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== Der Vertrag von Hollenburg (1395) == | == Der Vertrag von Hollenburg (1395) == | ||
Nach dem Tod von Albrecht mit dem Zopfe erhoben dessen gleichnamiger Sohn Albrecht der Geduldige, sein Neffe Wilhelm und dessen jüngerer Bruder Leopold der Stolze Anspruch auf die Nachfolge. Als nun ältestes männliches Mitglied der Familie beanspruchte Wilhelm als Familienoberhaupt nach dem "Senioratsrecht" eine Vorrangstellung gegenüber den übrigen Familienmitgliedern, wobei er sich auf das Testament seines Onkels berief, in welchem dieser sich mit Berufung auf das [[w:Privilegium maius|Privilegium maius]] gegen eine weitere Realteilung ausgesprochen hatte. Das führte zum Konflikt mit Albrecht dem Geduldigen, der die Nachfolge nach seinem Vater im [[Herzogtum Österreich]] forderte. Wilhelm wurde von der Bürgerschaft der Stadt [[Wien]] unterstützt, Albrecht der Geduldige vom österreichischen Adel. Auf Vermittlung der Landesstände des Herzogtums Österreich wurde am 22. September 1395 auf der Grundlage des "Neuberger Vertrages" auf der [[Burg Hollenburg (Niederösterreich)|Hollenburg]] (heute in [[Krems an der Donau|Krems]]) ein Vertrag geschlossen, der eine gemeinsame Herrschaft der beiden Herzöge vorsah. Jeder sollte als Herr in seiner eigenen Ländergruppe und als Mitregent in der des anderen herrschen. Die Verwaltung, der Hof und der "Schatz" sollten gemeinsam geführt beziehungsweise verwaltet werden. Wilhelm wurde die Stellung als | Nach dem Tod von Albrecht mit dem Zopfe erhoben dessen gleichnamiger Sohn Albrecht der Geduldige, sein Neffe Wilhelm und dessen jüngerer Bruder Leopold der Stolze Anspruch auf die Nachfolge. Als nun ältestes männliches Mitglied der Familie beanspruchte Wilhelm als Familienoberhaupt nach dem "Senioratsrecht" eine Vorrangstellung gegenüber den übrigen Familienmitgliedern, wobei er sich auf das Testament seines Onkels berief, in welchem dieser sich mit Berufung auf das [[w:Privilegium maius|Privilegium maius]] gegen eine weitere Realteilung ausgesprochen hatte. Das führte zum Konflikt mit Albrecht dem Geduldigen, der die Nachfolge nach seinem Vater im [[Herzogtum Österreich]] forderte. Wilhelm wurde von der Bürgerschaft der Stadt [[Wien]] unterstützt, Albrecht der Geduldige vom österreichischen Adel. Auf Vermittlung der Landesstände des Herzogtums Österreich wurde am 22. September 1395 auf der Grundlage des "Neuberger Vertrages" auf der [[Burg Hollenburg (Niederösterreich)|Hollenburg]] (heute in [[Krems an der Donau|Krems]]) ein Vertrag geschlossen, der eine gemeinsame Herrschaft der beiden Herzöge vorsah. Jeder sollte als Herr in seiner eigenen Ländergruppe und als Mitregent in der des anderen herrschen. Die Verwaltung, der Hof und der "Schatz" sollten gemeinsam geführt beziehungsweise verwaltet werden. Wilhelm wurde die Stellung als Familienoberhaupt (Senior) (mit Einschränkungen) zuerkannt.<ref>Alois Niederstätter: ''Österreichische Geschichte 1278–1411'', 2001, S. 194</ref> | ||
Als Folge dieses Vertrages herrschte Albrecht der Geduldige seit 1396 als Herzog in "Niederösterreich" (auch Donauösterreich) über das Herzogtum Österreich und nahm seinem Hauptsitz in der [[Hofburg Wien|Wiener Hofburg]], während Wilhelm als Herzog in "Innerösterreich" die Herzogtümer [[Herzogtum Steiermark|Steiermark]], [[Herzogtum Kärnten|Kärnten]] und [[w:Herzogtum Krain|Krain]] sowie die [[w:Österreichisches Küstenland|Küstenlande]]) mit dem Hauptsitz in [[Graz]] regierte. Wilhelms Hauptresidenz war aber die Hofburg in Wien, wo er gemeinsam mit Albrecht dem Geduldigen residierte.<ref>vgl. Eva Bruckner: ''Formen der Herrschaftsrepräsentation und Selbstdarstellung habsburgischer Fürsten im Spätmittelalter'', phil. Dissertation (ungedruckt), Wien, 2009, S. 153 [http://othes.univie.ac.at/5159/1/2009-01-21_9505008.pdf digital]</ref> | Als Folge dieses Vertrages herrschte Albrecht der Geduldige seit 1396 als Herzog in "Niederösterreich" (auch Donauösterreich) über das Herzogtum Österreich und nahm seinem Hauptsitz in der [[Hofburg Wien|Wiener Hofburg]], während Wilhelm als Herzog in "Innerösterreich" die Herzogtümer [[Herzogtum Steiermark|Steiermark]], [[Herzogtum Kärnten|Kärnten]] und [[w:Herzogtum Krain|Krain]] sowie die [[w:Österreichisches Küstenland|Küstenlande]]) mit dem Hauptsitz in [[Graz]] regierte. Wilhelms Hauptresidenz war aber die Hofburg in Wien, wo er gemeinsam mit Albrecht dem Geduldigen residierte.<ref>vgl. Eva Bruckner: ''Formen der Herrschaftsrepräsentation und Selbstdarstellung habsburgischer Fürsten im Spätmittelalter'', phil. Dissertation (ungedruckt), Wien, 2009, S. 153 [http://othes.univie.ac.at/5159/1/2009-01-21_9505008.pdf digital]</ref> |
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