Johann Gartner

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Johann Gartner (* 13. Mai 1884 in Frauendorf an der Schmida[1], Niederösterreich; † 27. Februar 1933 in Hollabrunn[2]) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester, Kirchenrechtler und Rektor des Erzbischöflichen Knabenseminars in Hollabrunn.

Leben

Johann Gartner wurde 1884 als Sohn von Leopold Gartner in Frauendorf geboren.[3] Nach seinem Theologiestudium empfing er am 24. Juli 1910 in Wien die Priesterweihe.[4] Seine ersten Dienstjahre als Seelsorger verbrachte er als Kooperator in den niederösterreichischen Pfarren Guntramsdorf[4] und Himberg.[5]

Im Jahre 1911 wurde er durch Kardinal Friedrich Pfiffl nach Rom zum Studium entsandt. Ab 1. September 1912 wirkte er dort auch als Kaplan an der prestigeträchtigen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima und promovierte am Päpstlichen Athenaeum St. Apollinare zum Doktor des kanonischen Rechts (Dr. iur. can.).[6]

Nach seiner Rückkehr nach Wien 1914 übernahm er die Aufgabe des Studienpräfekten im kurz zuvor in die Boltzmanngasse übersiedelten Wiener Priesterseminar.[7] Ab 1917 übernahm er das Amt des fürsterzbischöflichen Zerimonärs[8] und wurde 1918 zusätzlich zum Notar des fürsterzbischöflichen Diözesangerichtes bestellt.[9] Am 1. September 1922 trat Gartner die Nachfolge von Franz Berger als Rektor des Erzbischöflichen Knabenseminars in Hollabrunn an. In dieser Funktion war er bis zu seinem Tod tätig.

Krankheit und Tod

Bereits zu Beginn seines Amtszeit litt Gartner an Diabetes. Auch Kuren in Maria Wörth brachten keine dauerhafte Besserung.[10] In der Endphase seiner Krankheit erblindete Gartner und wurde schließlich von seinen Amtspflichten entbunden. Am 12. Februar 1933 besuchte ihn der Wiener Erzbischof Theodor Innitzer am Krankenbett.[11]

Johann Gartner verstarb am 27. Februar 1933 im Alter von 48 Jahren infolge eines diabetischen Komas. Die Beisetzung fand am 1. März 1933 unter großer Teilnahme des Klerus und der Öffentlichkeit statt. Unter den Trauergästen befanden sich der Wiener Erzbischof Theodor Innitzer, Weihbischof Franz Kamprath, Kanonikus Franz Hlawati, Minister a.D. Emmerich Czermak und über siebzig Priester.[12][13] Am Folgetag feierte Kamprath das Pontifikalrequiem. Gartner wurde auf dem Friedhof Hollabrunn bestattet; sein Grab wurde um das Jahr 2010 aufgelassen.

Ehrungen

In Anerkennung seiner Verdienste um die kirchenrechtliche Verwaltung und die Ausbildung der Jugend wurden ihm folgende Titel verliehen:

  • Päpstlicher Ehrenkaplan: Eine Auszeichnung durch den Heiligen Stuhl (Monsignore).
  • Ernennung zum Ehrendomherr von St. Stephan durch Erzbischof Innitzer im November 1932.[14]
  • Erzbischöflicher Konsistorialrat: Ein Titel für Mitglieder des bischöflichen Beirats, die aktiv an der Diözesanverwaltung mitwirkten.

Literatur

  •  Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 48-59, 147.

Einzelnachweise

  1. Taufbuch der Pfarre Frauendorf auf matricula online
  2. Sterbebuch der Pfarre Hollabrunn auf matricula online
  3. Todesfälle. In: Das kleine Volksblatt, 22. Jänner 1933, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dkv
  4. 4,0 4,1  Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit der Erzdiözese Wien (Stand vom 1. Jänner bs 31. Dezember 1910.). Verlag der erzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1911, S. 146, 457.
  5.  Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit der Erzdiözese Wien (Stand vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1911). Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, 1912, S. 80, 217.
  6.  Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit der Wiener Erzdiözese (Stand vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1912). Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1913, S. 80, 297.
  7.  Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit der Wiener Erzdiözese (Stand vom 1. April bis 31. Dezember 1914.). Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1915, S. 39, 78.
  8.  Personalstand der Säkular und Regular-Geistlichkeit der Erzdiözese Wien. Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1918, S. 30.
  9.  Personalstand der Säkular - und Regular-Geistlichkeit der Erzdiözese Wien. Verlag der fürsterzbischöflichen Ordinariats-Kanzlei, Wien 1919, S. 31, 33, 62.
  10. Maria-Wörth (Todesfall). In: Kärntner Zeitung / Kärntner Tagblatt, 4. März 1933, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/knz
  11. Besuch Erzbischofs Dr. Innitzer in Hollabrunn. In: Reichspost, 15. Februar 1933, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rpt
  12. Die Bestattung des Kanonikus Dr. Gartner. In: Reichspost, 2. März 1933, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rpt
  13. DasBegräbnis des Rektors Dr. Gartner. In: Das kleine Volksblatt, 2. März 1933, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dkv
  14. Auszeichnungen im Klerus. In: Das kleine Volksblatt, 23. November 1932, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dkv