Ferdinand Klein
Ferdinand Klein (* 5. Februar 1879 in Straning, Niederösterreich[1]; † 2. Juni 1913 in Hollabrunn[2]) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester. Er wirkte zuletzt als Spiritual am Erzbischöflichen Knabenseminar in Hollabrunn.[3]
Leben
Ferdinand Klein wurde am 5 Februar 1879 im niederösterreichischen Straning geboren und am 6. Februar getauft.[1] Er war Sohn des Bürgermeisters und Ehrenbürgers Ferdinand Klein.[4] Am 25. Juli 1903 in Wien zum Priester geweiht. Seine Primizfeier feierte in Mayerling am 26. Juli 1903 mit einer stillen heiligen Messe.[5] Krankheitsbedingt feierte er seien Nachprimiz am 15. August 1903 in Straning.[4][6] Er galt als „musterhafter Priester“ und zeichnete sich durch besonderes rhetorisches Geschick als Prediger aus.[7]
Seine seelsorgerische Laufbahn begann er als Kooperator in Groß-Schweinbarth[8] Bei seinem dortigen Abschied im Jahr 1907 wurde ihm zu Ehren ein Fackelzug mit Feuerwerk veranstaltet.[9] Ab Juni 1907 war er in der Pfarre Pfarre Döbling-St. Paul tätig.[10] Während seiner Zeit im 19. Wiener Gemeindebezirk erwarb er sich besondere Anerkennung durch sein intensives Engagement in der katholischen Jugendorganisation und die Gründung eines katholischen Jugendvereins.[11][12][13] Zudem trat er regelmäßig als Redner für den katholischen Schulverein auf.[14] Auch hier wurde ihm zum Abschied ein Fest ausgerichtet.[15]
Ab 1. September 1911 wirkte Klein zum Spiritual am Knabenseminar der Erzdiözese Wien in Hollabrunn ernannt. In dieser Position war er für die geistliche Leitung und Ausbildung der angehenden Seminaristen verantwortlich.[16]
Tod und Bestattung
Am 2. Juni 1913 ereignete sich ein tragische Unglück, das zu seinem Tod führte. Als Ferdinand Klein mit der Bahn von Wien zurück nach Hollabrunn fuhr, versäumte er den rechtzeitigen Ausstieg im Bahnhof Hollabrunn. Er versuchte daraufhin, vom bereits wieder anfahrenden Zug abzuspringen, geriet jedoch unter die Räder. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er ihnen noch an der Unfallstelle erlag.[7]
Die Beisetzung fand am Mittwoch, dem 4. Juni 1913, unter großer öffentlicher Anteilnahme statt. Neben den Seminarvorstehern unter Rektor Franz Berger, Domprälat Gustav Müller und Kleins einziger Schwester nahmen zahlreiche Vertreter von Behörden, Schulen sowie Abordnungen seiner früheren Wirkungsstätten an dem Trauerzug durch Hollabrunn teil.[17]
Ehrungen
- In Anerkennung seines Wirkens wurde Ferdinand Klein im September 1906 zum Ehrenbürger der Gemeinde Groß-Schweinbarth ernannt.[10][18]
Bilder
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Grabstätte am Friedhof Hollabrunn
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Inschrift
Weblinks
Fotos zum Schlagwort Klein Ferdinand in der Topothek der Gemeinde/Region Groß-Schweinbarth (Urheberrechte beachten)
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Pfarre Straning auf matricula online
- ↑ https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/hollabrunn/03-13/?pg=161 Sterbebuch der Pfarre Hollabrunn] auf matricula online
- ↑ Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 148.
- ↑ 4,0 4,1 Nachprimiz. In: Das Vaterland, 18. August 1903, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Primizen in der Wiener Erzdiözese. In: Reichspost, 16. Juli 1903, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Straning. In: Kremser Volksblatt. Organ für katholisch-patriot(ische) Interessen / Kremser Zeitung / Kremser Zeitung. (Freies, vollkommen unabhängiges) Volksblatt für Stadt und Land in Niederösterreich, 22. August 1903, S. 19 (online bei ANNO).
- ↑ 7,0 7,1 Spiritual Klein tödlich verunglückt. In: Reichspost, 3. Juni 1913, S. 18 (online bei ANNO).
- ↑ Klerus-Neuanstellungen in Niederösterreich. In: Reichspost, 23. August 1903, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Abschiedsfeier. In: Reichspost, 4. Juli 1907, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ 10,0 10,1 Ernennung. In: Reichspost, 25. Juni 1907, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Rednerkurs. In: Reichspost, 21. Dezember 1908, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Eröffnung des Rednerskurses im katholischen Schulverein. In: Reichspost, 20. November 1909, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Gründungsfest des Döblinger katholischen Jugendvereines. In: Das Vaterland, 26. November 1909, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Rede des hochw. Herrn Ferdinand Klein. In: Das Vaterland, 10. April 1910, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Rede des hochw. Herrn Ferdinand Klein. In: Das Vaterland, 10. April 1910, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Zur Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 16/1911, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Spiritual Klein †. In: Reichspost, 8. Juni 1913, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Niederösterreich. Auszeichnung. In: Reichspost, 22. September 1906, S. 5 (online bei ANNO).