Ringzaun

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Ringzaun in der Nähe von Frutigen, Schweiz

Der Ringzaun (auch: Schweifelhag (Schweiz), Bogenzaun, Lungauer Bänderzaun / Benda-Zaun) wird ohne Nägel, Schrauben, Klemmen etc. hergestellt. Die Bretter werden z. B. mit Ringen aus Tannen- oder Lärchenästen mit den Pfosten (Stecken) verbunden.

Name

Der Name Ringzaun bezieht sich auf die verwendeten Ringe (Schweifel) als Abstandshalter und Stabilisatoren für den Zaun.

Bogen bei Bogenzaun wird im Sinne von biegen verwendet, womit auf die während der Verarbeitung biegsamen Ringe hingewiesen ist.[1]

Funktion und Aufbau

Die Ausführung eines Ringzauns unterscheidet sich regional. Teilweise werden die Latten schräg gelegt wie beim Schrankzaun, teilweise waagrecht wie beim Lattenzaun, teilweise werden schräge Latten unten und waagrechte Latten oben verwendet. Die Stecken sind ebenfalls teilweise gegensätzlich schräg zu den Latten oder eher senkrecht.

Ringe bzw. die Äste dafür werden Ende März oder Anfang April geschnitten, wenn dies in Saft sind. Es sind dies z. B. Rottannenäste oder Lärchenäste. Die Äste werden von Nadeln und Verästelungen befreit. Teilweise werden diese kalt verformt oder in einem Feuer in einem heißen Wasserbad vorsichtig erwärmt („gebäht“) und in noch heißem Zustand zu einem Ring zusammengedreht. Eine andere Methode besteht darin, die Äste zuerst zu wassern und dann über dem Feuer erhitzt. Zaunringe sind nicht besonders haltbar und müssen immer wieder neuert werden.[2] Anstelle von hölzernen Ringen werden heute auch Drähte zur Befestigung und als Abstandhalter verwendet.

Ringzäune unterscheiden sich von Schrankzäunen durch die bei den Ringzäunen verwendeten Ringe, die es beim Schrankzaun nicht braucht. Je nach Region sind die Stecken in etwa senkrecht eingeschlagen. Ringzäune nehmen etwas weniger Fläche ein als Schrankzäune.

Bei den Holzteilen (Stecken), die in den Boden geschlagen wurden, wurde früher das Holz leicht angebrannt, wodurch es länger der Feuchtigkeit standhielt. Heute werden in den Erdboden ragende Holzelemente von Zäunen mit Holzschutzmittel, durch Druckimprägnierungen, mit Öl (z. B.: Carbolineum) etc. behandelt.

Ringzäune sollen etwa 12 bis 15 Jahre halten, je nach verwendeten Materialien, Beanspruchung und Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit.[3][4][5][6]

Vorteile

Der größte Vorteil von Ringzäunen ist, dass diese aus unterschiedlichsten Holzstärken und -längen sowie anderen Materialien kombiniert werden können. Es ist auch nicht notwendig, dass die Stecken gleichmäßig oder gerade sind.

Die Bearbeitung der Stecken, soweit erforderlich, kann ohne Säge, nur mit einem Beil vor Ort erfolgen.

Es sind beim Ringzaun keinerlei Nägel, Schrauben, Klemmen, Drähte oder sonstige Befestigungsmaterialien erforderlich, um die Stabilität zu erreichen.

Ringzäune können sehr dich oder auch lockerer gebaut werden, so dass sie für Kleintiere durchlässig sind.

Nachteile

Je nach Dichte des Zauns, müssen für 100 Meter Ringzaun etwa 200 bis 300 Stecken und 150 bis 500 Latten gerechnet werden.

Vergleich: Für einen einfachen Lattenzaun mit senkrechten Pfosten und zwei waagrechten Latten werden etwa für 100 Meter Zaunlänge 50 bis 80 Pfosten und 200 Meter Latten benötigt. Für einen Maschendrahtzaun mit 100 Meter Zaunlänge etwa 100 Pfosten und 100 Meter Maschendraht.

Im Gegensatz zu Schrankzäune können Ringzäune nicht einfach im Herbst umgelegt und vor der Nutzung (z. B. Alpzeit) wieder aufgestellt werden.

Weblinks

 Ringzaun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Webseite: dwds.de, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  2. Zaunringe, Webseite: freilichtmuseum.com, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  3. Von schrägen Zäunen, Webseite: luaga.ch, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  4. Ringzaun, Webseite: sagen.info, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  5. Der Ringzaun – ein dekoratives und echtes Naturprodukt, Webseite: simmentalzeitung.ch, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  6. Der Ring-Zaun, Webseite: museum-leogang.at, abgerufen am 28. Dezember 2025.