Benutzer:Ernst Heim/Anschlussbewegung an die Schweiz: Unterschied zwischen den Versionen

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Es entstand ein Kurs, dem jede Zielstrebigkeit fehlen musste. Das Verhalten war nur scheinbar „zu unschlüssig, zu ängstlich“ wie Harlan Cohen den ersten Fehler der Bewegung gefunden zu haben glaubt. Ein solcher Personenkreis Dr. Ender-Preiss-Natter ging natürlich jeder entscheidenden Tat aus dem Wege. „Uns Vorarlbergern fehlte endlich die große Durchschlagskraft“, erzählt Dr. Pirker. „Einmal plante ich mit Riedmann, den Arlberg einfach zuzumauern. Die Idee war wohl originell, radikal, sie hätte uns aber sicher in das Blickfeld Europas geführt. Ich wandte mich aber an eine verantwortliche Persönlichkeit und bekam den Bescheid: ‚Ich kann nicht Revolutionär sein‘.“ Darum nach Cohen der zweite Fehler: „die völlige Unabhängigkeit jenseits der Grenzen Österreichs nicht sofort erklärt“ zu haben und der dritte: „nicht sofort alle Bindungen zu Österreich unterbrochen zu haben.“ Dann als unterlassene Folgerung zwei weitere Fehler: „die Kronennoten im Umlauf in Vorarlberg nicht gestempelt zu haben“ und „nicht sofort die Kontrolle über Eisenbahn, Post, Telegraph, Telefon und andere Dienste übernommen zu haben.“|Benedikt Bilgeri<ref>[[w:Benedikt Bilgeri|Benedikt Bilgeri]]: ''Geschichte Vorarlbergs'', 1987, Bd V, S85ff</ref>}}
Es entstand ein Kurs, dem jede Zielstrebigkeit fehlen musste. Das Verhalten war nur scheinbar „zu unschlüssig, zu ängstlich“ wie Harlan Cohen den ersten Fehler der Bewegung gefunden zu haben glaubt. Ein solcher Personenkreis Dr. Ender-Preiss-Natter ging natürlich jeder entscheidenden Tat aus dem Wege. „Uns Vorarlbergern fehlte endlich die große Durchschlagskraft“, erzählt Dr. Pirker. „Einmal plante ich mit Riedmann, den Arlberg einfach zuzumauern. Die Idee war wohl originell, radikal, sie hätte uns aber sicher in das Blickfeld Europas geführt. Ich wandte mich aber an eine verantwortliche Persönlichkeit und bekam den Bescheid: ‚Ich kann nicht Revolutionär sein‘.“ Darum nach Cohen der zweite Fehler: „die völlige Unabhängigkeit jenseits der Grenzen Österreichs nicht sofort erklärt“ zu haben und der dritte: „nicht sofort alle Bindungen zu Österreich unterbrochen zu haben.“ Dann als unterlassene Folgerung zwei weitere Fehler: „die Kronennoten im Umlauf in Vorarlberg nicht gestempelt zu haben“ und „nicht sofort die Kontrolle über Eisenbahn, Post, Telegraph, Telefon und andere Dienste übernommen zu haben.“|Benedikt Bilgeri<ref>[[w:Benedikt Bilgeri|Benedikt Bilgeri]]: ''Geschichte Vorarlbergs'', 1987, Bd V, S85ff</ref>}}


{{Zitat|...|Harlan K. Cohen<ref>The Vorarlberg Question 1918 - 1922 : the Failure of the Movement for Union to Switzerland</ref>}}
{{Zitat|In seinem Essay „Vorarlbergs Schweizer-Anschluß-Bewegung“, vervollständigt
nach dem 2. Weltkrieg, schreibt Dr. [[w:Otto Ender|Ender]]:
 
« … Das Jahr 1945 sah die Wiederaufrichtung der Republik Österreich, und die Vorarlberger haben sie
aufrichtig begrüßt.
 
Nun die Frage: was kann Österreich tun, um die Zuneigung der Vorarlberger für Österreich zu erhalten, zu
mehren und zu sichern? Das ist kurz zu sagen: Wiederherstellung einer wahren Autonomie der Gemeinden
und der Länder, bestehend vor allem in deren weitgehender Selbstverwaltung. Daraus allein kann auch
eine wahre und echte Demokratie erwachsen, die dem Vorarlberger so sehr am Herzen liegt.
All das muß natürlich verfassungsrechtlich verankert sein. Und die Verfassung muß einer
Volksabstimmung unterworfen werden. Ihre Änderung darf nur durch Volksabstimmung möglich sein.
 
Was sich in Österreich von 1918 bis heute immer wieder abspielt, daß nämlich Regierung und Parlament
sich alle Augenblicke über die Verfassung hinwegsetzen, indem ohne Änderung der
Verfassungsbestimmungen in jedem beliebigen Gesetze Paragraphen aufgenommen werden, die der
geltenden Verfassung widersprechen, die aber dadurch verfassungsmäßig gemacht werden, daß man sie
mit zwei Drittel Mehrheit beschließt: das muß anders werden. Österreich hat nun doch so viele Jahre
republikanischen Staatslebens hinter sich, daß die Erfahrungen reichen sollten, um eine Verfassung zu
machen, die Bestand hat. Und reif genug sollte unser Volk auch sein, daß man ihm die Sanktionierung der
Verfassung und die Zustimmung zu jeder Änderung überlassen kann.
 
Was ich hier anrege, besteht in der Schweiz schon lange, zum Wohle der Kantone und der
Eidgenossenschaft.»|Harlan K. Cohen<ref>[https://permalink.obvsg.at/vlb/VLB0068039 The Vorarlberg Question 1918 - 1922 : the Failure of the Movement for Union to Switzerland], </ref>}}


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
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