Martin Strahammer

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Martin Strahammer (* 29. Oktober 1843 in Gösting (Gemeinde Zistersdorf)[1]; Niederösterreich; † 7. Dezember 1906 in Wien[2]) war ein österreichischer römisch-katholischer Geistlicher, Dekan und langjährig in der Priesterausbildung der Erzdiözese Wien aktiv.

Leben

Martin Strahammer wurde im niederösterreichischen Gösting geboren. Seine schulische Laufbahn begann er am Gymnasium in Nikolsburg (Mähren), wo er die unteren vier Klassen absolvierte, bevor er für die Oberstufe an das Piaristengymnasium in Wien wechselte. Während dieser Zeit, von 1861 bis 1865, war er Zögling des fürsterzbischöflichen Knabenseminars. Sein anschließendes Studium der Theologie schloss er als Alumnus des Klerikalseminars an der Universität Wien ab.

Nach seiner Priesterweihe am 25. Juli 1869 trat Strahammer seine erste Stelle als Kooperator in Röschitz an, wo er bis August 1871 wirkte. Es folgten zwei weitere Jahre als Kooperator in Bruck an der Leitha. Aufgrund seiner pädagogischen Eignung wurde er am 27. September 1873 zum Studienpräfekt am Knabenseminar in Wien und Hollabrunn berufen.[3] Nach achtjähriger Tätigkeit in dieser Funktion stieg er am 3. Oktober 1881 zum Vizerektor der Institution auf.[4]

Im Oktober 1883 verließ er das Seminar und übernahm die Pfarre in Maissau.[5] Am 4. Mai 1893 folgte die Investitur als Pfarrer in Atzgersdorf bei Wien.[6] In den folgenden Jahren übernahm Strahammer zunehmend administrative Verantwortung auf Diözesanebene: Am 10. September 1900 wurde er mit der Führung des Dekanates Oberlaa betraut[7], zunächst provisorisch und ab September 1901 definitiv als Dechant.

Seine letzte Wirkungsstätte trat er im Frühjahr 1905 an, als er auf die Pfarre St. Joseph ob der Laimgrube im VI. Wiener Gemeindebezirk präsentiert und am 25. April investiert wurde[8] Er hatte den die Vollendung der Neubaus (Baubeginn 1906) der Kirche nicht mehr miterlebt .

Martin Strahammer verstarb am Abend des 7. Dezember 1906 im Alter von 63 Jahren in Folge einer Gehirnblutung.[9] Die Trauerfeierlichkeiten am 10. Dezember 1907 wurden vom damaligen Generalvikar und Weihbischof Godfried Marschall geleitet.[10] Er wurde auf dem Friedhof Atzgersdorf beigesetzt (Nummer 36).[11]

Ehrungen

In Anerkennung seines kirchlichen Wirkens und seiner administrativen Verdienste wurden Martin Strahammer im Laufe seiner Karriere mehrere Auszeichnungen zuteil:

  • Fürsterzbischöflicher Geistlicher Rat: Diese Ernennung erfolgte am 23. September 1901 zeitgleich mit seiner Bestellung zum definitiven Dechant von Oberlaa.
  • Pfarre Atzgersdorf: Die Verleihung dieser Pfarre im Jahr 1893 wurde offiziell als besondere Belobigung für seine Leistungen in der Leitung des Knabenseminars deklariert.

Literatur

  •  Johann Grippel: Geschichte des f.e. Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn. Verlag des f.e. Knabenseminar, Oberhollabrunn 1906, S. 144.
  •  Dr. Hans Groër: Hundert Jahre Knabenseminar der Erzdiözese Wien. Im Selbstverlag des e.b. Knabenseminars Hollabrunn, Hollabrunn 1956, S. 149.

Einzelnachweise

  1. Taufbuch der Pfarre Jedenspeigen auf matricula online
  2. Sterbebuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube auf matricula online
  3. Wiener Diözesannachrichten. In: Volksblatt für Stadt und Land. Illustrierte Wochen-Rundschau, 1. Oktober 1873, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vbl
  4. Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 19/1881, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd
  5. Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 20/1883, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd
  6. Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 10/1893, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd
  7. Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 18/1900, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd
  8. Zur Chronik der Erzdiöcese. In: Wiener Diöcesanblatt / Wiener Diözesanblatt, Heft 9/1905, S. 12 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrd
  9. Dechant Strahammer †. In: Das Vaterland, 8. Dezember 1906, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  10. Dechant Strahammer †. In: Reichspost, 11. Dezember 1906, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rpt
  11. Martin Strahammer in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at