Johann Grippel
Johann Grippel (* 4. April 1860 in Rafing (Gemeinde Pulkau)[1]; † 19. Juni 1932 in Maria Taferl) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester und Pädagoge. Er bekleidete im Laufe seiner Karriere bedeutende Positionen im staatlichen höheren Schuldienst und wurde durch den Heiligen Stuhl in den Rang eines Päpstlichen Geheimkämmerers erhoben.
Leben
Johann Nepumuk Grippel wurde am 4. April 1860 im niederösterreichischen Rafing geboren. Er besuchte das Knabenseminar der Erzdiözese Wien von 181-1879, das sich damals noch in Wien befand. Nach seiner Matura absolvierte er eine vierjährige theologische Ausbildung im fürsterzbischöflichen Klerikalseminar und empfing am 22. Juli 1883 in Wien die Priesterweihe.
Seine erste berufliche Station führte ihn am 1. September 1883 als Kooperator nach Guntersdorf. Bereits ein Jahr später, am 1. September 1884, kehrte er als Studienpräfekt an das Knabenseminar zurück. Während dieser Tätigkeit vertiefte er seine wissenschaftlichen Studien und wurde am 15. April 1891 zum Doktor der Theologie promoviert.
Mit Beginn des Schuljahres 1894/95 entschied sich Grippel für eine zusätzliche Laufbahn im Schuldienst. Mit der Genehmigung des Kardinals Anton Josef Gruscha bereitete er sich durch ein Studium der Klassischen Philologie an der Universität Wien auf das Gymnasiallehramt vor. Er besuchte über einen Zeitraum von acht Jahren die Vorlesungen in Wien, während er weiterhin in Hollabrunn als Präfekt tätig war.
Im Jahr 1898 erwarb er die Lehrbefähigung für das Nebenfach Deutsch und am 22. Juni 1899 die Lehrbefähigung für sein Hauptfach Klassische Philologie. Am 14. September 1899 legte er sein Amt als Präfekt nieder, wobei ihm das Ordinariat Dank und Anerkennung aussprach, und trat eine Stelle als Supplent am k. k. Staatsgymnasium in Hollabrunn an.
In den folgenden Jahren stieg er innerhalb des Lehrkörpers kontinuierlich auf: 1900 wurde er zum provisorischen und 1902 zum wirklichen Gymnasiallehrer ernannt, bevor ihm im Oktober 1903 der Titel eines Professors zuerkannt wurde. Zusätzlich legte er im Jahr 1904 die Lehramtsprüfung für Stenographie ab. In seiner späteren Laufbahn lehrte er am Franz-Joseph-Gymnasium im III. Wiener Gemeindebezirk, wo er schließlich zum Gymnasialdirektor aufstieg.
Spätes Wirken und Lebensende
Nach seiner aktiven Zeit im staatlichen Schuldienst trat Johann Grippel in den dauernden Ruhestand. Das genaue Datum seiner Pensionierung ist nicht überliefert, jedoch wurde er bereits im Jahr 1925 offiziell als pensionierter Religionslehrer erwähnt. Trotz seines Rückzugs aus dem aktiven Schuldienst blieb er weiterhin in kirchenrechtlichen Belangen tätig. So erfolgte in den Jahren 1925 und 1928 seine Ernennung zum Prosynodalrichter, ein Amt, dessen Funktionsdauer formal bis zum 30. Juni 1938 festgesetzt war.[2]
Seinen Lebensabend verbrachte Grippel in Maria Taferl, wohin er sich nach dem Eintritt in den Ruhestand zurückgezogen hatte.[3][4] Dort verstarb er am 19. Juni 1932. Die Begräbnisfeierlichkeiten wurden von Regens Karl Handloss in Grippels Geburtsort Pulkau zelebriert, bevor er auf dem Friedhof in Pulkau bestattet wurde.[4]
Ehrungen
- Ernennung zum Päpstlichen Geheimkämmerer durch den Vatikan.[5]
Werke
- Johann Grippel: Geschichte des F. E. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Fürsterzbischöfliches Knabenseminar, Hollabrunn 1906.
- Johann Grippel, Alois Müller: Zeitgenössische Berichte aus der Umgebung Oberhollabrunns über die Kriegsjahre 1805 und 1809. [I. Teil]. Druck und Verlag von Maximilian Jordan, Oberhollabrunn 1902.
Weblinks
- Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 151.
- Johann Grippel: Geschichte des f.e. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Verlag des f.e. Knabenseminar, Oberhollabrunn 1906, S. 162.
Einzelnachweise
- ↑ Taufbuch der Pfarre Pulkau auf matricula online
- ↑ Chronik der Erzdiözese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 11/1928, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Memento. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 5/1932, S. 24 (online bei ANNO).
- ↑ 4,0 4,1 Maria Taferl (Todesfall). In: Der St. Pöltner Bote. Lokalblatt von St. Pölten und dem Kreise O. W. W. / St. Pöltner Bote / St. Pöltner Zeitung. Gegründet als „St. Pöltner Bote“. (Organ des Bauernvereines für das Viertel ober dem Wienerwalde), 14. Juli 1932, S. 15 (online bei ANNO).
- ↑ Wien. In: Salzburger Kirchenblatt / Salzburger Kirchenblatt. Neue Folge / Katholische Kirchenzeitung vormals („)Salzburger Kirchenblatt(“) / Klerus-Blatt vormals Katholische Kirchenzeitung, 9. Oktober 1913, S. 9 (online bei ANNO).
- Römisch-katholischer Geistlicher (19. Jahrhundert)
- Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)
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