Joseph von Lasser zu Zollheim: Unterschied zwischen den Versionen

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(Die Seite wurde neu angelegt: „Dr. '''Joseph von Lasser zu Zollheim''' (* 1782 in Hopfgarten; † 11. Juni 1842 in der Stadt Salzburg) war ein Bezirks- und Stadtarzt von Salzburg. == Leben == mini|Unterschrift des Dr. von Lasser, 1824 mini|Brief von Dr. Lasser vom 30. August 1839 Johann Andreas Lasser Edler von Zollheim * 1749 war quieszierter Pfleger von H…“)
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[[Datei:Oöla allg Reihe Schachtel 152 (29).jpg|mini|Unterschrift des Dr. von Lasser, 1824]]
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[[Datei:1839 Brief lasser.jpg|mini|Brief von Dr. Lasser vom 30. August 1839]]
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Johann Andreas Lasser Edler von Zollheim * [[1749]] war quieszierter Pfleger von Hopfgarten in Salzburg und verheiratet mit Maria Anna Prandtner, mit der er 14 Kinder hatte. Er begründete die Hopfgartner Linie der [[Lasser zu Zollheim]] und der spätere Arzt Joseph von Lasser zu Zollheim war sein Sohn. Ignaz (Wolfgang Adam) von Lasser (* [[3. März]] [[1747]] [[Windisch Matrei]]; † [[15. September]] [[1804]]) war [[Pfleger]] von Windisch Matrei und der Bruder von Johann Andreas. Er hatte mit Maria Ursula geborene Jud (* [[1748]] Nikolsdorf, [[Osttirol]]; † [[1828]] Windisch Matrei) ebenfalls 14 Kinder. Ein Enkel war [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim]], der spätere Minister des Innern. Eine Enkelin war [[Francisca Jungwirth]], geborene von Pichl, die Frau des Bezirksarztes von [[Neumarkt]] Dr. [[Mathäus Jungwirth]].
Johann Andreas Lasser Edler von Zollheim * [[1749]] war quieszierter Pfleger von Hopfgarten in Salzburg und verheiratet mit Maria Anna Prandtner, mit der er 14 Kinder hatte. Er begründete die Hopfgartner Linie der Lasser zu Zollheim und der spätere Arzt Joseph von Lasser zu Zollheim war sein Sohn. Ignaz (Wolfgang Adam) von Lasser (* [[3. März]] [[1747]] Windisch Matrei; † [[15. September]] [[1804]]) war Pfleger von Windisch Matrei und der Bruder von Johann Andreas. Er hatte mit Maria Ursula geborene Jud (* [[1748]] Nikolsdorf, [[Osttirol]]; † [[1828]] Windisch Matrei) ebenfalls 14 Kinder. Ein Enkel war Josef Freiherr Lasser von Zollheim, der spätere Minister des Innern. Eine Enkelin war Francisca Jungwirth, geborene von Pichl, die Frau des Bezirksarztes von [[Neumarkt]] Dr. [[Mathäus Jungwirth]].


[[1799]] schloss Joseph von Lasser das [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasium in Salzburg]] ab. Im Jahr zuvor in der ersten Rhetorik Klasse war seine beste Platzierung ein fünfter Platz im lateinischen Briefstil.<ref>ASP Catalogus Studiosorum qui in Gynmnasio (…) 1798</ref>  
[[1799]] schloss Joseph von Lasser das Gymnasium in Salzburg ab. Im Jahr zuvor in der ersten Rhetorik Klasse war seine beste Platzierung ein fünfter Platz im lateinischen Briefstil.<ref>ASP Catalogus Studiosorum qui in Gynmnasio (…) 1798</ref>  


Dem heilkundigen Studium widmete er sich sieben Jahre hindurch an den Universitäten zu Innsbruck, Würzburg und [[Wien]]. Für 1803 gibt es im Matrikelbuch der Universität Würzburg die eigenhändige Eintragung.
Dem heilkundigen Studium widmete er sich sieben Jahre hindurch an den Universitäten zu Innsbruck, Würzburg und [[Wien]]. Für 1803 gibt es im Matrikelbuch der Universität Würzburg die eigenhändige Eintragung.
[[Datei:1803 lasser.jpg|mini|eigenhändige Eintragung Joseph von Lasser in das Matrikenbuch der Universität Würzburg<ref>http://vb.uni-wuerzburg.de/ub/mchfm22_97217219/pages/mchfm22_97217219/562.html</ref>]]
[[Datei:1803 lasser.jpg|mini|eigenhändige Eintragung Joseph von Lasser in das Matrikenbuch der Universität Würzburg<ref>http://vb.uni-wuerzburg.de/ub/mchfm22_97217219/pages/mchfm22_97217219/562.html</ref>]]
Nach seiner Rückkehr ins Vaterland im Jahr [[1809]] wurde er von der damaligen provisorischen [[Landesregierung]] zu Salzburg als Substitut des "für seinen Dienst unfähigen Stadtphysikus Doktor [[Michael Steinhauser|Steinhauser]]" verwendet und ihm die ärztliche Besorgung des Zuchthauses, der [[Festung Hohensalzburg|Festung]]<nowiki>skranken</nowiki>, sowie der Kranken des [[Bürgerspital St. Blasius|Bürgerspitals]] in Salzburg anvertraut. Immer wieder wurde er beim Ausbruch von Epidemien und Epizootien eingesetzt. im August des Jahres [[1810]] wurde ihm auch durch Doktor [[Joseph von Barisani|Barisani]] die ärztliche Besorgung des [[St. Johanns-Spital|St. Johanns-Spitals]] in Salzburg übertragen.
Nach seiner Rückkehr ins Vaterland im Jahr [[1809]] wurde er von der damaligen provisorischen Landesregierung zu Salzburg als Substitut des "für seinen Dienst unfähigen Stadtphysikus Doktor [[Michael Steinhauser|Steinhauser]]" verwendet und ihm die ärztliche Besorgung des Zuchthauses, der Festung<nowiki>skranken</nowiki>, sowie der Kranken des Bürgerspitals in Salzburg anvertraut. Immer wieder wurde er beim Ausbruch von Epidemien und Epizootien eingesetzt. im August des Jahres [[1810]] wurde ihm auch durch Doktor [[Joseph von Barisani|Barisani]] die ärztliche Besorgung des St. Johanns-Spitals in Salzburg übertragen.


im Jahr [[1811]] und unterzog er sich der, von der Königlich [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischen Regierung]] gesetzlich vorgeschriebenen ärztlichen Konkursprüfung. Nach dieser mit Zufriedenheit zurückgelegten Prüfung wurde ihm abermals unter der Oberleitung des Doktors [[Alois Weißenbach|Alois Weissenbach]] die ärztliche Besorgung des Sankt Johanns Spitales in Salzburg übertragen, wo er nach der Ernennung des Königlich bayerischen Obermedizinalrates Doktor Jacobi zum dirigierenden Arzt des erwähnten Spitals die Dienste als Arzt bis zum Jahr [[1814]] versah. Im Jahr [[1814]] wurde er als Landgerichts Physikus in [[Frankenmarkt]] im [[Hausruckviertel]] definitiv angestellt, in welcher [[Bezirksärzte in Tamsweg|definitiven Eigenschaft]] er im Jahr [[1816]] nach [[Tamsweg]] im [[Lungau]] versetzt worden ist. Der dahin berufene Arzt Doktor Bacher hatte sich wegen "vorgerücktem Alter und Kränklichkeit" diese Stelle verbeten und das Physikat Frankenmarkt angestrebt. Allerdings wollte auch Joseph von Lasser nicht in Tamsweg bleiben und bat unter Vorlage eine ärztlichen Zeugnisses über seinen Gesundheitszustand im Alter von 37 Jahren "in eine mildere Gegend" als Distriktarzt versetzt zu werden. Letztendlich wurde die Stelle in Tamsweg Dr. [[Karl Maffei]] übertragen, "welcher unter den Landgerichtlichen Ärzten der jüngste und bei vollkommenen Kräften sei".  
im Jahr [[1811]] und unterzog er sich der, von der Königlich bayerischen Regierung gesetzlich vorgeschriebenen ärztlichen Konkursprüfung. Nach dieser mit Zufriedenheit zurückgelegten Prüfung wurde ihm abermals unter der Oberleitung des Doktors Alois Weissenbach die ärztliche Besorgung des Sankt Johanns Spitales in Salzburg übertragen, wo er nach der Ernennung des Königlich bayerischen Obermedizinalrates Doktor Jacobi zum dirigierenden Arzt des erwähnten Spitals die Dienste als Arzt bis zum Jahr [[1814]] versah. Im Jahr [[1814]] wurde er als Landgerichts Physikus in [[Frankenmarkt]] im Hausruckviertel definitiv angestellt, in welcher [[Bezirksärzte in Tamsweg|definitiven Eigenschaft]] er im Jahr [[1816]] nach [[Tamsweg]] im [[Lungau]] versetzt worden ist. Der dahin berufene Arzt Doktor Bacher hatte sich wegen "vorgerücktem Alter und Kränklichkeit" diese Stelle verbeten und das Physikat Frankenmarkt angestrebt. Allerdings wollte auch Joseph von Lasser nicht in Tamsweg bleiben und bat unter Vorlage eine ärztlichen Zeugnisses über seinen Gesundheitszustand im Alter von 37 Jahren "in eine mildere Gegend" als Distriktarzt versetzt zu werden. Letztendlich wurde die Stelle in Tamsweg Dr. [[Karl Maffei]] übertragen, "welcher unter den Landgerichtlichen Ärzten der jüngste und bei vollkommenen Kräften sei".  


Daraufhin wurde ihm auch wirklich im Jahr [[1819]] im Zuge der Organisierung des Sanitätswesens "das hohe Glück zuteil" im September die Anstellung als k.k. Distrikts Physikus von [[Goldegg]] zu erhalten. Allerdings wurde er zumindest bis 1821 im jährlichen "Standes-Ausweis" noch mit dem Standort [[St. Johann]] geführt. Alle diese Stationen seiner bewegten Laufbahn schilderte er in einem mit [[1824]] datierenden Bewerbungsschreiben für die Stelle als Bezirksarzt von [[Zell am See]]. Grund für seinen neuerlichen Versetzungswunsch war, dass er "von dem Wunsch beseelt seine bedrängte physische Lage zu verbessern, und seine und die Seinigen Lebensexistenz als ehelicher Mann für die Zukunft zu sichern, welches am hiesigen Physikatsposten bei den bestehenden Verhältnissen, und der äußerst harten Praxis in der Tat eine Unmöglichkeit ist".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe Schachtel 150 und 152</ref> 1827 wurde Dr. Lasser  als Distriktsarzt nach Zell am See in Salzburger Kreis versetzt.
Daraufhin wurde ihm auch wirklich im Jahr [[1819]] im Zuge der Organisierung des Sanitätswesens "das hohe Glück zuteil" im September die Anstellung als k.k. Distrikts Physikus von Goldegg zu erhalten. Allerdings wurde er zumindest bis 1821 im jährlichen "Standes-Ausweis" noch mit dem Standort [[St. Johann]] geführt. Alle diese Stationen seiner bewegten Laufbahn schilderte er in einem mit [[1824]] datierenden Bewerbungsschreiben für die Stelle als Bezirksarzt von [[Zell am See]]. Grund für seinen neuerlichen Versetzungswunsch war, dass er "von dem Wunsch beseelt seine bedrängte physische Lage zu verbessern, und seine und die Seinigen Lebensexistenz als ehelicher Mann für die Zukunft zu sichern, welches am hiesigen Physikatsposten bei den bestehenden Verhältnissen, und der äußerst harten Praxis in der Tat eine Unmöglichkeit ist".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe Schachtel 150 und 152</ref> 1827 wurde Dr. Lasser  als Distriktsarzt nach Zell am See in Salzburger Kreis versetzt.


Am [[5. September]] [[1830]] wurde er Distriktarzt in [[Mattighofen]] im [[Innviertel|Innkreis]]. In beiden Fällen blieb er im Genuss seines Gehaltes und Personalzulage. Die Regierung fand sich laut Dekret vom [[31. Oktober]] [[1832]] bewogen den Distriktarzt Doktor Lasser auf sein Gesuch die Stelle eines provisorischen Stadtarztes in Salzburg zu verleihen und mit dem ferneren Dekret vom zweiten Jänner [[1833]] zu verordnen, dass unter Einbeziehung seines bisherigen Gehalts ihm der mit der Stadt Arztstelle verbundene Gehalt von 500 [[Gulden|fl]] vom [[3. Dezember]] 1832 an, aus dem Salzburger Lazarett Fond verabfolgt werde.
Am [[5. September]] [[1830]] wurde er Distriktarzt in [[Mattighofen]] im [[Innviertel|Innkreis]]. In beiden Fällen blieb er im Genuss seines Gehaltes und Personalzulage. Die Regierung fand sich laut Dekret vom [[31. Oktober]] [[1832]] bewogen den Distriktarzt Doktor Lasser auf sein Gesuch die Stelle eines provisorischen Stadtarztes in Salzburg zu verleihen und mit dem ferneren Dekret vom zweiten Jänner [[1833]] zu verordnen, dass unter Einbeziehung seines bisherigen Gehalts ihm der mit der Stadt Arztstelle verbundene Gehalt von 500 fl vom [[3. Dezember]] 1832 an, aus dem Salzburger Lazarett Fond verabfolgt werde.


Als Stadtarzt von Salzburg fand er auch noch die Zeit sich immer wieder um seinen kranken Cousin, den Vater seines berühmten Namensvetters Joseph von Lasser, der in Wien tätig, war zu kümmern. In dessen Nachlass hat sich im Haus Hof und Staatsarchiv ein Brief von Dr. Lasser erhalten, in dem er anlässlich einer Krankenvisite schreibt: "Aus den getreu geschilderten Daten darf man mit Wahrscheinlichkeit auf einen erwünschten Ausgang schließen. Seyen Sie übrigens, werthester Herr Vetter und Pathe! Vollkommen versichert, dass ich den wärmsten Antheil an dem Schicksale ihres mir unendlich teuren von mir innigst geliebten Herrn Vaters nehme, und als Arzt nach Kräften für ihn sorgen werde."<ref>AT-OeStA/HHStA SB Nl Lasser 5-3-13</ref> Nur wenige Jahre später starb er allerdings, nämlich am 11. Juni 1842.
Als Stadtarzt von Salzburg fand er auch noch die Zeit sich immer wieder um seinen kranken Cousin, den Vater seines berühmten Namensvetters Joseph von Lasser, der in Wien tätig, war zu kümmern. In dessen Nachlass hat sich im Haus Hof und Staatsarchiv ein Brief von Dr. Lasser erhalten, in dem er anlässlich einer Krankenvisite schreibt: "Aus den getreu geschilderten Daten darf man mit Wahrscheinlichkeit auf einen erwünschten Ausgang schließen. Seyen Sie übrigens, werthester Herr Vetter und Pathe! Vollkommen versichert, dass ich den wärmsten Antheil an dem Schicksale ihres mir unendlich teuren von mir innigst geliebten Herrn Vaters nehme, und als Arzt nach Kräften für ihn sorgen werde."<ref>AT-OeStA/HHStA SB Nl Lasser 5-3-13</ref> Nur wenige Jahre später starb er allerdings, nämlich am 11. Juni 1842.
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