Freiwillige Feuerwehr Lingenau

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Freiwillige Feuerwehr Lingenau
Gemeinde Lingenau
Landesfeuerwehrverband Vorarlberg
Bezirksfeuerwehrkommando: Bregenz
Abschnitt: Vorderwald-24
Gründungsdatum: 1881
Kommandant: Stefan Sohm
Mitglieder:
(Jugend/Aktiv/Reserve)
8 / 70 / 0 (2024)
Mitarbeiterzahl: 0
Fahrzeuge: siehe Fuhrpark
Adresse: Hof 15, 6951 Lingenau, Vorarlberg
Koordinaten: 47° 27′ N, 9° 55′ O
Website: https://www.feuerwehrlingenau.at/
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Die Freiwillige Feuerwehr Lingenau (FF Lingenau) ist eine Feuerwehr in der Gemeinde Lingenau in Vorarlberg. Sie gehört dem Vorarlberger Landesfeuerwehrverband an und ist als Freiwillige Feuerwehr organisiert.

Die Feuerwehr heute

Einsatzgebiet

Das Einsatzgebiet überstreckt sich über das komplette Gemeindegebiet von Lingenau. Das Gemeindegebiet von Lingenau umfasst im Gesamten rund 6,89 km² mit rund 1600 Einwohnern. Bei Bedarf werden auch die Freiwilligen Feuerwehren in den Nachbargemeinden unterstützt.

Gerätehaus

Das erste halböffentliche Gerätehaus befand sich beim Schießstand beim Dörnle in einem Holzschuppen. Zuvor waren die Gerätschaften privat untergebracht.[1]

Das erste Gerätehaus der Feuerwehr Lingenau wurde 1924 gebaut und am 10. November 1924 eingeweiht. Auslöser dafür war der Brand eines Hauses im Dorfzentrum (Judengasse 25, heute Großdorferstraße L29) am 26. Dezember 1923 und, dass die Feuerspritze vom Dörnle nur sehr verspätet hergebracht werden konnte (auch wegen des Schnees). Es wurde in der Nähe der Kirche errichtet. Dabei handelte sich um ein hölzernes Gerätehaus mit kleinem Dachreiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Holzkonstruktion durch Mauerwerk ersetzt.

1969/1970 wurde an Stelle des ersten Geräteshauses zwei zusammenhängende Mehrzweckgebäude um 4.538.000,- Schilling (rund 330.000 Euro) gebaut. Es befanden sich darin das Feuerwehrgerätehaus, der Kindergarten, Vereinsräume, und eine Lehrerwohnung. Die feierliche Einweihung fand erst am 14. November 1974 statt. In die Garagen dieses ehemaligen Gerätehaus wurde 2001 das Probelokal des Musikvereines verlegt.[2]

Das im März 2001 begonnene und im Juli 2001 fertiggestellte neu gebaute Feuerwehrhaus befindet sich im Ortszentrum von Lingenau auf rund 694 m ü. A.[3] Es wurden rund 21,3 Millionen Schilling (rund 155.000 Euro) verbaut. Etwa 15 Meter östlich verläuft der weitgehend verrohrte Oberbuchgraben. Im Süden ist die Landesstraße L205 (Lingenauerstraße) rund 130 Meter Luftlinie entfernt, die Abzweigung zur Landesstraße L29 (Großdorferstraße, Richtung Großdorfer Brücke) rund 160 Meter. Zur südlich gelegenen Pfarrkirche und zum Friedhof sind es rund 100 Meter Luftlinie. Die Lingenauer Hängebrücke bzw. der Lingenauer Quelltuff ist im Südwesten rund 1300 Meter Luftlinie entfernt. Im Westen befindet sich die Lingenauer Hochbrücke bzw. die Lingenauertobelbrücke in rund 2400 Meter Luftlinie Entfernung. Der Speicher Bolgenach ist im Nordwesten rund 5500 Meter Luftlinie entfernt.

Nachbarfeuerwehren

FF Langenegg FF Langenegg FF Hittisau
FF Müselbach Nachbargemeinden FF Hittisau
FF Egg FF Großdorf FF Großdorf

Geschichte

1789 wurde von der Pfarrgemeinde Lingenau die erste Feuerspritze angeschafft.[4]

Der Großbrand in Lingenau vom 20. Mai 1866 war der Anlassfall, auch über die Gründung einer Freiwillige Feuerwehr in Lingenau nachzudenken. Da nur wenig Urkunden vorhanden sind, ist die Entstehungsgeschichte nur rudimentär und durch Erzählungen überliefert. 1870 wird eine weitere Feuerwehrspritze angeschafft. Die Freiwillige Feuerwehr in Lingenau wurde von 51 Bürgern 1881 gegründet. 1888 gab das Land Vorarlberg eine Feuerwehrverordnung heraus, welche auch für die OF Lingenau galt. Zur Anschaffung eines Wagens erhielt die FF Lingenau 1902 eine Zuwendung von 200 Kronen aus dem Feuerwehrfonds[5] und 1903 eine Spende von 100 Kronen vom Kaiser.[6] Bereits 1885 hatte die FF Lingenau vom Kaiser 80 Gulden an Spende für die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen erhalten und 1901 nochmals 100 Kronen.[7][8]

Zum 25-Jahr-Jubiläum wurde am Sonntag, 15. Juli 1906, ein Feier organisiert.[9][10]

1913 erhielt die Gemeindevorstehung von Lingenau den behördlichen Auftrag, „Unzukömmlichkeiten“ bei der Feuerwehr Lingenau abzustellen.[11] Am 17. September 1914 teilt der Vorarlberger Landesausschuss der Bezirkshauptmannschaft in Bregenz mit, dass die Voraussetzungen für die Auflösung der FF Lingenau gegeben seine.[12] Mit Beschluss vom 24. Juli 1915 der k. k. Statthalterei wurde der Verein Freiwillige Feuerwehr Lingenau dann aufgelöst.[13] Das Gründungsmitglied und der damalige (ehemalige) Kommandant, der Wirt des Gasthofs Rössle, Franz Josef Bader, gab die Unterlagen und Geräte der Feuerwehr jedoch nur „unter Zwang“ an die Gemeinde heraus.[14]

1920 wurde unter Regie des damaligen Gemeindevorstehers, Gabriel Lässer, eine neue Feuerwehrorganisation in Lingenau erfolgreich gegründet.[15]

In den 1930-er-Jahren verfügte die Feuerwehr Lingenau bereits über eine Motorspritze.[16] Wegen der wirtschaftlichen Lage in Österreich, wurde 1931 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der FF Lingenau keine Festveranstaltung durchgeführt.

Mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland wurde die Freiwillige Feuerwehr Lingenau dem deutschen Feuerwehrverband angegliedert.

1951 erfolgte die Gründung des Brandkreises Hittisau-Lingenau-Sibratsgfäll.

1954 wurde eine Tragkraftspritze (TS 8, Rosenbauer) angeschafft und auf einem leichten Einachs-PKW-Anhänger montiert.

1960 wurde das Landesfeuerwehrfest in Lingenau abgehalten und fand eine Fahnenweihe statt (Fahnenpatin Annelies Natter).

1963 wurde das erste Tanklöschfahrzeuges (TLF, Mercedes Benz) für die Feuerwehr Lingenau um 512.000 Schilling angeschafft (es war dies das erste im gesamten Bregenzerwald). Bis dato war die Feuerwehr noch mit Pferden und Spritzenwagen ausgerückt. Dieses Tanklöschfahrzeug ist immer noch in Betrieb (Stand 2026).

1981 wurde im Rahmen der 100-Jahr-Feier eine erste Festschrift der Feuerwehr Lingenau erstellt mit historischen Daten. 1982 wurde ein Kleinlöschfahrzeug mit Allrad (KLF-A, Chevrolet, Aufbau: Rosenbauer) im 820.000 Schilling angeschafft (ausgemustert 2013). 1990 erfolgte der Ankauf einer Tragkraftspritze (TS) „Fox 1“. Vom 3. bis 5. Juli 1992 fand in Lingenau ein Landesfeuerwehrfest statt und wurde ein Rüstlöschfahrzeug (RLFA 2000/200, Mercedes Benz, ausgemustert 2023) eingeweiht. 1997 folgte die Anschaffung eines Kommandofunkfahrzeugs (KDOFU).

2001 wurde um rund 22 Millionen Euro ein neues Feuerwehrhaus gebaut und am 23. September 2001 eingeweiht und die Jugendfeuerwehr gegründet. 2011 wurde ein hydraulischer Rettungssatz (bestehend aus Spreizer, Schere und Stößel) angeschafft und 2013 ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (LFB-C) um 320.000,- Euro. 2016 fand in Lingenau das Bezirksfeuerwehrfest statt. 2023 wird ein Tanklöschfahrzeug (TLF 2000/200, Scania 410 Allrad, Aufbau: Rosenbauer) um 490.000 Euro angeschafft.

2026 fand in Lingenau ein Bezirksfeuerwehrfest statt.[17][18]

Fuhrpark

Die Ortsfeuerwehr Lingenau ist eine der 27 Stützpunktfeuerwehren für ein hydraulisches Rettungsgerät in Vorarlberg.

Bezeichnung Type Besatzung Aufbauer Baujahr Sonderausrüstung/
Bemerkung
Tanklöschfahrzeug (TLF-2000/200) Scania 1:8 Rosenbauer 2023 Allrad
Löschfahrzeug (TLF-A) Mercedes Benz 1:6 1963 Allrad
Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (LFB-C) MAN 1:8 2013 Hydraulischer Rettungsatz, Containersystem, Allrad
Kommandofunkfahrzeug (KDOFU) Mercedes Benz 1:8 1997 Funktisch, Allrad

Kommandanten

  • Johann Peter Pfanner (1881 bis 1895),
  • Johann Kaspar Nußbaumer (1895 bis ?),
  • Franz Josef Bader (? bis 1916),

Verein behördlich aufgelöst (1916 bis 1920)

  • Karl Lässer (1920 bis 1921),
  • Johann Peter Nenning (1921 bis 1933),
  • Alois Schedler (1933 bis 1952),
  • Hermann Sutterlütte (1952 bis 5. Jänner 1959),
  • Karl Faißt (5. Jänner 1959 bis 5. Jänner 1978),
  • Peter Bereuter (5. Jänner 1978 bis 5. Jänner 1997),
  • Georg Winder (5. Jänner 1997 bis 5. Jänner 2007),
  • Reinhard Bereuter (5. Jänner 2007 bis 5. Jänner 2025),
  • Stefan Sohm (ab 5. Jänner 2025).[19][20]

Weblinks

 Freiwillige Feuerwehr Lingenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 17.
  2. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 10, 18 f, 22 ff.
  3. Adresse: Hof 15, 6951 Lingenau.
  4. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 12 f.
  5. Bludenzer Anzeiger vom 20. Dezember 1902, S. 1.
  6. Innsbrucker Nachrichten vom 10. April 1903, S. 4.
  7. Innsbrucker Nachrichten vom 4. November 1885, S. 2.
  8. Vorarlberger Volksblatt vom 2. April 1901, S. 3.
  9. Bregenzer/Vorarlberger Tagblatt vom 12. Juli 1906, S. 2.
  10. Vorarlberger Volksblatt vom 11. Juli 1906, S. 3.
  11. Bludenzer Anzeiger vom 25. Oktober 1913, S. 1.
  12. Bludenzer Anzeiger vom 10. Oktober 1914, S. 3.
  13. Vorarlberger Landes-Zeitung vom 20. November 1915, S. 4.
  14. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 15.
  15. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 16.
  16. Bregenzer/Vorarlberger Tagblatt vom 5. Dezember 1931, S. 4.
  17. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001.
  18. Geschichte, Webseite: feuerwehrlingenau.at, abgerufen am 30. Jänner 2026.
  19. 144. JHV – Neues Kommando, Webseite: feuerwehrlingenau.at, abgerufen am 30. Jänner 2026.
  20. “Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in Lingenau“, herausgegeben von der Freiwilligen Feuerwehr Lingenau, Lingenau 2001, S. 68.