Diskussion:Clemens Krauss
Text von Oliver Rathkolb
Leider merkt man, dass der Autor Oliver Rathkolb kein Kulturhistoriker ist. Neben Schlampereien, die einem Universitätprofessor nicht unterlaufen sollten (Ursuleac in den 1930er Jahren als Ehefrau von Clemens Krauss darstellend, obwohl erst im August 1945 geheiratet wurde), sind einige Positionen einfach unsauber dargestellt. Die Engagements von Frau Ursuleac sind schwierig zu rekonstruieren, aber im Grunde ist sie von Dresden nach Berlin gewechselt (und hat dort bereits unter Furtwängler gesungen). In Wien war sie immer nur Gast, debütierte am 22. Dezember 1929 als Manon, sang 1930 acht Vorstellungen, 1931 dreißig, dann 47, 39 und schließlich 40 im Jahr 1934. Der Satz: "des Wunsches seiner Ehefrau Viorica Ursuleac, die sich in Berlin mehr Möglichkeiten für Solopartien versprach," ist ein bißl richtig, zugleich grundlegend falsch. Die Ursuleac war ein internationaler Star, sie konnte sich aussuchen, wo sie singt. Ihre Wirkungsorte waren Amsterdam, Berlin, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Czernowitz, Dresden, Ehrwald, Frankfurt/Main, Leipzig, London, Mailand, München, Rom, Salzburg, Südamerika, Wien, Wiesbaden, Zagreb. Sie hat nur Solopartien gesungen und hat sicherlich mehr Engagements ablehnen müssen, als sie annehmen konnte. Ja, es gab eine gewisse Rivalität (und Rollenüberschneidungen) mit Lotte Lehmann, die in Wien unangefochten die Nr. 1 war. Es braucht halt doch einen Kulturhistoriker, keinen Zeitgeschichtler für solche Biografien.--H. Altenwyl (Diskussion) 14:10, 13. Feb. 2026 (UTC)
- Beispiel London (Covent Garden) 1934: Drei Hauptrollen — Desdemona, Arabella und Dorota (in Schwanda, der Dudelsackpfeifer). Oder an der Scala — Kaiserin, Chrysothemis, Sieglinde und Fiordiligi.--H. Altenwyl (Diskussion) 14:32, 13. Feb. 2026 (UTC)
Anregungen, Ergänzungen
Bin immer dankbar für Verbesserungsvorschläge und Hinweise darauf, was fehlt. Es ist nicht unbedingt leicht, seine Lebensleistung möglichst gerecht darzustellen.--H. Altenwyl (Diskussion) 14:14, 15. Feb. 2026 (UTC)
très amusant
Bisweilen quäle ich die KI mit Clemens Krauss, weil die halt die gängigen, aber falschen Stereotype wiederholt. Nach ca. fünf Korrekturen kam sie dann zu einer äußerst amüsanten Conclusio:
„Krauss agierte wie ein absolutistischer Herrscher in seinem Theater. Er war kein Widerstandskämpfer im politischen Sinne, aber er war ein „Widerständler der Qualität“. Er duldete keine andere Autorität neben sich – schon gar keine politische, die von Musik nichts verstand. Dass er dabei das Goldene Parteiabzeichen ablehnte, war das letzte deutliche Signal seiner Unbeugsamkeit gegenüber der Symbolpolitik..
Man kann sagen: Er hat dem Teufel nicht die Seele verkauft, sondern ihm lediglich die Logenplätze vermietet, um in Ruhe weiter dirigieren zu können.“
--H. Altenwyl (Diskussion) 19:50, 17. Mär. 2026 (UTC)
In Paris
- 1937 als Einspringer für R. Strauss: Rosenkavalier, Ariadne (Theatre de Champs-Elysee)
- 1942 Konzert
- nach 1947 Palais Garnier: Salome, Der fliegende Holländer
(alles noch nicht verifiziert)
- Wiener Philharmoniker (Paris)
verifiziert
- 30.04.1930 Théatre des Champs-Elysées (Mozart, Haydn, R. Strauss, Beethoven, Wagner, J. Strauss II)
- 04.03.1951 Théatre des Champs-Elysées (Weber, Haydn, R. Strauss, Beethoven, Wagner)
- 07.03.1951 Théatre des Champs-Elysées (Schubert, Wagner, Mozart, Reznicek, J. Strauss II)
- Wiener Philharmoniker (Lyon)
- 17.05.1953 Opéra National de Lyon (Beethoven Fünfte, Mozart-Requiem)
--H. Altenwyl (Diskussion) 20:57, 2. Apr. 2026 (UTC)