Joseph Gabler: Unterschied zwischen den Versionen

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Zur Förderung des geistlichen Volksgesangs bemühte sich Gabler um die Sammlung und Weitergabe geistlicher Volkslieder, die zur Ausübung der Frömmigkeit hauptsächlich außerhalb des pfarrlichen liturgischen Vollzuges bei [[w:Wallfahrt|Wallfahrten]], [[w:Prozession|Prozessionen]] und  [[w:Andacht|Andachten]] in den Familien und in der Dorfgemeinschaft gesungen wurden. Hierin folgte er der sich im 19. Jahrhundert entwickelnden Volksliedsammlung, deren Vertreter ihr Augenmerk auch auf geistliche Volkslieder richteten. Mit diesen Liedern, die der Melodie nach meist mündlich und textlich in handschriftlichen Vorbeterbüchern<ref>{{Literatur |Autor=Anton Hofer, Walter Deutsch |Titel=Franz Stubenvoll. Geistliche Lieder aus der Weinviertler Singtradition |Sammelwerk=Corpus Musicae Popularis Austriacae |Band=3 |Verlag=Böhlau Verlag |Ort=Wien |Datum=1995 |ISBN=}}</ref> tradiert wurden, war Gabler in seinem Elternhaus als Kind in Kontakt gekommen und hatte viele gebräuchliche Lieder selbst singen gelernt. Als Kaplan, bischöflicher Zeremoniär und als Pfarrer trug er aus verschiedensten Ortschaften in der Diözese St. Pölten im Laufe seiner Tätigkeit rund 1.200 unterschiedliche Texte mit mehr als vierhundert Liedern zusammen.     
Zur Förderung des geistlichen Volksgesangs bemühte sich Gabler um die Sammlung und Weitergabe geistlicher Volkslieder, die zur Ausübung der Frömmigkeit hauptsächlich außerhalb des pfarrlichen liturgischen Vollzuges bei [[w:Wallfahrt|Wallfahrten]], [[w:Prozession|Prozessionen]] und  [[w:Andacht|Andachten]] in den Familien und in der Dorfgemeinschaft gesungen wurden. Hierin folgte er der sich im 19. Jahrhundert entwickelnden Volksliedsammlung, deren Vertreter ihr Augenmerk auch auf geistliche Volkslieder richteten. Mit diesen Liedern, die der Melodie nach meist mündlich und textlich in handschriftlichen Vorbeterbüchern<ref>{{Literatur |Autor=Anton Hofer, Walter Deutsch |Titel=Franz Stubenvoll. Geistliche Lieder aus der Weinviertler Singtradition |Sammelwerk=Corpus Musicae Popularis Austriacae |Band=3 |Verlag=Böhlau Verlag |Ort=Wien |Datum=1995 |ISBN=}}</ref> tradiert wurden, war Gabler in seinem Elternhaus als Kind in Kontakt gekommen und hatte viele gebräuchliche Lieder selbst singen gelernt. Als Kaplan, bischöflicher Zeremoniär und als Pfarrer trug er aus verschiedensten Ortschaften in der Diözese St. Pölten im Laufe seiner Tätigkeit rund 1.200 unterschiedliche Texte mit mehr als vierhundert Liedern zusammen.     


Zahlreiche Belege aus seiner mehr als 40-jährigen Sammeltätigkeit veröffentlichte Joseph Gabler in Liederbüchern, deren Drucklegung er vorbereitete, sie meist selbst finanzierte und für die Verbreitung der Exemplare sorgte. Die Originalaufzeichnungen Gablers wurden der Nachwelt nicht überliefert. Die Kritik des Cäcilianismus am geistlichen Volkslied führte zu einer vorwiegend ablehnenden Haltung zahlreicher Kirchenmusiker und für die Kirchenmusik Verantwortlichen der Überlieferung geistlicher Volkslieder gegenüber, wie sie Joseph Gabler umsetzte. Aber auch seitens der Volksliedbewegung des 19. Jahrhunderts warf man Gablers Publikationen eine mangelnde kritische Auseinandersetzung mit den Quellen vor. Einerseits verzichtete Gabler sehr oft auf die Angabe der Quellen von Liedbelegen, indem er dies begründete mit der Dringlichkeit der Veröffentlichung bzw. mit einem explizit pastoralen Interesse begründete. Andererseits griff er selbst in offensichtlich tradierte Fehler von Texten und Melodien ein und bearbeitete sie vor einer Veröffentlichung, ohne seine Eingriffe kenntlich zu machen. Dieses absichtliche editorische Vorgehen rechtfertigte Gabler im Vorwort zu seinem Werk "Geistliche Volkslieder"<ref>{{Literatur |Autor=Joseph Gabler |Titel=Geistliche Volkslieder. Siebenhundertvierzehn religiöse Lieder mit 387 Melodien |Auflage=2. |Ort=Regensburg |Datum=1890 |Seiten=VII}}</ref>. Gabler verstand seine Liederbücher nicht als Quelleneditionen, sondern als Handreichungen für die zahlreichen Vorbeter in der Diözese St. Pölten. Mehrere Lieder seiner Sammlung bzw. deren Bearbeitungen befinden sich nach wie vor im Repertoire von Chören und Gesangsensembles in Niederösterreich und darüber hinaus.       
Zahlreiche Belege aus seiner mehr als 40-jährigen Sammeltätigkeit veröffentlichte Joseph Gabler in Liederbüchern, deren Drucklegung er vorbereitete, sie meist selbst finanzierte und für die Verbreitung der Exemplare sorgte. Die Originalaufzeichnungen Gablers wurden der Nachwelt nicht überliefert. Die Kritik des Cäcilianismus am geistlichen Volkslied führte zu einer vorwiegend ablehnenden Haltung zahlreicher Kirchenmusiker und für die Kirchenmusik Verantwortlichen der Überlieferung geistlicher Volkslieder gegenüber, wie sie Joseph Gabler umsetzte. Aber auch seitens der Volksliedbewegung des 19. Jahrhunderts warf man Gablers Publikationen eine mangelnde kritische Auseinandersetzung mit den Quellen vor. Einerseits verzichtete Gabler sehr oft auf die Angabe der Quellen von Liedbelegen, indem er dies mit der Dringlichkeit der Veröffentlichung bzw. mit einem explizit pastoralen Interesse begründete. Andererseits griff er selbst in offensichtlich tradierte Fehler von Texten und Melodien ein und bearbeitete sie vor einer Veröffentlichung, ohne seine Eingriffe kenntlich zu machen. Dieses absichtliche editorische Vorgehen rechtfertigte Gabler im Vorwort zu seinem Werk "Geistliche Volkslieder"<ref>{{Literatur |Autor=Joseph Gabler |Titel=Geistliche Volkslieder. Siebenhundertvierzehn religiöse Lieder mit 387 Melodien |Auflage=2. |Ort=Regensburg |Datum=1890 |Seiten=VII}}</ref>. Gabler verstand seine Liederbücher nicht als Quelleneditionen, sondern als Handreichungen für die zahlreichen Vorbeter in der Diözese St. Pölten. Mehrere Lieder seiner Sammlung bzw. deren Bearbeitungen befinden sich nach wie vor im Repertoire von Chören und Gesangsensembles in Niederösterreich und darüber hinaus.       


== Werke/Schriften (in Auswahl) ==
== Werke/Schriften (in Auswahl) ==
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