Notlandung einer Bristol Blenheim bei Markt Allhau im April 1941: Unterschied zwischen den Versionen

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→‎Tatsächliche Zugehörigkeit zur jugoslawischen Luftwaffe: Ergänzung um Informationen über den Angriff
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== Tatsächliche Zugehörigkeit zur jugoslawischen Luftwaffe ==
== Tatsächliche Zugehörigkeit zur jugoslawischen Luftwaffe ==
Laut Recherchen des serbischen Historikers Aleksandar Ognjevic handelte es sich bei dem notgelandeten Flugzeug aber um eine Bristol Blenheim des 8. Bomber-Regiments der jugoslawischen Luftwaffe. Diese Einheit war am Beginn des Balkanfeldzuges mit 23 Flugzeugen dieser Bauart ausgestattet und flog gleich am ersten Tag des Feldzuges, dem 6. April, mit einzelnen Maschinen Angriffe auf Ziele in Österreich. Bei einem Angriff auf die [[w:Grazer Maschinen- und Waggonbau-Aktiengesellschaft|Weitzer Waggonfabrik]] wurde die 13-jährige [[Maria Schrotter]] so schwer verletzt, dass sie in einem Grazer Spital verstarb. Sie gilt als der erste Luftkriegsopfer Österreichs.<ref name="Ognjevic">BRISTOL BLENHEIM The Yugoslav Story 1937 - 1958, Seite 57 bis 67, Herausgeber Aleksandar M. Ognjević - Zemun, Serbien, ISBN 978-86-917625-0-6</ref>  
Laut Recherchen des serbischen Historikers Aleksandar Ognjevic handelte es sich bei dem notgelandeten Flugzeug aber um eine Bristol Blenheim des 8. Bomber-Regiments der jugoslawischen Luftwaffe. Diese Einheit war zu Beginn des Balkanfeldzuges mit 23 Flugzeugen dieser Bauart ausgestattet und flog gleich am ersten Tag des Feldzuges, dem 6. April, mit einzelnen Maschinen Angriffe auf Ziele in Österreich. Bei einer Attacke auf die [[w:Grazer Maschinen- und Waggonbau-Aktiengesellschaft|Weitzer Waggonfabrik]] wurde die 13-jährige [[Maria Schrotter]] so schwer verletzt, dass sie in einem Grazer Spital verstarb. Sie gilt als der erste Luftkriegsopfer Österreichs.<ref name="Ognjevic">BRISTOL BLENHEIM The Yugoslav Story 1937 - 1958, Seite 57 bis 67, Herausgeber Aleksandar M. Ognjević - Zemun, Serbien, ISBN 978-86-917625-0-6</ref>  


Noch am Abend des 6. Aprils wurden drei Besatzungen des 8. Bomber-Regiments eingewiesen, dass sie noch in der Nacht zu einem Angriff auf [[Feldbach]], [[Villach]], [[Fürstenfeld]], [[Pinkafeld]], [[Bad Gleichenberg]] und [[Wildon]] starten sollten. Eine der Crews bestand aus dem Piloten Dragisa Baralic, dem Navigator Ivan Miklavec und dem Bordschützen Velimir Grdovic. Die Erkenntnisse von Aleksandar Ognjevic über diesen Flug stützen sich vor allem auf die Aussagen von Ivan Miklavec, der die Kriegsgefangenschaft überlebt hatte.<ref name="Ognjevic"></ref>  
Noch am Abend des 6. Aprils wurden drei Besatzungen des 8. Bomber-Regiments eingewiesen, dass sie noch in der Nacht zu einem Angriff auf [[Feldbach]], [[Villach]], [[Fürstenfeld]], [[Pinkafeld]], [[Bad Gleichenberg]] und [[Wildon]] starten sollten. Eine der Crews bestand aus dem Piloten Dragisa Baralic, dem Navigator Ivan Miklavec und dem Bordschützen Velimir Grdovic. Die Erkenntnisse von Aleksandar Ognjevic über diesen Flug stützen sich vor allem auf die Aussagen von Ivan Miklavec, der die Kriegsgefangenschaft überlebt hatte.<ref name="Ognjevic"></ref>  


Tatsächlich dürfte es sich aber um eine Bristol Blenheim der jugoslawischen Luftwaffe gehandelt haben, welche nach einem Angriff auf den [[w:Flugplatz_Wiener_Neustadt/West|Flugplatz Wiener Neustadt]] durch Flakfeuer so schwer beschädigt wurde, dass sie bei Markt Allhau am 7. April 1941 notlanden musste.
Der Start der Flugzeuge war für 7. April um 4.00 Uhr vorgesehen. Bevor sie abhoben fiel Miklavec bei einem Routinecheck auf, dass die Maschine Einstiche mit einem [[w:Bajonett|Bajonett]] aufwies, außerdem stellte sich heraus, dass auch die Uhr in der Flugzeugkabine zerstört worden war, eindeutig Zeichen von [[w:Sabotage|Sabotage]]. Ein weiteres Problem war, dass alle Blenheims des Regiments keine Funkgeräte besaßen. Dieser Umstand und schlechtes Wetter führten dazu, dass die Besatzung bald den Kontakt zu den anderen beiden Maschinen verlor, mit denen sie Feldbach angreifen sollten. Sie folgen daher allein weiter und warfen über dem vermeintlichen Ziel drei ihrer Bomben ab. Wenig später beschossen sie einen deutschen [[w:Junkers Ju 87|Sturzkampfbomber]] mit ihren Bordwaffen, der daraufhin abtauchte und eventuell abstürzte. Tatsächlich hatten sie nicht Feldbach sondern den Flugplatz von Wiener Neustadt angegriffen.
 
Aleksandar Ognjevic, Mitglied des Royal Air Club Belgrad, beschreibt in seinem Buch ''BRISTOL BLENHEIM The Yugoslav Story 1937 - 1958'' die Umstände der Notlandung:<ref>BRISTOL BLENHEIM The Yugoslav Story 1937 - 1958, Seite 64 und 67, Herausgeber Aleksandar M. Ognjević - Zemun, Serbien, ISBN 978-86-917625-0-6</ref>


Nachdem die Maschine gelandet war, wurde die dreiköpfige Besatzung von Bauern, die mit Jagdflinten bewaffnet waren, bedroht. Die Piloten selbst mit Pistolen bewaffnet ergaben sich erst als eine deutsche Militärpatrouille ankam. Laut Aussage von Miklavec soll ein deutscher Offizier Essen und Getränke für die Kriegsgefangenen organisiert haben und sie gut behandelt haben. Die Behandlungsform änderte sich ''signifikant'' nachdem sie in ein Kriegsgefangenenlager kamen.
Nachdem die Maschine gelandet war, wurde die dreiköpfige Besatzung von Bauern, die mit Jagdflinten bewaffnet waren, bedroht. Die Piloten selbst mit Pistolen bewaffnet ergaben sich erst als eine deutsche Militärpatrouille ankam. Laut Aussage von Miklavec soll ein deutscher Offizier Essen und Getränke für die Kriegsgefangenen organisiert haben und sie gut behandelt haben. Die Behandlungsform änderte sich ''signifikant'' nachdem sie in ein Kriegsgefangenenlager kamen.
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