Wallfahrtskirche Maria Langegg

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die Wallfahrtskirche Maria Langegg - heute

Die Kirche Maria Heil der Kranken, besser bekannt als Wallfahrtskirche oder Pfarrkirche Maria Langegg, befindet im Dunkelsteinerwald und ist heute eine Station auf dem österreichischen Jakobsweg. Die heute noch erhaltene Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Sie war im 17. und 18. Jahrhundert eine beliebte Wallfahrtskirche. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie eine Pfarrkirche.

Lage

Die Wallfahrtskirche Maria Langegg liegt im früheren Dorf Maria Langegg (heute eine Kastralgemeinde der Gemeinde Bergern im Dunkelsteinerwald). Sie befindet sich am österreichischen Jakobsweg zwischen den Klöstern Göttweig und Melk.[1]

Beschreibung

Blick auf die Deckenfresken, welche den Eindruck von mehreren Kuppeln vermitteln

Von der ursprünglichen Kapelle hat sich nur die Ursprungskapelle erhalten. Bei der heutigen Kirche handelt es sich um einen Monumentalbau, der durch wuchtige Flachpilaster in drei Joch gegliedert ist, in denen sich seitlich je ein Seitenalter befindet. Das mittlere Joch bedeckt eine Flachkuppel, die beiden kleineren Joche werden durch Spiegelgewölbe abgeschlossen. Stilistisch sehr reizvoll, besonders was die Kuppeln betrifft, ist die gemalte Scheinarchitektur.[1]

Die Ausmalung der inneren Kirche ist in hellrosa und hellgrünen Farbtönen gehalten, die eine weiche, harmonische und gleichzeitig theatralische Ausstrahlung vermitteln. Die Dachfresken und die Bilder auf den Seitenaltären zeigen Szenen aus dem Marienleben. Sie sind Werke des Tiroler Malers Josef Ritter von Mölk († 1794) und seiner Gehilfen.[2]

Das Gnadenbild "Maria Heil den Kranken". eine frühbarocke Kopie der Ikone von Santa Maria del Popolo, die sich in Rom befindet, befindet sich im Hochaltar. Auf der flachen Apsis befinden sich die 1789 geschaffenen Heiligenstatuen von Joachim und Anna von Andreas Rudroff († 1819). Der Altartisch besteht aus Lilienfelder Marmor und steht frei. Die Orgel der Kirche hat 17 Register und 2 Manuale. Sie stammt noch aus der Barockzeit und ist fast zur Gänze original erhalten.[3]

Geschichte

Dort, wo die Kirche erbaut wurde, befand sich um 1599 der Langegger Hof, der zu dieser Zeit Mathias Haring, dem Güterinspektor des Erzstiftes Salzburg, gehörte. Aus Dankbarkeit für eine wundersame Krankenheilung ließ er eine Marienkapelle errichten, in welcher er ein von ihm besonders verehrtes Marienbild aufstellte. Diesem Marienbild wurden bald weitere Krankenheilungen nachgesagt. Um es entwickelte sich in den Jahren danach die beliebte Wallfahrtsstätte zur "Maria Heil der Kranken", die auch als "österreichischer Hilff- und Heylberg" bekannt war.[1]

Bereits 1615 wurde mit dem Ausbau der Kapelle begonnen. 1645 übernahm der Orden der Serviten die Betreuung der Marienkapelle. 1652-1734 wurde ein Kloster für ihn bei der Kapelle erbaut. Die ursprüngliche Kapelle wurde 1765 abgetragen und dafür eine neue Wallfahrtskirche errichtet, deren Bau 1773 abgeschlossen war. Die Wallfahrtskirche wurde 1783 zur Pfarrkirche erhoben.[1]

In ihrer besten Zeit war die Wallfahrtskirche weit über die Region hinaus bekannt. Als Folge der "Josephinischen Kirchenreformen" brach sie Ende des 18. Jahrhunderts zur Gänze zusammen und sollte sich nie wieder davon erholen. 1974 wurde das Servitenkloster aus Nachwuchsmangel aufgegeben.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 vgl. Gerhard Floßmann: Dunkelsteinerwald - von Aggstein bis Göttweig" (= Niederösterreichische Kulturwege. H. 7). St. Pölten, 2008. ISBN 978-3-901635-20-5, S. 18
  2. vgl. Gerhard Floßmann: Dunkelsteinerwald - von Aggstein bis Göttweig" (= Niederösterreichische Kulturwege. H. 7). St. Pölten, 2008. ISBN 978-3-901635-20-5, S. 18f.
  3. vgl. Gerhard Floßmann: Dunkelsteinerwald - von Aggstein bis Göttweig" (= Niederösterreichische Kulturwege. H. 7). St. Pölten, 2008. ISBN 978-3-901635-20-5, S. 19
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