Josef Chodnicek

Aus ÖsterreichWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Josef (auch Joseph) Chodnicek (* 26. Jänner 1840 in Großkuncic, Mähren; † 13. Oktober 1904 in Welehrad, Mähren) war ein katholischer Priester, Altphilologe und Religionslehrer im österreichischen Schulwesen des 19. Jahrhunderts.

Leben und Ausbildung

Chodnicek legte 1857 am Gymnasium in Kremsier die Maturitätsprüfung ab. Nach dem Studium der klassischen Philologie an der Universität Wien in den Jahren 1861 bis 1865 wurde er laut Zeugnis der Gymnasial-Prüfungskommission in Wien vom 4. November 1865 zum Unterricht in Latein und Griechisch mit deutscher und böhmischer Unterrichtssprache für die ersten sechs Klassen des Gymnasiums befähigt erklärt. Die Subdiakonatsweihe empfing er am 16. Juli 1862, am 20. Juli die Diakonatsweihe und daraufolgend die Priesterweihe.[1]

Bereits 1861 trat er, damals zum Diakon geweiht, als Präfekt in das . Diese Funktion übte er bis 1868 aus.

In den Jahren 1866 bis 1868 war Chodnicek zunächst als Probekandidat, anschließend als Hilfslehrer am k. k. Theresianischen Gymnasium in Wien tätig. Am 21. Februar 1868 wurde er vom niederösterreichischen Landesausschuss zum Religionsprofessor am niederösterreichischen Gymnasium Hollabrunn ernannt.[2] Dieses Amt versah er nur etwa eineinhalb Jahre, da er bereits 1869 im Zuge der Gründung des Staatsgymnasiums Landstraße (heute Gymnasium Kundmanngasse) in Wien durch Ministerialerlass vom 19. September 1869 als Religionslehrer an diese Schule berufen wurde.[3][4]

Dort wirkte er bis 1900. Laut der Schulchronik wurde er mit Ende Februar 1900 auf eigenes Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. Seine langjährige Tätigkeit als Lehrer und seine Verwaltung der Schülerlade wurden mit der Verleihung des Titels eines Schulrates gewürdigt.[5][6]

Nach seiner Pensionierung übersiedelte Chodnicek nach Welehrad in Mähren, wo er am 13. Oktober 1904 starb.[7]

Schriften

Chodnicek verfasste mehrere Programmschriften:

  • Übersicht der gleichzeitigen Ereignisse in Juda und Israel in den Jahren 775–588 mit Rücksicht auf die Staaten Damaskus in Syrien, Assyrien und Babylon während dieses Zeitraumes (Programm des Realgymnasiums in Oberhollabrunn, 1868)
  • Die politischen Ansichten des Polybios im Zusammenhange mit Plato und Aristoteles (Wien, Real- und Obergymnasium auf der Landstraße, 1877)
  • Über die Gründe der theoretischen Exkurse und Bemerkungen des Polybius (ebenda, 1888)

Literatur

  •  Johann Grippel: Geschichte des f.e. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Verlag des f.e. Knabenseminar, Oberhollabrunn 1906, S. 149-150.
  •  Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 150.
  •  Christine Mann, Erwin Mann: Die große Geschichte des kleinen Seminars der Erzdiözese Wien. Wiener Domverlag, Wien 2006, ISBN 978-3853511947, S. 29, 438, 473.

Einzelnachweise

  1. Kirchliche Nachrichten. In: Sonntags-Blatt. Beilage zum Oesterreichischen Volksfreund / Sonntags-Blatt des Severinus-Vereines / Sonntags-Blatt für alle Stände, 27. Juli 1862, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sob
  2. Tagesnachrichten. In: Neues Fremden-Blatt, 10. April 1868, S. 18 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfb
  3. Amtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, 22. September 1869, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  4. Amtliches. In: Das Vaterland, 23. September 1869, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  5. Schulprogramm. In: Die Presse, 16. Juli 1878, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/apr
  6. Auszeichnung. In: Das Vaterland, 17. Juni 1900, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  7. Ruhestand. In: Correspondenz-Blatt für den Katholischen/katholischen Clerus Oesterreichs / Korrespondenzblatt für den Katholischen Klerus (Österreichs), 25. Oktober 1904, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ckk