Freiwillige Feuerwehr Hagenbrunn
| Hagenbrunn | |
|---|---|
| Gemeinde Hagenbrunn | |
| Landesfeuerwehrverband | Niederösterreich |
| Bezirksfeuerwehrkommando: | Korneuburg |
| Abschnitt
|
Korneuburg |
| Gründungsdatum: | 1875 |
| Kommandant: | HBI Richard Thoman |
| Mitglieder: (Jugend/Aktiv/Reserve) |
0 / 81 / 20 (2025-06) |
| Fahrzeuge: | siehe Fuhrpark |
| Adresse: | Salzstraße 10 2102 Hagenbrunn |
| Koordinaten: | 48° 20′ N, 16° 25′ O |
| Feuerwehrnummer | |
| Website: | https://www.ffhagenbrunn.at |
Die Freiwillige Feuerwehr Hagenbrunn ist eine Feuerwehr(en) der Marktgemeinde Hagenbrunn. Sie gehört dem Niederösterreichischer Landesfeuerwehrverband an. Das zuständige Bezirkskommando ist das Bezirksfeuerwehrkommando Korneuburg. Der Feuerwehrabschnitt ist Korneuburg.
Die Feuerwehr heute
Einsatzgebiet
Das Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Hagenbrunn erstreckt sich über das gesamte geschlossene Siedlungsgebiet des Ortes sowie die weitläufigen landwirtschaftlichen Flächen und umliegenden Weinberge. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den umfangreichen Industrie- und Gewerbegebieten, die seit den 1970er Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet haben und spezifische Anforderungen an den Brandschutz stellen. Zudem umfasst der Zuständigkeitsbereich mehrere wichtige Verkehrsverbindungen und Landesstraßen, die aufgrund ihres hohen Verkehrsaufkommens regelmäßig technische Hilfeleistungen erforderlich machen.
Weitere Aufgaben
Über die Kernaufgaben der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung hinaus nimmt die Feuerwehr vielfältige weitere Aufgaben wahr. Dazu gehören unter anderem die Stellung von Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen sowie die aktive Mitwirkung im Katastrophenschutz des Bezirks Korneuburg. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der intensiven Jugendarbeit, welche die langfristige Sicherung des personellen Nachwuchses gewährleistet. Zudem leistet die Wehr durch die Pflege der Kameradschaft und die Unterstützung des kulturellen Lebens einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde.
Standort
Das Zeughaus befindet sich im Zentrum von Hagenbrunn. Es wurde im Laufe der Geschichte mehrfach erweitert (unter anderem 1962 und 1978), um Platz für moderne Tanklöschfahrzeuge und Umkleidekabinen zu schaffen.
Nachbarfeuerwehren
| FF | FF | |
| FF | FF | |
| FF | FF |
Mannschaft
Fuhrpark
Ausrüstung
- Abschleppachse
- Schlauchanhänger, mit 400m B-Schläuche fertig gekuppelt
- Universalanhänger:
- TS (Tragkraftspritze) -Anhänger
Alarmierung
Die Alarmierung erfolgt heute über die Landeswarnzentrale Niederösterreich mittels:
- Sirenensteuerung (Funk)
- Pager (Personenrufempfänger)
- Blaulicht-SMS / Mobile Apps
Geschichte
Die Wehr wurde im Jahr 1875 von 24 Männern gegründet, um den Brandschutz im Ort auf eine organisierte Basis zu stellen. Zuvor war die Ausrüstung, die lediglich aus einer Handdruckspritze und einfachen Löscheimern bestand, in einer provisorischen „Feuerrequisitenhütte“ (dokumentiert im Grundbesitzbogen von 1842) untergebracht. Bereits in den ersten Jahren investierte die junge Wehr massiv in ihre Ausrüstung, so etwa 1880 in den Ankauf einer Saugspritze für 1.000 Gulden, wovon ein beachtlicher Teil von 410 Gulden von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden musste.
Das frühe 20. Jahrhundert brachte sowohl festliche Höhepunkte, wie das 25-jährige Bestehen im Jahr 1900, als auch schwere personelle Krisen. Im Jahr 1923 war der Mitgliederstand so weit gesunken, dass die Wehr kaum noch einsatzfähig war; erst ein dringender Aufruf des Kommandanten führte zum Beitritt von 15 neuen Männern. Mit dem Ankauf der ersten Motorspritze in den Jahren 1930/31, die feierlich am Kirtag geweiht wurde, begann das Zeitalter der Motorisierung.
Während der Zeit des Nationalsozialismus ab 1938 verlor die Feuerwehr ihre Eigenständigkeit und wurde als eine von 96 Wehren in die Feuerwehr der Stadt Wien (Groß-Wien) eingegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 musste die Organisation mühsam neu aufgebaut werden. Da wichtige Geräte wie die Motorspritze den Krieg überstanden hatten, konnte der Dienst schnell wieder aufgenommen werden.
Die Nachkriegsjahre waren von einer rasanten technischen Modernisierung geprägt. 1947 wurde mit einem Puch-Pumpenwagen das erste echte Löschauto in Dienst gestellt. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Wehr mit ihren Aufgaben: 1957 wurde ein Schlauchturm errichtet, 1962 folgte das erste schwere Tanklöschfahrzeug (TLF 2000), und das Zeughaus musste aufgrund der größeren Fahrzeuge mehrfach erweitert werden.
Ein wichtiger rechtlicher Meilenstein war das Jahr 1970, in dem die Feuerwehr vom Status eines Vereins in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt wurde. Im selben Jahr wurde der Tank 2 (Steyr 480) mit dem einem Funkgerät PYe Cambridge ausgestattet. Es war das 500. Fahrzeug-Funkgerät des Landesfeuerkommandos Nö.[1]
Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1975 unterstrich die Feuerwehr mit der Indienststellung eines geländegängigen Land-Rovers ihre Einsatzbereitschaft für das durch Industrie und Siedlungswachstum immer komplexer werdende Einsatzgebiet. Bis heute orientiert sich die Wehr an ihrem historischen Wahlspruch: „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“.
1984 übernahm die Feuerwehr Hagenbrunn vom Landesfeuerwehrverband Nö. ein Kleinrüstfahrzeug.[2] 1987 wurde das neue Feuerwehhaus im Gemeindezentrum eröffnet.[3][4]
Im Juni 2025 feierte die Feuerwehr Hagenbrunn mit einem großem Zeltfest ihr 150-jähriges Jubiläum. Dabei wurde auch die neu angeschaffte Feuerwehrfahne durch ihren Feuerwehrkuraten Sebastian Hacker geweiht.[5]
Außergewöhnliche Einsätze
In der über 150-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hagenbrunn stechen immer wieder Ereignisse hervor, welche die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen stellten und das Dorfleben nachhaltig prägten. Eine der wohl dramatischsten Zäsuren bildete der Großbrand im Jahr 1888. In einer Zeit, in der die Löschtechnik noch in den Kinderschuhen steckte, vernichteten die Flammen 18 Scheunen sowie 16 Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Dieser Einsatz demonstrierte bereits früh die Notwendigkeit der überörtlichen Hilfe, da insgesamt 17 Feuerwehren aus der Region zusammengezogen werden mussten, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern.
Mit der zunehmenden Technisierung und dem Ausbau der Infrastruktur wandelte sich auch das Einsatzspektrum. Im Jahr 1956 bewies die Wehr ihre Solidarität über die Gemeindegrenzen hinaus, als sie bei einem schweren Hochwasser im Bezirk Korneuburg wertvolle Hilfe leistete. In den späten 1960er Jahren, insbesondere 1968, war die Feuerwehr mit einer Serie von Ölbränden konfrontiert, die neue Anforderungen an die Ausrüstung und das Fachwissen der Kameraden stellten.
Ein besonders arbeitsreiches Jahr markiert das Jahr 1972. Die Chronik verzeichnet für diesen Zeitraum insgesamt 22 Brandeinsätze, wobei ein Großteil dieser Feuer durch Funkenflug der damaligen Lokalbahn ausgelöst wurde. Dies erforderte eine enorme zeitliche Belastung der freiwilligen Helfer.
Am 8. Januar 1987 kam es zu einem Brand im Gemeindezentrum, in dem sich auch die Feuerwehr befindet. Ausgelöst wurde der Brand in der Sauna. Der Dehnfugenbrand beschäftigte die Kameraden bis zum 10. Januar.[6]
In der Zeit vom 30. 04. bis 02. 05. 1988 mußte die FF Hagenbrunn zu drei schweren Verkehrsunfällen ausrücken, der schwerste forderte vier Todesopfer und ein schwerverletztes Kind.[7]
2009 fordert eine Gasexplosion ein Menschenleben und eine schwerverletzte Person.[8]
Bisherige Kommanden
| lfd. | Kommandant | von - bis | Kommandant-Stv. | von - bis | Leiter d. Verwaltungsdienstes (ab 1970) |
von - bis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rudolf Parzer | 1947–1956 | Michael Oberschil | 1947–1956 | |||
| Rudolf Wiedermann | 1956–1960 | |||||
| Stefan Gratz | 1960–1961 | |||||
| Josef Haller | 1961–1971 | |||||
| Rudolf Gilg | 1971–1982 | |||||
| Josef Ott († 9. August 1977)[9] | 1982 | |||||
| Karl Böhm | -2026 | Bernhard Grof | ||||
| Rihard Thomann | 2026 | Clemens Hofer | Daniel Prägant |
Ehrenabschnittsbrandinspektor
- Rudolf Gilg im Jahr 1991[10]
Ehrenkommandanten
- Karl Böhm (Ernennung zum Ehrenkommandanten am 12.1.2026)
- Michael Oberschil († 15. Juni 1972)[11]
Ehrenoberverwalter
- Bernhard Grof (Ernennung zum Ehrenoberverwalter am 12.1.2026)
Regelmäßige Veranstaltungen
Quellen und Literatur
- Rudolf Maier, Gemeinde Hagenbrunn (Hrsg.): Hagenbrunn. Hagenbrunn August 1983, S. 292-299.
Einzelnachweise
- ↑ 500 "Cambridge"-Funkgeräte. In: Brand aus! / brandaus, Heft 7/1970, S. 26 (online bei ANNO).
- ↑ Das Netz ist wieder dichter. In: Brand aus! / brandaus, Heft 9/1984, S. 21 (online bei ANNO).
- ↑ Die Lokalpresse berichtet. In: Brand aus! / brandaus, Heft 7/1987, S. 57 (online bei ANNO).
- ↑ Jedes Winkerl genutzt.: Brand aus! / brandaus, Jahrgang 1989, S. 63 (online bei ANNO).
- ↑ Freiwillige Feuerwehr Hagenbrunn. 19. Juni 2025, abgerufen am 22. Februar 2026.
- ↑ Dehnfugen: Dämmplatten glosten.: Brand aus! / brandaus, Jahrgang 1987, S. 402 (online bei ANNO).
- ↑ Die Lokalpresse berichtet. In: Brand aus! / brandaus, Heft 7/1988, S. 50 (online bei ANNO).
- ↑ Gas-Unfälle der letzten Jahre.: Zeitschrift der oberösterreichischen Feuerwehren, Jahrgang 2010, S. 316 (online bei ANNO).
- ↑ EABI Josef Ott †. In: Brand aus! / brandaus, Heft 10/1977, S. 36 (online bei ANNO).
- ↑ Verleihung des Ehrendienstgrades Ehrenabschnittsbrandinspektor. In: Brand aus! / brandaus, Heft 7/1991, S. 47 (online bei ANNO).
- ↑ Michael Oberschil. In: Brand aus! / brandaus, Heft 7/1972, S. 16 (online bei ANNO).
Weblinks
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