klinger.[2]

Internationalisierung (1985–2010)

Ab 1985 begann das Unternehmen mit dem Export in osteuropäische Länder. 1990 wurde mit der Faunus Trading KFT eine Niederlassung in Ungarn gegründet, 1999 folgte die Inter-Agro d.o.o. in Kroatien.

2010 übernahm die Klinger-Gruppe die Fa. Agro Fresh und verlegte den Firmensitz von Arbesbach nach Jagenbach. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen die AEO-Zertifizierung durch den österreichischen Zoll.[3]

Gründung der Agro Breeding GmbH (2013)

Die Agro Breeding GmbH wurde am 6. April 2013 gegründet (FN 394532w) und hat als Unternehmenszweck Viehzucht, Export, Import, Handel mit Waren aller Art, Vieh- und Fleischgroßhandel sowie Consulting. Geschäftsführer und Gesellschafter ist Christian Klinger, der das Unternehmen über die Christian Klinger Holding GmbH hält.[4]

Im April 2025 verabschiedete sich Friedrich Wagner, langjähriger Mitgeschäftsführer der AgroFresh GmbH, nach 15 Jahren in den Ruhestand.[5]

Unternehmensstruktur

Die Agro Breeding GmbH ist Teil der Klinger-Unternehmensgruppe, die vollständig im Eigentum der Christian Klinger Holding GmbH liegt, die ihrerseits zu 100 Prozent von Christian Klinger gehalten wird.[6]

Zum Unternehmensverbund gehören folgende Gesellschaften:

Gesellschaft Sitz Gründung Status Anmerkung
Klinger GmbH Jagenbach 2007 (FN 291228b) Aktiv Kerngeschäft Viehexport
Christian Klinger Holding GmbH Zwettl-Niederösterreich 2011 Aktiv Holdinggesellschaft; 100 % C. Klinger
AgroFresh GmbH Jagenbach 2009 (FN 329822h) Aktiv Kartoffeln & Zwiebeln; C. Klinger 51,43 %, Holding 48,57 %
Agro Breeding GmbH Jagenbach 2013 (FN 394532w) Aktiv Viehzucht, Export, Consulting
CK Immo Invest GmbH Jagenbach 2021 Aktiv Immobilien
Klinger Immobilien GmbH Niederösterreich k. A. Aktiv Immobilien
Faunus Trading KFT Ungarn 1990 Aktiv Auslandsniederlassung
Inter-Agro d.o.o. Kroatien 1999 Aktiv Auslandsniederlassung
Eurex s.r.o. (i. L.) Tschechien 2009 Liquidiert 1. 4. 2019

Geschäftsbereiche

Lebendtierexport (Rinder)

Der Kernbereich des Unternehmens ist der Export von Zuchtrindern. Die wichtigsten Rassen sind Fleckvieh (Simmental), Holstein-Friesian und Braunvieh. Bezugsländer sind unter anderem Österreich, Deutschland, Tschechien, die Niederlande, Ungarn, Frankreich, Polen und die Slowakei. Der Transport erfolgt per Lkw, Schiff oder Flugzeug.[7] Neben dem EU-Binnenmarkt exportiert das Unternehmen in den Nahen Osten, nach Australien und nach Brasilien.

AgroFresh GmbH

Die AgroFresh GmbH (FN 329822h, UID ATU65057733, gegründet 7. Juli 2009) ist auf Aufbereitung, Lagerung und Vermarktung von Kartoffeln und Zwiebeln spezialisiert. Das Unternehmen beliefert heimische Supermärkte sowie Abnehmer in Rumänien und Italien. Christian Klinger hält persönlich 51,43 Prozent, die Holding 48,57 Prozent der Anteile.[8]

Agro Breeding GmbH

Die Agro Breeding GmbH (FN 394532w, eingetragen 6. April 2013) hat als Unternehmenszweck Viehzucht, Export, Import, Handel mit Waren aller Art, Vieh- und Fleischgroßhandel sowie Consulting.[9]

Kritik und Tierschutzvorfälle

Lkw-Transporte Niederösterreich–Türkei (2024)

Im August 2024 veröffentlichte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) Dokumentationen von Tiertransporten schwangerer Kalbinnen der Rasse Fleckvieh vom Bezirk Melk nach Kayseri (Anatolien). Die rund 2.500 Kilometer lange Fahrt dauerte vier Tage. Laut VGT hatten die Tiere während der gesamten Fahrt keinen ausreichenden Zugang zu Wasser, obwohl die EU-Tiertransportverordnung (EG) Nr. 1/2005 nach 14 Stunden Fahrt eine Tränkepause vorschreibt. Trotz Temperaturen von teils über 30 °C soll die Belüftungsanlage ausgeschaltet geblieben sein. Der VGT erstattete Anzeige gegen das Exportunternehmen bei der Bezirkshauptmannschaft Melk.[10][11]

Schiffstransport Uruguay–Türkei: Affäre um die Spiridon II (2025/2026)

Im Herbst 2025 geriet das Unternehmen im Zusammenhang mit einem Rindertransport an Bord des Viehtransportschiffs Spiridon II in den Mittelpunkt internationaler Medienberichterstattung.

Hintergrund: Das Schiff

Die Spiridon II (IMO 7311329) ist ein 1973 in Finnland gebauter und 2011 zum Viehtransporter umgebauter Frachter unter Togoischer Flagge (Heimathafen Lomé, Eigner JMR Shipping). Das Schiff verfügt über eine Kapazität von mehr als 2.900 Rindern auf sieben Decks.

Ablauf

Laut Recherchen der ZIB 2 des ORF war die Agro Breeding GmbH aus Jagenbach das Exportunternehmen der Rinder aus Uruguay und Organisatorin des Transports, wie vorliegende Verträge zeigten.[12]

Das Schiff lud rund 3.000 Rinder in Uruguay und legte eine Strecke von über 12.000 Kilometern in Richtung Türkei zurück. Die Verladung, laut Vertrag ursprünglich für Mitte Juli vorgesehen, erfolgte erst am 20. September, rund zwei Monate später als geplant. Dadurch befanden sich die teils trächtigen Tiere bei der Einschiffung in einem weit fortgeschritteneren Trächtigkeitsstadium als ursprünglich vereinbart.[12]

Im türkischen Hafen Bandırma verweigerten die Behörden die Einreise, da 469 der geladenen Rinder keine gültige Importbewilligung für die Türkei besaßen. Die türkischen Importeure gaben an, davon erst kurz vor Ankunft erfahren zu haben, weil die Liste der geladenen Tiere sehr spät übermittelt worden sei. Das Schiff blieb daraufhin 22 Tage im Hafen. Die Importeure gingen gerichtlich gegen das Einreiseverbot vor, scheiterten damit jedoch.[12][13]

Am 9. November 2025 verließ die Spiridon II den Hafen Bandırma. Ab dem 18. November war das Schiff für mehrere Tage nicht mehr über das Automatische Identifikationssystem (AIS) geortet worden – was auf einen technischen Defekt oder eine regelwidrige Abschaltung hindeutete. Am 22. November 2025 legte das Schiff im libyschen Benghazi an, wo die überlebenden Rinder verkauft wurden.[13]

Vorwürfe und Stellungnahmen

Laut ZIB-2-Bericht werfen die türkischen Importeure, darunter Savaş Dursun Tarım ve Hayvancılık Sanayi Ticaret Ltd. Şti., der Agro Breeding GmbH mehrere Verfehlungen vor. Neben den fehlenden Importgenehmigungen soll die Agro Breeding nach Bekanntwerden des Problems den Kontakt abgebrochen haben. Die türkischen Importeure beziffern ihre Zahlung an die Verkäuferin auf 2 Millionen US-Dollar, die nicht zurückerstattet wurden.

Laut einem türkischen Behördenbericht wurden während der Überfahrt 140 Kälber an Bord geboren, viele davon tot. Rund 90 Kälber galten als verschwunden; Tierschützerinnen äußerten den Verdacht, diese seien über Bord geworfen worden.[12]

In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der ZIB 2 bestritt die Agro Breeding Fehlverhalten. Der Käufer sei in alle Abläufe eingebunden gewesen, habe die Verladung überwacht und übernommen; die Übergabe sei vertragsgemäß mit der Verladung in Uruguay erfolgt. Verzögerungen seien mit den Käufern besprochen und der geänderte Zeitplan von diesen genehmigt worden. Die Agro Breeding GmbH bestätigte den laufenden Rechtsstreit und forderte ihrerseits einen Millionenbetrag von den türkischen Importeuren.[12]

Tierschutzexpertinnen wiesen in dem ORF-Bericht darauf hin, dass auf Hochseetransporten ein weitgehend rechtsfreier Raum herrsche. Es gebe kein international verbindliches Tierschutzrecht, lediglich nicht bindende Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH).[12]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Welcome to Klinger Group. In: klinger-export.com. Abgerufen am 23. März 2026.
  2. About us – History. In: klinger-export.com. Abgerufen am 23. März 2026.
  3. About us. In: klinger-export.com. Abgerufen am 23. März 2026.
  4. Agro Breeding GmbH. In: evi.gv.at. Abgerufen am 23. März 2026.
  5. Sebastian Dangl: Knödelrolle zum Erfolg – AgroFresh-Gründer verabschiedet sich nach 15 Jahren. In: NÖN. 4. April 2025, abgerufen am 23. März 2026.
  6. Christian Klinger – Unternehmensübersicht. In: northdata.com. Abgerufen am 23. März 2026.
  7. Cattle. In: klinger-export.com. Abgerufen am 23. März 2026.
  8. AgroFresh GmbH – Firmenprofil. In: firmenabc.at. Abgerufen am 23. März 2026.
  9. Agro Breeding GmbH. In: evi.gv.at. Abgerufen am 23. März 2026.
  10. Schwangere österreichische Kalbinnen bei brütender Hitze über 2.500 km in die Türkei transportiert. In: vgt.at. 29. August 2024, abgerufen am 23. März 2026.
  11. VGT sieht Verstöße bei Tiertransport von Niederösterreich in Türkei. In: nachrichten.at. 29. August 2024, abgerufen am 23. März 2026.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 12,4 12,5 ZIB 2 – Rinderwahnsinn: Österreichisches Unternehmen organisierte Transport. In: ORF. 23. März 2026, abgerufen am 23. März 2026.
  13. 13,0 13,1 Schiff mit Tausenden Rindern an Bord vom Radar verschwunden. In: Kurier.at. 2025, abgerufen am 23. März 2026.