Johann Leinkauf
Johann Leinkauf (* 21. Februar 1831 in Groß-Herrlitz, Schlesien; † 30. November 1921 in Wien) war ein österreichischer römisch-katholischer Priester, Theologe und Religionslehrer.
Leben
Johann Leinkauf wurde am 21. Februar 1831 in Groß-Herrlitz in Schlesien geboren. Er kam früh nach Wien, wo er das Gymnasium bei den Piaristen in der Josefstadt besuchte. Anschließend absolvierte er die beiden Lyzealklassen (1849–1850), ebenfalls bei den Piaristen. Im Jahr 1850 trat er in das fürsterzbischöfliche fürsterzbischöfliche Klerikalseminar in Wien ein.
Nach Abschluss seiner theologischen Studien wurde Leinkauf am 19. Juli 1854 in Wien durch Kardinal Rauscher zum Priester geweiht[1]. In der Folge war er als Kooperator in Staatz tätig (ab 9. September 1854). Am 1. September 1857 wurde er zum Studienpräfekten am Knabenseminar berufen, dessen Amt er bis 1863 inne hatte.[2]
Am 20. Mai 1862 promovierte Leinkauf zum Doktor der Theologie. Bereits ein Jahr später, am 23. September 1863, wurde er zum Religionslehrer am k. k. Theresianum in Wien ernannt[3][2], wo er über mehrere Jahrzehnte wirkte. Im Jahr 1871 übernahm er zusätzlich das Amt des Dekans des theologischen Doktorenkollegiums der Universität.[4] Nach insgesamt 31 Jahren Lehrtätigkeit trat er mit Ende des Schuljahres 1894 in den Ruhestand.
Am 19. Juli1879 feierten in der Lazaristenkirche feierte Leinkauf gemeinsam mit 17 Priestern sein 25jähriges Priester-Jubiläum mit einem Hochamt. Das Hochamt hielt der Sekretär der fürsterzbischöflichen Ordinaiats-Kanzlri, Msgr. Franz Czernohorsky, die Predigt der Cooperator von St. Augustin, Anton Steiner. Am Feste nahmen außer den Genannten folgende Priester teil: Georg Vahr, Pfarrer in Erdberg; Johann Bischof, Pfarrer in Pischelsdorf; Johann Engel, pensionierter Pfarrer; Johann Fliedl, Professor am Real- und Ober-Gymnastum in Mariahilf; Johann Hananska, Pfarrer in Ebenfurth; Johann Helleparth. Pfarrer in Au; Michael Mechtler, Professor au der Ober-Realschule in Fünfhaus; Josef Meixner, Pfarrer in Katzelsdorf; Johann Schmid, Pfarrer in Leopoldsdorf; Heinrich Schwarz, Pfarrer in Trautmannsdorf; Franz Wasmer, Pfarrer in Baumgarten; Johann Hofstädter, Director des Priaristeuordens-Collegiims in Wieden; Rudolph Lambrecht, Cooperator in Baden; Karl Zieger, Pfarrer in Schottwien.[5][6]
Am 26. Juli 1914 feierte er 60-jähriges Priesterjubiläum in der Wiener Karlskirche.[1]
AM 21. Februar 1921 feierte er noch seinen 90. Geburtstag[7][8]. Er verstarb am 30. November 1921 in Wien in der Pfarre St. Elisabeth[9].
Werke
Neben seiner Tätigkeit als Seelsorger und Lehrer verfasste Leinkauf zwei Lehrbücher:
- Glaubens- und Sittenlehre für die I. Klasse der Mittelschulen (1869)[10][11]
- Liturgik für die II. Klasse der Gymnasien
Ehrungen
- Am 6. November 1876 wurde er zum fürsterzbischöflichen geistlichen Rat (f. e. geistlicher Rat) ernannt.[12]
- Mit seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1894 erhielt er das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.[13][14]
Literatur
- Johann Grippel: Geschichte des f.e. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Verlag des f.e. Knabenseminar, Oberhollabrunn 1906, S. 145-146.
- Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 150.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Diamantenes Priesterjubiläum des Dokton Johann Leinkauf. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, 24. Juli 1914, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ 2,0 2,1 Amtliches. In: Das Vaterland, 4. Oktober 1863, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Amtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, 3. Oktober 1863, S. 1 (online bei ANNO).
- ↑ Nichtamtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, 12. Oktober 1871, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Priester Jubiläen. In: Die Presse, 23. Juli 1879, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ 25jähriges Priesterjubiläum. In: Neuigkeits-Welt-Blatt / Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe), 24. Juli 1879, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ 90. Geburtstag des Seniors der Erzdiözese Wien Professors Dr. Leinkauf. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 20. Februar 1921, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Personalnachricht. In: Reichspost, 24. Februar 1921, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Memento. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 23/1921, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ P.P.. In: Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz. Eigenthum des österreichischen Buchhändler-Vereines / (Oesterreichisch-ungarische) Buchhändler-Correspondenz. Organ des Vereines der österreichisch-ungarischen Buchhändler / Anzeiger für den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel, früher Buchhändler-Correspondenz, 20. Juni 1869, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Ernennung. In: Wiener Zeitung, 8. November 1876, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ Kirchliche Nachricht aus der Wiener Diözese. In: Gemeinde-Zeitung / Gemeinde-Zeitung. Unabhängiges, politisches Journal, 9. November 1876, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Amtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, 12. August 1894, S. 1 (online bei ANNO).
- ↑ Personalnachrichten. In: Extrapost / Extrapost. Montags-Zeitung / Extrapost. Illustrirte Montags-Zeitung / Extrapost. Unparteiische Montags-Zeitung / Wiener Montags-Journal. Vorm(als) Extrapost. Unparteiische Montags-Zeitung / Wiener Montags-Journal. Unparteiische Zeitung / Wiener Montags-Presse. Vormals „Wiener Montags-Journal“ / Wiener Montags-Presse. Montagblatt für und über das Ausland / Wiener Fremden-Presse. Montags-Ausgabe: „Wiener Montags-Presse“ / Fremden-Presse / Der Nachmittag (mit Theaterprogrammen). Tagesausgabe der Fremden-Presse, 13. August 1894, S. 3 (online bei ANNO).